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Eine Führungungsposition (Grafik
Eine Führungsposition erfordert Empathie.
© adobeStock

Leitende Mitarbeiter

Gute Führung: Beraten statt anweisen

von Dr. Ilona Benz
Gastautorin
21. Dezember 2021
Leitende Mitarbeiter in Verwaltungen und Unternehmen sind heute weniger Anweiser als vielmehr Berater. Mitarbeiter müssen zu Gestaltern ihrer Aufgaben werden, meint Ilona Benz.

Ein weiser Mann hat mir einmal gesagt, dass Führung dann gut ist, wenn die zu Führenden nicht merken, dass sie geführt werden. Darin steckt viel Wahrheit. Zugleich bedeutet dies, dass gute Führung meistens unsichtbar ist und erst auffällt, wenn sie fehlt. Hier wird die These vertreten, dass die Rolle der Führungsperson mit zunehmendem Voranschreiten des digitalen Wandels immer wichtiger werden wird. Wenn Technologie immer weiter in den Arbeitsbereich des einzelnen Mitarbeiters vordringt und diesem immer mehr Routinearbeiten abnimmt, muss der Mensch seine Rolle neben der Maschine neu definieren. Eine Führungskraft hat die Aufgabe, diesen Prozess in eigener Verantwortung aktiv zu unterstützen.

Führung: Eingreifen, wenn nötig

In diesem Sinne zählt es zu den wohl wichtigsten Aufgaben der Führungsebene, einen übergeordneten Rahmen zu entwickeln und selbst auszufüllen, der die strategische Richtung der gesamten Organisation vorgibt. Dieser Rahmen definiert Ziele, Werte und Leitplanken auf organisationaler Ebene. Kurzum: Er verleiht den individuellen Arbeitsbereichen einen Sinn, der mehr ist, als die Summe der Einzeltätigkeiten. Die Organisation gleicht in dieser Hinsicht einem Schiff, auf dem verschiedene Arbeiten verrichtet werden müssen, damit die gesamte Besatzung ihr Reiseziel erreichen kann. Dabei ist es entscheidend, dass das Schiff den Kurs auch bei Wetterkapriolen hält. Es braucht einen Kapitän, der den Kurs kennt, den Überblick behält und eingreift, wenn es die Umstände erfordern. Die einzelnen Arbeiter sind Experten für ihre jeweilige Tätigkeit. Sie arbeiten für sich, müssen aber wissen, welches Reiseziel das Schiff ansteuert.

Mehr Berater als Aufsicht

Eine gute Führungskraft kennt und hält nicht nur den Kurs, sie lebt den normativen Rahmen der Organisation. Damit sorgt sie für eine ständige Sichtbarkeit der Organisationsleitlinien und gibt Orientierung. Wenn sich der individuelle Arbeitsbereich des Mitarbeiters verändert, geben Organisationsleitlinien die Richtung für das Finden der neuen Rolle vor. Führungskräfte müssen diesem Prozess angemessenen Raum und die notwendigen Impulse geben. Sie sind in dieser Funktion mehr Berater als Aufsicht oder Anweiser. Es geht im Kern darum, von Veränderungen betroffene Mitarbeiter zu Gestaltern ihrer neuen Rolle zu machen. Im Ergebnis bedeutet gute Führung also, Menschen zu befähigen und sie handlungsfähig zu machen.

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