Das Beschaffungswesen macht Kommunen immer mehr zu schaffen
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Das Beschaffungswesen macht Kommunen immer mehr zu schaffen

Kommunales Beschaffungswesen wird immer komplexer

Keine Frage - die Nachhaltigkeit im Beschaffungsprozess ist das große Thema in Kommunen in den vergangenen Jahren. Laut Studie befindet sich das Beschaffungswesen im Umbruch. Umweltfragen sind inzwischen für zwei von drei Kommunen ein wichtiges Thema dabei.

Am deutlichsten und teuersten ist das Thema in diesen Tagen beim Thema ÖPNV zu sehen. Das EU-Parlament will mehr emissionsfreie Fahrzeuge im öffentlichen Nahverkehr durchsetzen. Darum will es verbindliche Quoten beschließen. Heißt konkret: Kommunen müssen bald auf sauberere Busse umsteigen. Das verursacht hohe Kosten. 

Derweil hat der Umweltgedanke im Kleinen lange begonnen. Im Beschaffungswesen spielen seit mindestens fünf Jahren Nachhaltigkeitsaspekte eine immer größere Rolle. Schon im Jahr 2015 ergab eine Umfrage unter mehr als 100 Städten, dass ein Umdenken bei der Beschaffung in Richtung Nachhaltigkeit begonnen hat. Zwar dominiert demnach immer noch der ökonomische Aspekt als zentraler Faktor der Beschaffungsentscheidungen, doch finden ökologische und soziale Standards vor allem in größeren Städten und Landkreisen immer mehr Beachtung. Auf die Frage: "Berücksichtigen Sie in ihrer Kommune bei Ausschreibungen Umweltkriterien" antwortet jede fünfte Kommune mit "immer", weitere 40 Prozent nennen "häufig" als ihre Antwort. Bei Arbeits- und Sozialstandards liegt die Zahl der Antworten noch deutlich höher. 57 Prozent antworteten hier mit "immer". 

Sichtbar wird das auch bei dem Versuch vieler Kommunen, den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat in ihren Kommunen nicht mehr einzusetzen. Zwar ist unklar, ob dieser gesundheitsschädigend ist (die Weltgesundheitsorganisation etwa stuft es als ungefährlich ein), trotzdem haben viele Kommunen ein ungutes Gefühl dabei und verbannen es. Ersatzmittel sind aber häufig teurer und weniger effektiv. 

 

Umweltfreundliches Büro dank gutem Beschaffungswesen

 

Die Stadt Erlangen etwa hat gerade erst einen Preis als "umweltfreundlichstes Büro" eingeheimst. Auf der Webseite veröffentlicht die Stadt etwa ganz konkrete Tipps, um im Büro zur Umweltentlastung beizutragen. Dort heißt es: 

Sie können auch im Büro: Abfälle trennen und vermeiden, Umweltfreundliche Produkte verwenden, Energie sparen und gibt einen ganzen Leitfaden mit an die Hand.

 

Konkrete Tipps: so machen Sie ihr Büro umweltfreundlicher 

 

Wir haben verschiedene Tipps für Sie zusammengefasst, was auch Sie in ihrer Verwaltung einfach umsetzen können

 

1. Papier wiederverwenden 
Gerade Handzettel etc. lassen sich gut beidseitig beschreiben 

2. Weniger drucken
Ein riesiges Problem in allen Büros - muss wirklich jeder Newsletter, jede Webseite etc. ausgedruckt werden oder reicht evtl. auch ein Link für die Kollegen? 

3. Rolläden statt Klimaanlage
oft lässt sich im Büro einfach eine Rollade anbringen oder ein sonstiger Schutz. Nicht immer muss sofort die Klimaanlage auf Hochtouren laufen

4. Stecker raus
Nach Feierabend sollte der Computer komplett ausgeschaltet werden. Auch viele Geräte auf Standby können komplett vom Strom getrennt werden. 

5. Videotelefonie statt Dienstreise 
Die Zahl der Dienstreisen oder Fahrten zu anderen Standorten nimmt immer mehr zu. Dabei könnten viele Gespräche auch per Videochat geführt werden - sogar mit geringerem Zeitaufwand. 

 

Kernproblem: Das Vergaberecht 

 

Was im kleinen wirkt, wird spätestens bei der professionellen Beschaffung durch die Abteilung teils zum Problem. Denn es gibt ja das Vergaberecht. Es umfasst alle Regeln und Vorschriften, die öffentliche Einrichtungen beachten müssen, wenn sie Güter und Dienstleistungen einkaufen. Ziel der Regelungen ist ein wirtschaftlicher Einkauf der Behörden, der durch Wettbewerb sichergestellt werden soll. Das Vergaberecht ermöglicht aber sehr wohl, nicht nur das "günstigste", sondern das "wirtschaftlichste" Angebot zu wählen - sprich, auch Kriterien wie Umweltschutz mit einfließen zu lassen. 

Im Grundsatz gilt für "kleinere Einkäufe": Die Kommune benötigt 3 Angebote. 

Einen besonderen Service liefert seit dem 25. April 2019 auch ein neuer Marktplatz für Kommunen an. 
Unter www.kommunalbeschaffung.de. Der Marktplatz für Kommunen gehört zur Zimper Media GmbH, in der auch diese Internet-Seite sowie unser Printmagazin KOMMUNAL erscheinen. Auf der Webseite können Kommunen rechtssicher Produkte auswählen. Sie erhalten Hilfen beim Vergleich der Angebote, um auf diese Weise bei der Bestellung das wirtschaftlichste Angebot herauszusuchen. Alle Unterlagen können für die Ablage gespeichert erden. Die Webseite liefert zudem weitere Hintergründe und Informationen rund um das Beschaffungswesen. 

 

 

 

 

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