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  2. Straßen und Verkehr
  3. 3D-Zebrastreifen sollen Fußgänger schützen

3D-Zebrastreifen sollen Fußgänger schützen

von Rebecca Piron
Stellvertretende Chefredakteurin | KOMMUNAL
14. Februar 2018
3D-Technik soll Autofahrer zum Anhalten animieren. Statt noch einmal schnell Gas zu geben bevor ein Fußgänger kommt, sollten Autofahrer frühzeitig vor einem Zebrastreifen anhalten. Da das jedoch in vielen Fällen nicht passiert, wollen einige deutsche Städte bald einen 3D-Zebrastreifen ausprobieren. In Ísafjörður und Linz läuft das Projekt bereits.

Die weißen Balken wirken zusammen mit grauen und schwarzen Schattierungen als optische Täuschung. Fährt man auf die neu entworfenen 3D-Zebrastreifen zu, sieht es aus, als würden massive Balken auf der Straße liegen. Um nicht dagegen zu fahren, halten Autofahrer davor reflexartig an. Damit ist das Ziel der 3D-Zebrastreifen erreicht: Autofahrer sollen vor an Fußgängerüberwegen zuverlässig anhalten. Die Idee kommt aus Indien und wird dort und in China bereits an einigen Stellen umgesetzt. Mit dem isländischen Ísafjörður und dem österreichischen Linz probieren seit Ende 2017 auch die ersten europäischen Städte die 3D-Zebrastreifen aus. Einige deutsche Städte, wie Buchholz und Hamburg interessieren sich ebenfalls für die Idee. In Grevenbroich hat der Nachrichtensender n-tv die Idee schon einmal ausprobiert. Wie das aussah, sehen Sie hier.

Helfen die 3D-Zebrastreifen wirklich bei der Verkehrssicherheit?

Doch können die 3D-Zebrastreifen wirklich Raser aufhalten und Fußgänger schützen? In Tests entfalten die neuen Fußgängerüberwege zunächst exakt die gewünschte Wirkung. Auf lange Sicht gibt es jedoch einige Probleme. Zum einen berichten Ísafjörður und Linz, dass die Autofahrer sich mit der Zeit an die 3D-Täuschung gewöhnen und ihr Fahrverhalten dementsprechend verändern. Zum anderen funktioniert die optische Täuschung immer nur von einer Seite. Die 3D-Zebrastreifen sind also sinnvoll nur in Einbahnstraßen einsetzbar. Darüber hinaus funktioniert die optische Täuschung in der Nacht und bei Nässe nicht. Und auch Verkehrsforscher melden Bedenken an: Autofahrer könnten sich vor der Täuschung so erschrecken, dass sie eine Vollbremsung hinlegen und den folgenden Verkehr behindern. Eine Steigerung der Auffahrunfälle könnte die Folge sein. Deshalb hat sich der Stadtbezirksrat in Braunschweig - der ersten deutschen Stadt, die die Technik einsetzen wollte - auch gegen die 3D-Zebrastreifen entschieden. In Buchholz und Hamburg steht eine Entscheidung noch aus. Wiesbaden hat beim Land Hessen um eine Änderung der Richtlinien für Fußgängerüberwege gebeten. Denn Städte können ihre Zebrastreifen nicht nach Belieben gestalten. Richtlinien der Länder geben genau vor, was erlaubt ist und was nicht. 3D-Zebrastreifen sind in den Richtlinien bisher nicht vorgesehen.

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