Social-Media in der Kommune...nicht für alle macht es Sinn...

Social Media in der Kommune? Nicht für jeden macht es Sinn...

Mo, 13.02.2017

Sie überlegen noch, ob Social-Media für Ihre Kommune wichtig ist? Ihre Aktivitäten zeigen noch keine rechte Wirkung? Sie wollen mehr tun? Social Media Expertin Annabell Friedheim hat exklusiv für KOMMUNAL die 5 wichtigsten Tipps und Tricks für Sie zusammengetragen!

Wer Social Media in seiner Kommune einsetzen will, sollte sich 5 Fragen stellen. Wer alle Fragen mit JA beantwortet, sollte unbedingt einsteigen oder dabei bleiben. Wenn nicht: Lieber die Finger davon lassen. Machen Sie den Test!
Die Präsenz in den sozialen Medien ist für Unternehmen heute unentbehrlich. Auch Behörden und Unternehmen in öffentlicher Hand - die keine Umsatzziele verfolgen, mit ihrem politischen und gesellschaftlichen Auftrag jedoch Dienste erbringen und Kunden informieren müssen - können über Twitter, Facebook und Co. einen großen Teil ihrer Kunden erreichen. Die Mittel sind jedoch begrenzt. Gebührenfinanzierte Ausgaben müssen gerechtfertigt werden. Eine Social Media-Abteilung mit Budget für eigenen Content und Anzeigen? Die Bespielung einer professionellen Agentur überlassen? Beides wäre vielversprechend, aber das kann man sich häufig schlichtweg nicht leisten! Social Media muss daher oft mit geringem Aufwand an die bestehende Öffentlichkeitsarbeit angedockt werden – sowohl personell als auch zeitlich. Kann das gut gehen? Wenn Sie die folgenden fünf Fragen mit einem überzeugten „Ja“ beantworten können, dann sollten sie gleich heute noch anfangen (oder unbedingt weitermachen).

Annabell Friedheim ist Multimedia Redakteurin bei der Stadtreinigung Hamburg

Wollen Sie Social Media (wirklich)?

Der Aufbau eines neuen Social Media Kanals geht schnell, kostet so gut wie nichts und die Pflege macht kaum Arbeit? Mal eben ein kurzer Text mit Foto – läuft? Ein hartnäckiges Vorurteil. Ohne Investitionen geht es nicht! Denn Social Media macht Arbeit und zwar von Anfang an und nicht immer zu den üblichen „Sprechzeiten“. Neben geeignetem Personal (inkl. fachlichem, technischem, gestalterischem und rechtlichem Know-how) benötigen Sie eine Strategie, ein inhaltliches Konzept, Kommunikationsrichtlinien und vieles mehr. Die Accounts müssen regelmäßig gepflegt, beobachtet, analysiert und optimiert werden. Gerade wenn noch andere Aufgaben anstehen, müssen Prioritäten gesetzt werden. Die Arbeit wächst parallel mit der Community und die Fangemeinde wächst, wenn man Arbeit investiert! Sind Sie wirklich bereit, Social Media ernst zu nehmen und den notwenigen Stellenwert einzuräumen?

Wollen ihre Mitarbeiter Social Media?

Unterschätzen Sie nicht welcher negative Ruf den sozialen Netzwerken auch heute noch vorauseilt. Wenn die internen Vorbehalte gegenüber Facebook, Twitter und Co. stark und Mitarbeiter deshalb nicht bereit sind, Sie bei Ihrer Social Media Arbeit zu unterstützen, wird es schwer. Der Schlüssel zu den relevanten Informationen und zu einem authentischen Blick hinter die Kulissen sind Ihre Mitarbeiter. Dieser Blick stellt für viele User einen Mehrwert gegenüber den alt bewährten Medien dar. Beziehen Sie die Mitarbeiter so früh wie möglich mit ein. Veröffentlichen Sie nie etwas ohne Einverständnis. Und wenn Sie Lorbeeren ernten sollten, vergessen Sie nicht das Lob weiterzugeben!

Können Sie ihre Inhalte an das Nutzerverhalten anpassen?

Die technischen Möglichkeiten zum Erzeugen und Konsumieren von Bewegtbild-Content werden stetig und in rasanter Geschwindigkeit besser. Laut der neusten ARD/ZDF-Online-Studie sind Videos das meist rezipierte Format im Netz. Prognosen sagen, bis 2019 werden 80% aller rezipierten Formate im Internet Videos sein. Passen Sie Ihre Inhalte dem Nutzerverhalten an. Die sozialen Netzwerke tun dies bereits und priorisieren (nativ eingestellte) Videos bei der Auswahl der Inhalte. Wenn Sie ohnehin schon mit Ihren Ressourcen haushalten müssen, stecken Sie sie in Videos (Smartphone reicht völlig aus!) und erzeugen Sie damit Relevanz und Mehrwert für Ihre Kunden.

Können Sie Kundenkontakte und Beschwerden managen?

Wenn Sie hier mit „Nein“ antworten müssen, aus personellen Engpässen oder anderen Gründen heraus, dann: „Finger weg von Social Media!" Wenn Fragen, Beschwerden und Probleme der Kunden aufkommen, sollten diese schnell und verbindlich beantwortet werden. Wenn Sie Erklärungen statt Ausreden liefern, kann die Stimmung schnell zu Ihren Gunsten kippen. Je länger man mit einer Reaktion wartet, desto eher reagieren andere und dies oft nicht in Ihrem Sinne. Und wenn mal ordentlich gemotzt wird, hilft folgende Sichtweise: Sie können hier Ihre zugewandte Haltung gegenüber Kunden öffentlich demonstrieren. Sehen Sie es als Chance und entdecken Sie Ihr Service-Gen.

Können Sie geduldig sein?

Können Sie damit leben, dass ihre Community langsam wächst? Es gibt diverse Seiten, die eine große Community aufweisen und trotzdem über lange Zeit so gut wie keine Aktivität der „Fans“ ausgelöst haben. Definieren Sie den Erfolg besser nicht allein über die Zahl der Fans. Ihre Posts haben auch mit einer kleinen aber dafür aktiven Community Potential, eine große Reichweite zu erzielen. Geben Sie dem Ganzen auch Zeit, um Inhalte auszuprobieren und das richtige Rezept für Ihre Interessensgemeinschaft zu finden. Eine Community, die zwar langsam aber stetig und natürlich wächst, sorgt nachhaltig für mehr Reichweite.
 
 

5 Mal „Ja“?

Die sozialen Netzwerke sind gekommen, um zu bleiben. Und wenn die hier angesprochenen Aspekte berücksichtig werden, kann man auch mit begrenzten Ressourcen vom offenen Dialog mit den Kunden profitieren.
Annabell Friedheim ist Multimedia Redakteurin bei der Stadtreinigung Hamburg und freut sich immer, wenn sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten Wege findet, für die Community relevante Inhalte zu produzieren. Dabei hilft ihr u.a. ihre langjährige Erfahrung als TV-Redakteurin im Unterhaltungsbereich.
Der Draht zur Stadtreinigung Hamburg:
www.twitter.com/srhnews
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