Wifi4EU: Die EU fördert WLAN-Hotspots auf dem Land
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EU fördert WLAN-Hotspots auf dem Dorf

3. April 2019
Die EU will, dass auch in abgelegenen Dörfern schnell und kostenlos gesurft werden kann. Dafür stellt sie 120 Millionen Euro bereit. Kommunen können sich diesen Donnerstag und Freitag für die Förderung bewerben - sollten aber schnell sein, wenn sie etwas von dem Geld abbekommen wollen!

Kostenlos und schnell Surfen soll jetzt auch in kleinen Dörfer möglich sein! Hierfür hat das Europaparlament grünes Licht gegeben und einem Förderprogramm für Internet-Hotspots in europäischen Kommunen zugestimmt. Rund 120 Millionen Euro sollen für die Ausrüstung und Installation der Hotspots von der EU zur Verfügung gestellt werden. Die Gemeinde muss dafür sicherstellen, dass die Internet-Hotspots für mindestens drei Jahre in Betrieb bleiben und muss die Gebühren für den Anbieter selbst zahlen. Die Hotspots sollen in den Zentren des öffentlichen Lebens installiert werden – zum Beispiel in Krankenhäusern, Museen, Parks oder Bussen. Ziel ist es, dass sich die Nutzer europaweit nur einmal anmelden müssen und den Dienst „wifi4eu“ in jedem Land, in dem es die Hotspots gibt, kostenlos nutzen können. Damit sollen die Bürger nicht nur in der eigenen Gemeinde sondern auch auf Reisen kostenlos surfen können. Versorgungslücken sollen mit dem Programm geschlossen und so viele Bürger wie möglich einen Internetzugang erhalten – unabhängig vom Wohnort oder Gehalt. Deshalb sollen vor allem die Orte mit Hotspots ausgestattet werden, die bisher über kein vergleichbares öffentliches oder privates WLAN verfügen. Die EU-Kommission möchte circa 40 bis 50 Millionen Verbindungen pro Tag ermöglichen. Doch die Zahlen sind utopisch, vorausgesetzt es sollen wirklich kleine Dörfer und Städte mit den Hotspots versorgt werden: Die geplanten 8000 Hotspots müssten ungefähr 6.250 Verbindungen pro Tag ermöglichen. Doch nur wenige Dörfer oder Kleinstädte haben öffentliche Plätze, an denen sich täglich so viele Menschen tummeln, die ins WLAN wollen, sodass über 6000 Verbindungen pro Tag zustande kommen. Und auch die Verifizierung über die Handynummer stößt auf große Kritik.

EU fördert WLAN-Hotspots - bewerben Sie sich schnell!

Kommunen, die sich für das EU-Programm bewerben wollen, sollten schnell sein! Denn es gilt das Prinzip: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Städte und Gemeinden können sich von Donnerstag, den 04.04.2019 bis Freitag, den 05.04.2019 um 17 Uhr über eine Online-Plattform für das Projekt bewerben und so einen Gutschein bekommen, mit dem sie die Hotspots bezahlen können. Wo die Internet-Hotspots installiert werden, kann jede Kommune selbst entscheiden. Die EU achtet bei ihrer Auswahl allerdings darauf, dass die Fördergelder breit über die Staaten verteilt werden.

Insgesamt werden 3.400 Gutscheine im Wert von je 15.000 Euro vergeben. Dabei ist es nicht das erste Mal, dass Bewerbungen eingereicht werden können. Bereits im letzten Jahr haben sich über 13.000 europäische Gemeinden beworben und es wurden 2.800 Gutscheine vergeben.

Kritik am Verfahren

Zu viel sollten sich Kommunen von der Ausschreibung allerdings nicht erwarten. Für Deutschland wird es bei dieser zweiten Auslobung - wie schon beim ersten Mal - voraussichtlich 15 Kommunen geben, die zum Zuge kommen. Die maximale Fördersumme beträgt 15.000 Euro. Planungskosten und diverse andere Vorbereitungen werden finanziell nicht übernommen. Insgesamt wird somit in Deutschland nur ein sehr kleiner Bruchteil der Kommunen eine Chance haben, gefördert zu werden. In den seltensten Fällen werden die 15.000 Euro für eine wirkliche gemeindeweite Abdeckung genügen. Dennoch: Erst mal pünktlich anmelden, kostet noch nichts!