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  1. Praxis
  2. Arbeiten im Öffentlichen Dienst
  3. Der Öffentliche Dienst wird beliebter
Besonders durch den sozialen Sektor hat der öffentliche Dienst zugewonnen. Doch gerade dort fehlt es auch weiter an Personal. ©Diego Cervo/123rf

Der Öffentliche Dienst wird beliebter

von Rebecca Piron
Stellvertretende Chefredakteurin | KOMMUNAL
27. Juni 2017
Seit einiger Zeit kämpft der öffentliche Dienst mit Personalmangel. Doch das letzte Jahr lässt hoffen. Nach neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes konnte der öffentliche Dienst im letzten Jahr ein Prozent an Personal gegenüber dem Vorjahr gewinnen. Das reicht allerdings noch lange nicht, sagt der DStGB.

Geld und Prestige oder Sicherheit? Das ist die zugespitzte Frage, die sich viele Arbeitssuchende stellen, wenn sie überlegen in den öffentlichen Dienst zu gehen. Dabei wurde die Sicherheit, die der öffentliche Dienst im Verhältnis zu Wirtschaftsunternehmen bieten kann, anscheinend in den letzten Jahren deutlich weniger wertgeschätzt. Denn der öffentliche Dienst erfuhr einen zunehmenden Personalmangel. Nun geben die Zahlen aus dem Jahr 2016 Hoffnung. Ein Prozent mehr Beschäftigte verzeichnete der öffentliche Dienst laut Statistischem Bundesamt im Verhältnis zum Vorjahr. Besonders vermehrt hat sich das Personal im sozialen Sektor, im Bereich öffentliche Sicherheit und an den Hochschulen.

Der öffentliche Dienst gewinnt im sozialen Sektor

Den höchsten Anstieg hat der soziale Bereich mit 2,9 Prozent zu verzeichnen. Besonders dazu beigetragen hat der anhaltende Personalzuwachs bei kommunalen Kindertagesstätten. Auch im Bereich sozialer Leistungen wie der Hilfe für Asylbewerber nahm die Zahl der Beschäftigten weiter zu. Darunter fallen zum Beispiel auch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und die Bundesagentur für Arbeit. Im Bereich der öffentlichen Sicherheit nahm das Personal um 1,5 Prozent und an den Hochschulen um 1,6 Prozent zu. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund sieht den Anstieg positiv, gibt allerdings die Kosten zu bedenken. "Das ist nicht nur mit erheblichem Engagement zur Gewinnung des Personals wie mit zahlreichen Maßnahmen des Personalmanagements verbunden", sagt Miriam Marnich, Referatsleiterin unter anderem in den Bereichen Zuwanderung, Dienstrecht und Sicherheit. "Vielmehr fallen damit erhebliche Personalkosten an, die ein wesentlicher Kostenblock der kommunalen Ausgaben sind."

DStGB fordert Maßnahmenpaket von Bund und Ländern

Der öffentliche Dienst müsse aus kommunaler Sicht dringend attraktiv bleiben, um weiterhin Fachkräfte gewinnen zu können. "Der Arbeitskräftebedarf in den Kommunen ist groß und wird sich weiter verschärfen", sagt Marnich. "Schon heute fehlt an vielen Stellen Personal und es wird zunehmend schwieriger Fachkräfte zu gewinnen." Besonders im sozialen Bereich sei der Bedarf an Fachpersonal sehr hoch. "Die Situation verschärft sich durch die wachsende Zahl Flüchtlingskindern", so Marnich. "Die Aufnahme und Integration der Kinder erfordert zwingend zusätzliche Plätze und zusätzliches Personal in Kitas und Schulen." Der DStGB fordert von Bund und Ländern daher ein Maßnahmenpaket zur Gewinnung und Finanzierung des notwendigen Personals und zur Schaffung der zusätzlichen Infrastruktur.

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