Warnstreiks
Einigung bei den Tarifverhandlungen 2026
Aktualisiert am 24. Februar 2026
Wie sieht die Einigung bei den Tarifverhandlungen 2026 aus?
Arbeitgeber und Gewerkschaften haben sich im Streit um die Beschäftigten der Länder auf 5,8 Prozent mehr Entgelt geeinigt. Die Erhöhung soll in drei Schritten ausbezahlt werden. Der neue Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 27 Monaten.
Worum geht es bei den Tarifverhandlungen 2026?
Bei den Tarifverhandlungen 2026 geht es nicht um mehr Geld, sondern auch um die Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst der Länder. Verhandelt wird über einen neuen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder, kurz TV-L. Die bisherige Vereinbarung ist Ende 2025 ausgelaufen.
Die Einigung auf den Tarifvertrag sieht so aus:
- Entgeltsteigerung von 5,8 Prozent.
- Mehrstufige Erhöhungen in den nächsten drei Jahren
- Mindestens 100 Euro im Monat mehr Entgelt (nach Informationen der Gewerkschaften)
- 150 Euro mehr für Nachwuchskräfte
- Arbeitsbedingungen im Osten werden Regelungen in Westdeutschland angeglichen. Das betrifft den Kündigungsschutz und die Arbeitszeit an den drei Unikliniken in Rostock, Greifswald und Jena.
- Zulage für Schichtdienste steigt auf 100 Euro im Monat.
- Zulage für die Wechselschicht erhöht sich auf 200 Euro im Monat, in Kliniken auf 250 Euro.
- Die Laufzeit der Anpassungen beträgt 27 Monate, also bis Ende Januar 2028.
Wer sitzt am Verhandlungstisch?
Am Tisch sitzen die Gewerkschaften ver.di, GEW sowie der dbb beamtenbund und tarifunion und auf Arbeitgeberseite die Tarifgemeinschaft deutscher Länder. Die Verhandlungsführer teilten am Sonnabend, 14. Februar, die Einigung mit.
Für wen verhandeln die Gewerkschaften?
Vom TV-L sind rund 2,6 Millionen Beschäftigte der Länder betroffen. Etwa die Hälfte von ihnen arbeitet im Bildungsbereich, unter anderem an Schulen, Hochschulen und landeseigenen Kitas. Dazu zählen rund 245.000 angestellte Lehrkräfte sowie etwa 684.000 verbeamtete Lehrerinnen und Lehrer, für die das Tarifergebnis in der Regel zeit- und wirkungsgleich auf die Besoldung übertragen werden soll. Weitere große Beschäftigtengruppen sind Mitarbeitende in der Landesverwaltung, in Universitätskliniken sowie im Sozial- und Erziehungsdienst der Länder.
Im Organisationsbereich der GEW wird unter anderem für Lehrkräfte, pädagogisches Personal an Schulen, Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst der Länder, Hochschullehrende sowie für wissenschaftliche und studentische Beschäftigte verhandelt. Die Verhandlungsführung für die Gewerkschaften des Deutschen Gewerkschaftsbundes liegt bei ver.di.
Wann wurde verhandelt?
Am 11. Februar begann in Potsdam die dritte Verhandlungsrunde. Sie war für drei Tage bis 13. Februar angesetzt. Der offizielle Auftakt fand am 3. Dezember 2025 in Berlin statt, die zweite Runde folgte am 15. und 16. Januar 2026 in Potsdam.
Was forderten die Gewerkschaften?
Die Gewerkschaften forderten eine Entgelterhöhung von sieben Prozent, mindestens jedoch 300 Euro monatlich für Tarifbeschäftigte. Zusätzlich verlangen sie höhere Zuschläge, etwa für Schicht-, Nacht- und Wochenendarbeit, sowie eine deutliche Erhöhung der Ausbildungs- und Studienvergütungen für Auszubildende, dual Studierende und Praktikantinnen und Praktikanten.
Ein zentraler Punkt der Forderungen waren tarifliche Regelungen für studentische Beschäftigte an Hochschule, vor allem mit Blick auf Mindestvertragslaufzeiten, verlässliche Arbeitszeiten und eine einheitliche Bezahlung. Darüber hinaus verlangen die Gewerkschaften strukturelle Verbesserungen im Länderbereich, etwa bei der Angleichung der Arbeitsbedingungen zwischen Ost- und Westdeutschland sowie Maßnahmen zur Entlastung angesichts von Personalmangel und hoher Arbeitsbelastung.
Die Laufzeit eines neuen Tarifvertrags sollte aus Sicht der Gewerkschaften in der Regel zwölf Monate betragen und damit Planungssicherheit bis 2027 schaffen.
Wie war die Position der Arbeitgeber?
Die Länder stellten Entgelterhöhungen grundsätzlich in Aussicht, allerdings nur moderat. Die Steigerungen sollen nicht auf einmal kommen, sondern in mehreren Stufen. Zudem sollen sie sich über einen längeren Zeitraum erstrecken, deutlich über ein Jahr hinaus. In den Gesprächen war von Laufzeiten bis 2027 oder 2028 die Rede.
Welche Bedeutung haben die Tarifverhandlungen für Kommunen?
Auch wenn die Tarifverhandlungen den öffentlichen Dienst der Länder betreffen, haben sie Auswirkungen auf die Kommunen. Abschlüsse im TV-L gelten als Maßstab für spätere TVöD-Runden und prägen die Erwartungen der Gewerkschaften.
Dazu kommt: Steigende Einkommen der Beschäftigten im Länderbereich erhöhen den Druck auf Kommunen, nachzuziehen, um im Wettbewerb um Fachkräfte nicht zurückzufallen – besonders im Bildungs- und Sozialbereich. Gleichzeitig verschärfen höhere Personalkosten die ohnehin angespannte Haushaltslage vieler Städte und Gemeinden und verstärken die Debatte um eine auskömmliche kommunale Finanzierung.
Weitere Informationen zum Tarifergebnis.
Sind die Streiks damit vorbei?
Ja, wenn es um den Tarifvertrag der Länder geht. Es soll keine weiteren Warnstreiks und auch keinen unbefristeten Streik geben. In der laufenden Tarifrunde für die Beschäftigten der kommunalen Nahverkehrsunternehmen verschärft Ver.di hingegen den Druck auf die Arbeitgeber. Für den 27. und 28. Februar hat die Dienstleistungsgewerkschaft erneut zu bundesweiten Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Am Freitag müssen Fahrgäste in zahlreichen Städten damit rechnen, dass Busse und Bahnen in kommunalen Verkehrsbetrieben stillstehen. In vielen Tarifgebieten soll der Ausstand auf den Sonnabend ausgeweitet werden. Betroffen sind laut Ver.di rund 150 kommunale Verkehrsunternehmen und Busbetriebe in allen Bundesländern, in Berlin, Hamburg und Bremen wird auch gestreikt. Allerdings sind im Konflikt mit den kommunalen Arbeitgebern auch für diese Woche Warnstreiks im Nahverkehr angekündigt. Aktuelle Informationen dazu finden Sie hier.

