Was ist besser: Stadtbahn oder Expressbus?

Seit 54 Jahren hat Regensburg keine Straßenbahn mehr - und genauso lange wird darüber diskutiert sie wieder fahren zu lassen. Nun könnte es so weit zu sein. Doch ist die Stadtbahn besser als der Expressbus?

Zwischen 1903 und 1964 fuhr eine Straßenbahn durch das Zentrum von Regensburg. Doch in den 1960er Jahren ging der Trend in Richtung Bus und so entschied man sich auch in Regensburg die Schienen still zu legen und auf Linienbusse umzusteigen. Seither hat es immer wieder die Überlegung gegeben die Straßenbahn wiederzubeleben. Jedoch ohne Erfolg.

Nun stehen die Vorzeichen anders. Regensburg hat ein großes Problem mit seinem Straßenverkehr. Die Luftqualität der Stadt liegt deutlich unter der anderer bayerischer Städte und zu Berufsverkehrszeiten sind die Straßen regelmäßig überlastet. Kein Wunder also, dass eine Studie aus dem letzten Jahr zu dem Ergebnis kam, eine Stadtbahn sei sinnvoll und vor allem auch förderfähig. In der Studie heißt es, zwei Straßenbahnlinien, die vom Norden der Stadt durch das Zentrum führen und sich dort Richtung Süden trennen, würden die Qualität des städtischen ÖPNV deutlich verbessern. Bei einer fünf-Minuten-Taktung steigt die Zahl der täglichen ÖPNV-Nutzer, laut der Studie, um 9.000 bis 23.000 Personen. Das sind in Regensburg bis zu 15 Prozent der Einwohner.

Linienbus, Stadtbahn oder Expressbus?

Dabei hätte die Stadtbahn gleich mehrere Vorteile gegenüber der derzeitigen Busflotte: Gegenüber den Dieselbussen, die in Regensburg fahren, ist die Stadtbahn deutlich umweltfreundlicher, die Bahn hätte zudem eine doppelt so große Kapazität und sie ist unabhängig vom Stau. Diese Vorteile beziehen sich jedoch nur auf die derzeit in Regensburg fahrenden Busse. Nicht auf eine Expressbuslinie, die als Alternative im Raum steht. Auch die Expressbusse würden unabhängig vom Straßenverkehr fahren und würde man sie auf E-Mobilität ausrichten, wären sie auch nicht umweltschädlicher. Im Verhältnis zur Stadtbahn wäre die Installation von Expressbussen dagegen jedoch etwa 40 Millionen Euro günstiger. Es bliebe die Kapazität und ein weiterer wichtiger Vorteil, den die Studie aufzeigt: Ein Straßenbahnnetz sei in der Zukunft besser erweiterbar.

Parteienübergreifend ist man sich in Regensburg einig, dass die Stadtbahn eine gute Idee ist. Und eine Online-Bürgerbefragung im Februar zeigte, dass auch die Einwohner überwiegend eine Stadtbahn begrüßen würden. Ein entgültiger Beschluss ist für Mitte des Jahres angekündigt. Die Kosten für die beiden Linien lägen dann bei etwa 246 Millionen Euro. Die Studie geht davon aus, dass etwa 80 Prozent der Investition über Fördermittel von Bund und Land refinanzierbar sind. Die SPD-Fraktion hat angekündigt das Stadtbahn-Projekt bis 2030 verwirklichen zu wollen. Die Landräte haben auch eine Erweiterung der Linien in den Landkreis ins Spiel gebracht. Diese wäre jedoch zunächst nicht förderfähig.

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