Symbolbild Daten Cloud
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Digitalisierung

Mehr Effizienz dank Daten Cloud

Cloudlösungen sind in deutschen Kommunen bisher wenig verbreitet. Gerade die Diskussion um die Datensicherheit lässt viele zurückschrecken. Die Stadt Aschaffenburg ist den Weg der Cloud-Lösung gegangen. Ihr Sachgebietsleiter Herbert Krüger zeigt sich im Gastbeitrag sehr zufrieden damit.

Von den insgesamt über 400 städtischen Liegenschaften der Stadt Aschaffenburg werden rund 200 Gebäude vom Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft im Rahmen des Bauunterhaltes sowie der Haustechnik betreut. Hiervon wiederum werden rund 100 Gebäude energetisch und versorgungstechnisch (Energiekosten für Strom, Gas/Fernwärme, Wasser und Abwasser) ausgewertet.

Mit der Daten Cloud schafft die Kommune die Voraussetzung für das Energie-Monitoring

Verschiedene Faktoren, wie etwa die steigenden Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV), machen Optimierungen der versorgungstechnischen Anlagen notwendig. Mit dem Schritt in eine Daten Cloud hat die Kommune gemeinsam mit ihrem FM-Beratungshaus die Voraussetzungen geschaffen, ihr Energie Monitoring effizient umzusetzen.

Das Ziel der Stadt Aschaffenburg ist es, eine übergeordnete und wirtschaftliche Liegenschaftsverwaltung umzusetzen. Hierzu zählen natürlich auch ein energieeffizienter Betrieb und das Energiemanagement insgesamt. Die Umsetzung eines effizienten Immobilienbetriebs inklusive einer energieoptimierten Betriebsweise der Liegenschaften basiert auf einer zentralen Datenerfassung.

Um unabhängiger zu werden, entschied sich Aschaffenburg für eine Daten Cloud

Gemeinsam mit einem FM-Beratungshaus hat die Kommune darum in einem ersten Schritt die Liegenschaften an ein Netzwerk angebunden und eine übergeordnete Gebäudeleittechnik eingeführt. Im Ergebnis wäre die Stadt Aschaffenburg jedoch an bestimmte Hersteller und Systeme gebunden gewesen. Um hier unabhängiger zu werden, entschieden sich die Fachverantwortlichen in Zusammenarbeit mit ihrem Dienstleister für den Sprung in eine Daten Cloud.

Darüber hinaus profitiert die Stadt stark von der einfachen Erstellung von Energieberichten. Außerdem sinkt der Energieverbrauch."

Gleich nach Einführung der Daten Cloud wurden viele Mehrwerte sichtbar

Die Erwartungshaltung an das Projekt war hoch – und die Rechnung ging auf: Bereits kurze Zeit nach Einführung der Daten Cloud zu Beginn 2020 wurden zahlreiche Mehrwerte sichtbar, die teilweise heute schon wirken. Unter anderem lassen sich dank standardisierter Schnittstellen (API) und der zentralen Erfassung und Aufbereitung der Daten – inklusive historischer Daten von der ersten Sekunde an – schnell und unkompliziert Mehrwertdienste anbinden.

Angebunden wurden zum Beispiel ein Energiemanagement oder die Anomalieerkennung für versorgungstechnische Anlagen. Hierdurch können Investitionskosten gespart werden, da nicht für jede Liegenschaft jeweils ein eigener Mehrwertdienst erworben werden muss. In der alten, dezentralen Struktur wäre dies noch notwendig gewesen.

Zudem kann die Kommune künftig Mehrwertdienste flexibel zu- oder abschalten. Diese Flexibilität zeigt sich auch in der optionalen Einbindung weiterer Datenquellen, beispielsweise aus der Gebäudeleittechnik. Auch betriebswirtschaftlich ist der Schritt in die Cloud von Vorteil, da sich Investitionskosten aufgrund von Mietmodellen der Mehrwertdienste in Betriebskosten wandeln.

So beibt die Kommune auf dem neuesten technischen Stand

Bereits nach kurzer Zeit zeichnen sich deutliche Vorteile ab. Die Stadt Aschaffenburg kann zum Beispiel sogar Klein- und Kleinstliegenschaften an Services wie Energie- oder Störmanagement anbinden und bewirtschaften, bei denen es sich in der alten Struktur nicht gelohnt hätte. Aufgrund der niedrigen Investitionskosten können Mehrwertdienste ohne große Beschlüsse durch städtische Gremien von den zuständigen Personen aus dem Hochbauamt beauftragt und umgesetzt werden.

Das spart natürlich viel Zeit. Sollte ein gebuchter Mehrwehrdienst nicht mehr überzeugen, kann dieser schnell gekündigt und gegen einen anderen ausgetauscht werden – ohne große finanzielle Risiken. Auf diese Weise ist die Kommune immer auf dem neuesten technischen Stand.

Der Wettbewerb zwischen den Serviceanbietern wird gefördert

Ein positiver Nebeneffekt ist der steigende Wettbewerb unter den Serviceanbietern. Sie sehen in der Daten Cloud und der damit verbundenen Flexibilität der Kommunen für sich die Gefahr, bei mangelnder Performance schnell austauschbar zu sein. So etwas belebt natürlich den Markt und bringt neue Ideen und Qualitäten hervor.

Darüber hinaus profitiert die Stadt stark von der einfachen Erstellung von Energieberichten. Außerdem sinkt der Energieverbrauch. Die aufgebauten Strukturen und eingesetzten Technologien entsprechen selbstverständlich den datenschutzrechtlichen Anforderungen sowie den Anforderungen des Bayerischen Behördennetzwerks. Ohne dies wäre eine Umsetzung der zentralen Vorhaltung von Informationen aus den Liegenschaften schlichtweg nicht möglich.

Für Aschaffenburg hat sich die Daten Cloud gelohnt

Das Fazit: Verschiedene Entwicklungen und rechtliche Regularien stellen Kommunen immer wieder vor neue Herausforderungen. Der Weg in die Daten Cloud hat sich für die Stadt Aschaffenburg jetzt schon gelohnt. Auch künftig wird sie von der neu gewonnenen Flexibilität und der leichten An- und Abschaltung von Servicediensten profitieren.