Mitfahr-Apps kann man auf dem Land nutzen
Fotolia: Minerva Studio

Woran Mitfahr-Apps scheitern!

Do, 21.03.2019

Eigentlich könnte man die Mobilität im ländlichen Raum mithilfe einer Mitfahr-App verbessern. Doch: Ein Beispeil zeigt, wieso das nicht immer funktioniert

Im ländlichen Raum fahren manche Autos zu bestimmten Zeiten die exakt gleiche Route. So fahren Nachbarn beispielsweise morgens zur gleichen Zeit zum Bahnhof, zur Kita, Schule oder in die nächstgrößere Stadt. Aber für diese Strecken muss nicht jeder sein eigenes Auto nutzen, sondern kann auch auf dem Weg dorthin einen Nachbarn mitnehmen.

Diese Überlegung hatten Benjamin Schaarwächter und Martin Luge aus der Gemeinde Prötzel in Brandenburg. Die beiden kennen das Landleben und wissen, dass es Vorteile hat, wenn man sich mit seinen Nachbarn so gut vernetzt, dass mal die einen und mal die anderen die Kinder zur Schule fahren. Durch solche Kooperationen spart man nicht nur Emissionen, Fahrtkosten oder Zeit, sondern verbessert auch das nachbarschaftliche Miteinander.

Deshalb entwickelten Schaarwächter und Luge die Idee für eine Mitfahr-App namens "pampa". Mit ihr sollen Familien, Berufstätige, junge und ältere Menschen Wege teilen, die sie bisher einzeln im PKW gefahren sind.

 

Finanzielle Unterstützung für die Mitfahr-App

 

Teilen statt Kaufen - Auf eine gute Nachbarschaft

Die Gemeinde Prötzel und das Amt Barnim-Oderbruch halfen bei der Umsetzung als Antragsteller und akquierierten Gelder für die Mitfahr-App mittels des Förderprogrammes "Kurze Wege für den Klimaschutz" aus der Nationalen Klimaschutzinitiative.

Die App "pampa" ist einfach zu bedienen: Die Ziele, wie etwa der Bahnhof, die Kita oder das Krankenhaus sind bereits eingespeichert.  Und eine Chat-Funktion ermöglicht den direkten Kontakt.

Und obwohl "pampa" Menschen in ganz Deutschland dazu animieren könnte, ihr Auto mit anderen Menschen zu teilen, gibt es die Mitfahr-App nur in der Region Brandenburg. Dennoch signalisieren andere Bundesländer bereits ihr Interesse.

 

Läuft doch gut, könnte man meinen. Denn immerhin wurde die App schon ein paar hundert Mal heruntergeladen. Allerdings bleibt die Zahl der angebotenen Fahrten noch immer gering. Doch woran liegt das, wenn anscheinend großes Interesse besteht? Schaarwächter und Luge haben eine Vermutung: Laut ihnen dauert der Lernprozess länger, weil die Angewohnheit, einfach alleine ins Auto zu steigen und loszufahren, zu stark ist.

Dennoch sehen die beiden die Zukunft keinesfalls negativ, sondern positiv: Das bundesweit große Interesse an der Mitfahr-App ist für sie ein Beweis, dass die Bereitschaft zum Teilen immer größer wird.

 

Bessere Mobilität mithilfe von Mitfahr-Apps
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