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  3. Öffentlicher Dienst: Depressionen weit verbreitet
öffentlicher Dienst Mitarbeiter haben Depressionen
© Fotolia

Öffentlicher Dienst: Depressionen weit verbreitet

31. Juli 2019
Die Zahl der Krankschreibungen wegen psychischen Problemen hat massiv zugenommen. Besonders betroffen ist der Öffentliche Dienst.

Während vor 40 jahren nur eine von fünfzig Krankschreibungen auf mentale Probleme entfiel, ist es heute jede sechste.

Der häufigste Fehlgrund für Arbeitnehmer sind Depressionen. Neben den Krankschreibungen aufgrund von Depressionen haben auch die Fehlzeiten wegen Anpassungsstörungen rasant zugenommen. Seit dem Jahr 2000 haben sie sich verdreifacht! Auch die Zahl der Burn-Outs sind im letzten Jahr leicht angestiegen. Betroffen sind vor allem Arbeitnehmerinnen über 60 Jahre mit langfristiger Erschöpfung. Das zeigt der Psychoreport 2019 der DAK-Gesundheit. Bei dem Report handelt es sich um eine Langzeit-Analyse für das IGES Institut, für die die Daten von 2,5 Millionen erwerbstätigen Versicherten ausgewertet wurden.

Laut dem Report erreichten die Krankschreibungen wegen psychischen Leiden im Jahr 2017 ihren Höchstwert. Im Jahr darauf gingen sie um 5,6 Prozent wieder zurück auf 236 Fehltage pro 100 Versicherte. Bei den häufigsten Krannkheitsarten landen psychische Probleme auf den dritten Platz. Auf Platz eins und zwei liegen orthopädische Probleme und Atemwegserkrankungen.

Depressionen: Der Öffentliche Dienst ist besonders betroffen

Auffällig ist, dass es insbesondere in den Branchen Öffentliche Verwaltung und Gesundheitswesen viele Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen gibt. Während der Durchschnitt in allen Branchen bei 236 Fehltagen liegt, kommt die Öffentliche Verwaltung bei 100 Beschäftigten im Jahr 2018 auf 358 Fehltage. Im Gesundheitswegen waren es 321.

Unklar ist, woran es liegt, dass die Fehlzeiten in der Öffentlichen Verwaltung so hoch sind. Zwar ist bekannt, dass Unterbesetzungen ein großes Problem sind. Doch es lässt sich nicht abschließend sagen, ob die Fehltage aufgrund hoher Belastungen so hoch sind oder ob die Mitarbeiter offener mit ihren Problemen umgehen.

Was ist die Ursache für die vielen Fehltage aufgrund psychischer Probleme?

DAK-Vorstandschef Andreas Storm begründet die steigenden Fehltage wegen psychischen Leiden mit einer veränderten Wahrnehmung. Vor zwanzig Jahren lag die Hemmschwelle hoch, sich einem Arzt anzuvertrauen. Die Angst davor, stigmatisiert zu werden, war stets da. "Heutzutage sind psychische Probleme vor allem beim Arzt-Patienten-Gespräch kein Tabu mehr. Deshalb wird auch bei Krankschreibungen offener damit umgegangen."

Manch andere Experten vermuten jedoch, dass es in allen Branchen Mitarbeiter gibt, die versuchen, Krankschreibungen zu missbrauchen und vorgeben, psychisch krank zu sein. Im Gegensatz zu anderen Erkrankungen dauert die Rückkehr zum Arbeitsplatz bei psychischen Leiden rund dreimal länger. Auch deshalb sind regelmäßige Gespräche mit Mitarbeitern und Verständnis für das Krankheitsbild wichtig. "Arbeitgeber müssen psychische Belastungen und Probleme aus der Tabuzone holen und ihren Mitarbeitern Hilfe anbieten", schließt Storm ab.

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