Karte

Zwischen Routine und Ausnahmezustand: Die Verwaltung als Krisenmanager

13. Mai 2026
ANZEIGE
Cyberattacken, Pandemien oder Extremwetter – die Krisendichte der letzten Jahre hat eines verdeutlicht: Kommunen sind die Basis des Bevölkerungsschutzes. Wenn die gewohnten Prozesse und Strukturen an ihre Grenzen stoßen, blickt die Bevölkerung nicht nach Berlin oder in die Landeshauptstadt, sondern auf das Rathaus vor Ort. Krisenmanagement ist daher längst kein reines „Blaulicht-Thema“ mehr, sondern muss als zentraler Bestandteil des kommunalen Produktportfolios verstanden werden.

Um von der reinen Reaktion in eine aktive Gestaltung der Lage zu kommen, empfiehlt die KGSt vier zentrale Schritte für jede Kommunalverwaltung:

Etablierung eines Krisen­managementboards: Schaffen Sie ein ständiges Gremium, das sich um die strategische Vorbereitung, Schulungen und die Vernetzung mit kritischen Infrastrukturen kümmert. Es dient als dauerhafte Geschäftsstelle für den Ernstfall.

Klare Trennung der Stäbe: Für eine effektive Bewältigung empfiehlt sich ein Zweistabsmodell. Während die „Blaulicht-Organisationen" die operativ-taktische Komponente leitet, steuert die Verwaltung in einer administrativ-organisatorischen Komponente (z. B. Verwaltungsstab) die weitreichenden politischen und organisatorischen Entscheidungen.

Priorisierung durch Verwaltungs­screening: Man kann nicht alles gleichzeitig retten. Identifizieren Sie vorab Ihre kritischen Prozesse. Ein systematisches Screening hilft dabei, Ressourcen im Krisenfall gezielt dort zu bündeln, wo sie für die Aufrechterhaltung der Daseinsvorsorge am dringendsten benötigt werden.

Interkommunale Synergien nutzen: Gerade für kleinere Kommunen ist die „Einzelkämpfer-Taktik“ oft zum Scheitern verurteilt. Ob gemeinsame Ausbildungsstandards, geteiltes Unterstützungspersonal oder einheitliche IT-Systeme – Kooperationen stärken die Durchhaltefähigkeit massiv.

Gutes Krisenmanagement muss „gelebt“ werden. Das beginnt bei der Sensibilisierung aller Mitarbeitenden und reicht bis zur Schaffung belastbarer Strukturen wie einem ständigen Krisenmanagementboard. Ziel ist die Resilienz der Organisation: Wer Prozesse vorab priorisiert und Ressourcen klug plant, kommt „vor die Lage“.

Wie dieser Weg Schritt für Schritt gelingt, zeigt der neue KGSt-Bericht 4/2026 „Kommunen in der Krise“. Er bietet praxisnahe Orientierung, von rechtlichen Zuständigkeiten bis hin zu Mustern für die Stabsdienstordnung, und ist ein unverzichtbarer Begleiter für die professionelle Krisenvorsorge.

Kathrin Seiter ist Referentin im Programmbereich Organisations- und Informationsmanagement der KGSt.

Kathrin Seiter

Mehr Informationen

www.kgst.de/doc/20260204A0002


Kathrin.Seiter@kgst.de

www.kgst.de

www.kgst-forum.de

www.instagram.com/kgst_de

www.linkedin.com/company/kgst/

Schlagwörter