Wer schliesst 2022 das Rathaus auf?

Es ist kein Geheimnis: Der demografische Wandel macht auch vor den Beschäftigten der Kommunalverwaltung nicht Halt. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden in den nächsten 15 Jahren altersbedingt ausscheiden. Wir haben das Problem in den gebäudewirtschaftlichen Vergleichsringen der KGSt analysiert und Altersstrukturen aus acht Vergleichsringen mit 96 Kommunen und über 11.000 Beschäftigten ausgewertet.
Die Ergebnisse (Abbildung 1) sind repräsentativ für Städte und Kreise - unabhängig von der Einwohnerzahl oder geographischen Lage im Bundesgebiet. Anschließend haben wir die Anteile der älteren Beschäftigten (ab 50 Jahren) nach unterschiedlichen gebäudewirtschaftlichen Berufsgruppen dargestellt (Abbildung 2).
Als besonders kritisch bewerten die Vergleichskommunen die Altersstrukturen in den Berufsgruppen Techniker/Handwerker sowie Ingenieure/Architekten. Dort herrscht schon heute ein erheblicher Fachkräftemangel. Eine angespannte Haushaltslage verhindert häufig zusätzliche Einstellungen und eine verstärkte Ausbildung. Interne und externe Personalwechsel nehmen spürbar zu. Die Umsetzung von Förderprogrammen sorgt für zusätzliche Personalbedarfe. Nur selten können die Vergleichskommunen konkret handeln. Der Fokus liegt meist auf der Wissensbewahrung statt der Personalgewinnung.
Doch es gibt bereits Kommunen, die erfolgreich gegensteuern, z.B. mit folgenden Maßnahmen:
• Sie stellen gezielt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Abwicklung von Förderprogrammen ein und entfristen die Stellen mit Blick auf Löcher, die zukünftig gestopft werden müssen.
• Sie bilden in immobilienwirtschaftlichen Fachberufen aus.
• Sie nutzen die Möglichkeiten des TVöD für eine attraktivere Bezahlung.
• Sie werben gezielt Beschäftigte aus der Privatwirtschaft ab.
• Sie lagern Fachaufgaben in Teilen oder sogar vollständig auf externe Dienstleister aus.
Vergleichen hilft! Die KGSt bietet auch weiterhin Vergleichsringe an, in denen Kommunen Ansätze zur Bewältigung des demografischen Wandels austauschen, voneinander lernen und Ergebnisse vergleichen können.