Benjamin Lassiwe
Wegen Umbaus sitzt der Bürgermeister der Gemeinde seit längerem im Container

Wo der Bürgermeister im Container sitzt

Der Bürgermeister ist Meister des Bürgers – und das gilt auch, wenn der Bürger „teure Entscheidungen“ gegen die Gemeindeinteressen trifft. Der Bürgermeister von Barsbüttel kann in seinem Container gerade ein Lied davon singen. KOMMUNAL vor Ort in Schleswig-Holstein.

Auf den ersten Blick könnte es auch eine Bauarbeiterunterkunft sein. Doch wer zu Barsbüttels Bürgermeister Thomas Schreitmüller möchte, muss noch einige Zeit mit einem ungewöhnlichen Anblick leben: Denn der wichtigste Beamte der 12.500 Einwohner zählenden Gemeinde, die im Schleswig-Holsteinischen Kreis Stormarn, direkt an der östlichen Stadtgrenze Hamburgs gelegen ist, residiert in diesen Tagen im Container. „Unser Rathaus muss saniert werden“, erklärt Schreitmüller. „Und das ist im laufenden Betrieb nicht möglich.“ Die Verwaltung musste ausziehen – und für den Bürgermeister blieb nur der Baucontainer.

Der Bürgermeister vor dem zu sanierenden Rathaus
Thomas Schreitmüller vor dem Rathaus seiner Stadt

Bürgermeisterportrait: Warum die Rathaussanierung keine leichte Geburt war 

 

In der aktuellen Ausgabe der KOMMUNAL berichtet Schreitmüller über die insgesamt sieben Jahre dauernde Diskussion um das Rathaus. Denn eigentlich hatte man ausgerechnet, dass ein kompletter Neubau billiger gewesen wäre. Dazu aber kam es nicht: In zwei Bürgerentscheiden stimmten die Barsbütteler gegen die Pläne der Gemeinde. „Es war klar: Der Bürger möchte eine Sanierung des vorhandenen Rathauses – und das wird nun auch gemacht“, sagt Schreitmüller. Dieser Art der Meinungsfindung freilich steht der Barsbütteler Bürgermeister seitdem eher skeptisch gegenüber: „Die Gemeinde hätte bei einem Neubau Geld gespart“, sagt Schreitmüller. Die Bürgerentscheide hätten gezeigt, wie schwierig es sei, allen Bürgern gleichermaßen „die Komplexität von Entscheidungen kundzutun.“ Erste Eindrücke, Vorurteile oder auch eine Entscheidung aus dem Bauch heraus zähle bei einem Bürgerentscheid oft mehr, als sachliche Argumente. Und das gelte besonders dann, wenn die Gegner eines Projekts den Eindruck erweckten, „die öffentliche Hand wolle sich auf Kosten des Steuerzahlers einen Palast bauen.“ In solchen Fällen habe die Politik oft schlechte Karten.

Bürgermeisterportrait über interkommunale Zusammenarbeit und Bürgerwillen 

 

Im Magazin portraitieren wir den Bürgermeister aus dem Speckgürtel von Hamburg auch als Person. Wir berichten über die Lage der Gemeinde und den Umgang mit dem nahen Hamburg. Ob Wasser oder Abwasser, Gewerbe oder Handel - wie funktioniert es, auf Augenhöhe mit einer Großstadt zu kooperieren. 

Lesen Sie das komplette Portrait in der September-Ausgabe der KOMMUNAL - gerne senden wir Ihnen im Rahmen eines Probeabos drei Ausgaben kostenfrei zu. Folgen Sie dazu DIESEM LINK! 

 

 

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