Russlands Diktator Putin hat eine internationale Fahndungsliste mit "gesuchten Schwerverbrechern" erstellt - darunter auch ein Kommunalpolitiker aus Deutschland
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Angeblicher Verbrecher

Regime-Feind: Deutscher Kommunalpolitiker auf Putins Fahndungsliste

Michael Rubin ist 51 Jahre alt und saß im Ortsbeirat der Stadt Frankfurt am Main. Gleichzeitig engagiert er sich gegen die Diktatur von Machthaber Alexander Lukaschenko in Belarus. Das hat offenbar gereicht, um auf die Fahndungsliste von Russlands Diktator Wladimir Putin zu kommen. In der Datenbank des russischen Innenministeriums ist Michael Rubin mit Namen, Geburtsort und Geburtsdatum sowie mit Foto gelistet. Dazu heißt es: "Achtung, gesucht" Er ist als "besonders gefährlicher gesuchter Verbrecher" eingestuft.

Auf der Fahndungsliste von Russlands Diktator Putin stehen vor allem Namen prominenter Regierungschefs wie etwa Estlands Regierungs-Chefin Kaja Kallas. Außerdem die Namen ausländischer Kämpfer der ukrainischen Armee. Auch eine Reihe deutscher Persönlichkeiten ist auf der Feindes-Liste zu finden. So etwa Bertram Schmitt, früher Richter am Bundesgerichtshof und seit 2015 Richter am internationalen Strafgerichtshof. Und auch Journalisten und Persönlichkeiten, die Russlands Regierung als Staatsfeinde betrachtet, sind aufgelistet. Unter dieser Rubrik muss wohl auch Michael Rubin auf die Fahndungsliste gekommen sein.

Michael Rubin setzt sich für Oppositionelle in Russland ein (Bild: Facebook)
Michael Rubin setzt sich für Oppositionelle in Russland ein (Bild: Facebook)

Wie der Kommunalpolitiker selbst herausfand, dass er auf der Fahndungsliste steht 

Rubin hat selbst herausgefunden, dass Moskau ihn auf die Liste der Regime-Feinde gesetzt hat. Das berichtet er heute der Bild-Zeitung. Warum er auf der Liste steht, darüber könne er nur rätseln, sein "Verbrechen" sei ihm unklar. Er könne nur Vermutungen anstellen, da offiziell kein Strafverfahren gegen ihn eingeleitet wurde. Zumindest sei er darüber bisher nicht informiert worden. 

Doch der Bild-Zeitung gibt er auch einen Einblick in seine sonstigen Aktivitäten, außerhalb der Kommunalpolitik für die Liberalen. So verfasste Michael Rubin offene Briefe, um in Russland inhaftierte Politiker zu unterstützen, setzte sich außerdem gegen pro-russische Auto-Korsos in Frankfurt ein und organisierte Mahnwachen für den ermordeten Putin-Gegner Boris Nemtsow. 

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Wie der Kommunalpolitiker mit der Situation umgeht 

Er habe zwar keine Angst, werde sich seine Reiseziele künftig aber vorsichtiger aussuchen und Flugrouten kritisch analysieren, so Michael Rubin im Gespräch mit der Bild-Zeitung. Aufgeben will er seinen Kampf gegen das Putin-Regime aber nicht. Im Gegenteil: Er werde noch entschlossener kämpfen, "das schulde ich, son sicheren deutschen Boden aus, auch den tausenden politisch Gefangenen in Russland und Belarus", so der Frankfurter.