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  1. Praxis
  2. Arbeiten im Öffentlichen Dienst
  3. Personalmangel behindert kommunale Bauvorhaben
Durch den Personalmangel werden Bauvorhaben ausgebremst.
© Rainer Fuhrmann

Personalmangel behindert kommunale Bauvorhaben

von Rebecca Piron
Stellvertretende Chefredakteurin | KOMMUNAL
22. Oktober 2019
Die Baubranche ist überlastet und stellt häufig schlechter bezahlte kommunale Bauvorhaben hinten an. Das ist aber nur eine Seite der Medaille. Der Personalmangel in den Bau- und Planungsämtern drücken ebenfalls auf die Bremse. Ewige Baustellen und unsanierte Gebäude und Straßen sind das Resultat.

Die kommunalen Landesverbände in Baden-Württemberg schlagen Alarm: Immer mehr Bauvorhaben ziehen sich in die Länge oder scheitern ganz, sagen sie gegenüber der Deutschen Presseagentur. Das liegt an der Überlastung der Baubetriebe, jedoch auch am Personalmangel in den Kommunalverwaltungen. Eine Pensionierungswelle werde die Situation in naher Zukunft noch verschärfen. Besonders die Bau- und Planungsämter sind betroffen. Der Konkurrenzdruck sei durch die boomende Bauwirtschaft enorm gestiegen. Die seien derzeit nicht konkurrezfähig. Deshalb gingen Investitionen in Milliardenhöhe für Schulen, Kitas oder auch Straßen nur schleppend voran. Um die technischen Stellen in der Verwaltung besetzen zu können, stellen die Kommunen im Südwesten derzeit auch Techniker ohne Hochschulabschluss ein. Bei großen Bauvorhaben lagern sie die Planungsverfahren häufig aus.

Der Arbeitsplatz der Zukunft

Ulrich Silberbach von der Komba im Interview über neue Anreize und zukünftige Arbeitsbedingungen.
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Öffentlicher Dienst muss die Work-Life-Balance verbessern

Auch Ulrich Silberbach, Vorsitzender des dbb Beamtenbund und Tarifunion, sieht massiven Handlungsbedarf. Nicht nur in den Bau- und Planungsämter herrsche Personalmangel. Besonders groß sei das Problem in Ostdeutschland, sagt Silberbach im Interview mit der Augsburger Allgemeinen Zeitung. Verwaltungsmitarbeiter verdienen dort weniger als in Westdeutschland. Je nach Besoldungsstufe liegen die Unterschiede bei bis zu 400 Euro im Monat. Deshalb ziehen Verwaltungsmitarbeiter häufig in die angrenzenden Bundesländer Niedersachsen und Hessen um. Silberbach fordert deshalb eine Angleichung der Gehälter zwischen Ost und West. Damit sei es jedoch nicht getan. Denn der öffentliche Dienst tue sich in ganz Deutschland schwer qualifiziertes Personal zu finden. Neben einer besseren Bezahlung müsse auch mit einer guten Work-Life-Balance geworben werden. Es müsse bessere Konzepte geben, um Beruf und Familie, Beruf und Pflege, Beruf und Ehrenamt und Beruf und Freizeit besser vereinbaren zu können. "Außerdem müssen wir stärker an die gesellschaftliche Verantwortung appellieren, nach dem Motto: Du arbeitest für das Gemeinwohl, für unser Land", so Silberbach.

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