Den Radverkehr fördern - So geht es!
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So fördern Sie den Radverkehr richtig!

Di, 28.08.2018

Deutschland einig Autoland – viele Kommunen stoßen längst an ihre Grenzen. Sie suchen Alternativen – vor allem der Radverkehr verspricht Entlastung. Mit ein paar Radwegen mehr und einigen neuen Ampelschaltungen ist es nicht getan – beiweitem nicht! KOMMUNAL-Praxisreport aus Karlsruhe - denn hier passiert auf dem Rad viel!

Text von Ronald Ziepke

Was für eine Gemeinde will man sein? Um die richtige Antwort zu finden, ist das nötig, was vielen Verwaltungsangestellten immer noch schwer fällt: außerhalb des eigenen Fachbereichs zu denken – vernetzt und vielschichtig, denn um Radeln zu adeln, nutzen weniger kleine Einzelmaßnahmen, sondern weitreichende Entscheidungen.

 

Zu einer lebenswerten Stadt gehört der Radverkehr

 

Ulrich Wagner vom Stadtplanungsamt in Karlsruhe beantwortet diese Schlüsselfrage so: „Wir wollen eine lebenswerte Stadt sein, in der man sich gut bewegen kann.“ Dafür muss sich auch bei sämtlichen anderen Kommunal-Themen die Frage gestellt werden: Was hat das für Konsequenzen für den Radverkehr?

Zu bedenken gilt es dabei: Verkehrs- und Infrastruktur-Konzepte wurden früher für Autos gemacht. Fußgänger und Radfahrer waren Nebensache oder sogar Störfaktoren. Heute ist das anders. Gerade im Bewusstsein junger Leute hat sich viel verändert. Je nach Weg nutzen sie Straßenbahnen, Busse, Räder oder Rent-a-car/bike-Optionen sehr flexibel. Geleitet von Apps, die Abkürzungen und Umsteigemöglichkeiten vorschlagen.

Wichtig für die Akzeptanz ist aber auch: „Radfahren muss Spaß machen“. Karlsruhe hat schon im Jahr 2005 zur Radförderung ein 20-Punkte-Programm entwickelt. Das messbare Ziel: den prozentualen Anteil der Radfahrer innerhalb von zehn Jahren von 16 auf 23 Prozent zu steigern. Das wurde erreicht. Damit alle an einem Strang ziehen, wurden von Anfang an verschiedene Gruppen eingeladen, um gemeinsam Defizite zu erarbeiten und Schwerpunkte herauszufiltern: die Verwaltung sowie alle politischen Fraktionen des Gemeinderates und eben nicht nur Radverbände, sondern auch Fußgänger, vertreten durch Seniorenverbände sowie Autoverbände wie der ADAC waren dabei.

 

Radverkehr fördern? Ja! Aber dann bitte auch die Sicherheit!

 

Ganz oben auf der Agenda: Die Sicherheit. Jede Routenplanung beginnt mit einer Unfallanalyse, basierend auf Erkenntnissen der Forschungsgesellschaft für Straßen und Verkehrswesen (FGSV) und dem Gesamtverband der Unfallversicherer. Eines der Hauptthemen dabei: Sehen und gesehen werden.  Das Ziel, die Unfälle mit Schwerverletzten um 25 Prozent zu senken, ließ sich bisher nicht erreichen. Es blieb bei etwa 80 bis 90 schweren Unfällen pro Jahr. „Die Unfallzahl ist aber auch nicht angestiegen, obwohl immer mehr Radler unterwegs sind“, beschreibt Johannes Schell vom Karlsruher Stadtplanungsamt die Relativität solcher Erhebungen.

Um das Radnetz weiter auszubauen, gibt es in der Stadt klare Ansagen.  So werden konsequent...

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