Eine Studie zeigt, dass Kommunen ihre offenen Stellen besser vermarkten könnten.

Kommunen haben miese Karriere-Websites!

Mi, 14.03.2018

Kommunen schöpfen laut einer Studie nicht die vollen Potentiale aus - wenn es um den Gewinn neuer Mitarbeiter geht. Woran das liegt und was Verbesserungsvorschläge sein könnten, lesen Sie hier!

Eine neue Studie hat die Karrierewebsiten von 100 deutschen Städten untersucht. Das Ergebnis: Viele Websiten sind benutzerunfreundlich. Die Potentiale neue Bewerber für sich zu gewinnen, bleiben ungenutzt. Und das, obwohl viele Kommunen auf der Suche nach qualifizierten Bewerbern sind. Für die Studie von index Research, einem Unternehmen, das sich auf Personalmarktforschung spezialisiert hat, wurden 100 Karrierewebsiten von Kommunen anhand von 85 Kriterien analysiert und bewertet. Im Durchscnitt erreichten die Websiten der Kommunen nicht einmal die Hälfte der möglichen Gesamtpunktzahl. In einer Kategorie jedoch - dem Zugang - wurde durchschnittlich mehr als die Hälfte der möglichen Punkte erreicht. Besonders auffällig: Die Gewinner und Verlierer der einzelnen Kategorien liegen extrem weit auseinander. Während die Gewinner in fast allen Kategorien mehr als drei Viertel der möglichen Punkte erreichen, schaffen die Verlierer nicht mal in einer der Kategorien mehr als ein Viertel der Punkte.

Doch wieso erreichen so viele Kommunen nicht die volle Punktzahl?

Nur zehn Prozent der Kommunen bieten die Möglichkeit, einen Bewerbungsnewsletter zu abonnieren. Und obwohl Karriere-Messen eine gute Möglichkeit sind, mit Interessenten in Kontakt zu kommen, weisen nur 35 Prozent der untersuchten Kommunen auf solche Veranstaltungen hin. Auf vielen Websites gelangt man außerdem erst über mehrere Klicks auf die Stellenausschreibung. Eine Suchoption, wie man sie etwa von anderen Online-Jobbörsen kennt? Fehlanzeige!

Doch wie wichtig ist eine gute Homepage wirklich?

Heutzutage gibt es mehrere Möglichkeiten, um einen Job zu vermarkten: in der Lokalzeitung, in der Tageszeitung, auf Social Media, auf Portalen wie meinestadt.de oder der Seite des Bundesverwaltungsamts. Doch all die Werbemaßnahmen sollten im besten Fall auf EINE Karrierewebsite verweisen. Auf dieser hat die Kommune die Möglichkeit, sich so ausführlich darzustellen, dass beim Bewerber gar keine Fragen mehr offen bleiben. Denn jeder, der sich schon einmal auf einen Job beworben hat, weiß, was für Fragen sich automatisch stellen: ->Wer ist mein Arbeitgeber? -> Was sind die Leistungen? -> Wie hoch sind die Entwicklungschancen? -> Wovon hängt die Befristung ab? Die Stadt Hamburg hat verstanden, wie wichtig es ist, sich als attraktiven Arbeitgeber zu präsentieren und beweist auf ihrer Homepage, wie modern eine Stadt als Arbeitgeber sein kann. Hier wird aufgeklärt über aktuelle Stellenausschreibungen, Ausbildungs-, Praktika- und Studienmöglichkeiten. Die Stellenangebote können nicht nur über eine Suchfunktion aufgerufen werden, sondern weisen auch auf die Vorteile des Öffentlichen Dienstes hin: die Sicherheit und die häufig unbefristete Einstellung.

Was können Kommunen von anderen Unternehmen lernen?

Gute Karrierewebsiten sprechen ihre Zielgruppen ( Schüler, Studenten, Absolventen, Berufserfahrene) möglichst früh differenziert an und gehen näher darauf ein, was sie den einzelnen Gruppen bieten. Der Aufbau guter Karriereseite ist häufig gleich: Der Einstieg ist meist emotional und voller Bilder und soll die Bewerber emotional an das Unternehmen binden. Mit jedem weiteren Klick aber nimmt der sachliche, also der informative Anteil zu. Das Angebot soll überzeugen und den Bewerber zum Handeln, also zur Kontaktaufnahme bewegen. Die Initiative Fachkräfte rät, am Ende jeder Ausschreibung einen Ansprechpartner zu nennen und ein kleines Profilbild von ihm beizufügen, weil das die Hemmungen bei der Kontaktaufnahme senken soll.

Aber: Wie teuer ist eine Umstrukturierung der Seite eigentlich?

Nicht immer ist der Umbau der Homepage mit horrenden Kosten verbunden. Denn die Angebote reichen von günstigen out-of-the-box-Lösungen bis hin zur individuellen Programmierung von Profis. Und ein weiterer Vorteil winkt: Der Arbeitsaufwand der Verwaltungsmitarbeiter reduziert sich, wenn Bewerbungen nicht erst an verschiedenen Stellen gesammelt werden müssen und nicht erst durch andere Kollegen "weitergeleitet" werden müssen. Sondern stattdessen direkt bei den dafür zuständige Person ankommen... P.S.: Sind auch Sie auf der Suche nach einem neuen Job? Dann schauen Sie doch mal in unseren Stellenmarkt rein. Wer weiß, vielleicht ist ja auch Ihr Traumjob dabei?

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