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Kampf gegen Glatteis - von Gurkenwasser bis zu Mikrokapseln im Asphalt - was es schon gibt
Kampf gegen Glatteis - von Gurkenwasser bis zu Mikrokapseln im Asphalt - was es schon gibt
© fotolia

Mobilität

Neuer Straßenbelag soll Glatteis verhindern

von Christian Erhardt-Maciejewski
Chefredakteur | KOMMUNAL
16. November 2023
Es ist Dezember, die Zeit der Schneefahrzeuge hat begonnen. Möglicherweise muss das künftig nicht mehr sein. Ein neuer Straßenbelag macht es möglich – und wurde schon erprobt.

Wenn es glatt wird auf den Straßen, sind Verkehrsunfälle vorprogrammiert. Kommunen verpflichten ihre Anwohner zum Beräumen oder zum Streuen der Gehwege. Nicht so in Reykjavik. In der Isländischen Hauptstadt werden viele Straßen und Bürgersteige mit Geothermie beheizt. Das Ergebnis: Sie bleiben eisfrei. Und das nachhaltig. Anders als beim Streuen, wo nach einiger Zeit doch erneut Schnee und Eis liegen, passiert das auf diesen Straßen nicht. Und auch die Kritiker von Salz freut es, können Natrium- und Chloridionen, die in den Boden kommen, doch Schäden an Pflanzen verursachen.

Genau darum hat sich die University of Science and Technology in Shijiazhuang eine Alternative überlegt: Es hat einen Zusatzstoff für den Asphalt entwickelt, der Streuen überflüssig macht. Zuerst hat die Fachzeitschrift ACS Omega darüber berichtet.

Kein Glatteis dank Mikrokapseln im Asphalt 

Demnach handelt es sich um ein Salz auf Acetatbasis, das keine Chloride enthält. Das Salz hat das Team mit einem Tensid, mit Siliziumdioxid, Natriumbicarbonat sowie Hochofenschlacke zu einem Pulver vermischt. Partikel des Pulvers wurden mit einer Polymerlösung überzogen, wodurch Mikrokapseln entstehen. Genau diese Mikrokapseln wurden in den Asphalt hineingemischt.

Der Straßenbelag setzt dann die Kapseln sehr langsam frei - bei einem fünf Zentimeter dicken Belag soll das sieben bis acht Jahre lang der Fall sein. Für einen Test wurde ein Stück einer Autobahnabfahrt mit diesem Belag asphaltiert. Dabei zeigte sich, dass Wasser dort erst bei Temperaturen von etwa 20 Grad unter Null gefror. Schnee, der darauf fiel, taute sofort.

Von Gurkenwasser und anderen Tinkturen im Kampf gegen Glatteis 

Ähnliche Versuche gibt es in Deutschland noch nicht – hier allerdings machte schon vor einigen Jahren Gurkenwasser Furore. Im niederbayerischen Dingolfing und Umgebung gibt es die besondere Kooperation mit einem Unternehmen aus der Senf- und Feinkostbranche. Salzwasser aus der Produktion von Gewürzgurken wird noch einmal aufbereitet und in den Straßenmeistereien für den Winterdienst eingesetzt. Ähnlich laufen seit mehreren Jahren ergolgreiche Aktionen in den USA und Kanada – dort wird dem Salz Rübensirup oder Rote-Beete-Saft beigefügt. Das Gemisch haftet und wirkt länger, besonders bei tiefen Temperaturen. Der Salzanteil liegt bei der Mischung nur noch bei gut 20 Prozent.

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