Restmüllsparen leicht gemacht

Wie kann der Müll reduziert werden? Das Wiegen des Restmülls scheint erfolgreich und spart - jüngstes Beispiel: Saarbrücken

In vielen Kommunen wird der Müll alle 2 Wochen abgeholt - egal wie voll die Tonne ist, der Bürger zahlt immer gleich viel. Immer mehr Regionen ändern das. So gibt es in Oberhavel in Brandenburg seit Jahren einen Chip in der Mülltonne - der Anwohner zahlt pro Abholung und wird so zum Müllsparen animiert. Die Müllgebühren gehören zu den günstigsten in ganz Deutschland.
Noch einen Schritt weiter ist Saarbrücken gegangen. Dort wird der Müll seit Anfang des Jahres gewogen - nun zieht der Umweltdezernent eine positive Bilanz.
Seit Einführung der Müllverwiegung am 1. Januar 2011 sind in der Landeshauptstadt Saarbrücken die Restmüllmengen um 27 Prozent gesunken. 2010 sind rund 39.400 Tonnen Hausabfall aus den Saarbrücker Mülltonnen in der Verbrennungsanlage Velsen gelandet. Im Jahr 2014 sind dort nur noch rund 28.500 Tonnen verbrannt worden.
„Mit dieser positiven Entwicklung bestätigt sich, dass die Einführung der Müllverwiegung für Saarbrücken die richtige Entscheidung war. Damit werden ebenfalls Bedenken widerlegt, die das Wiegen des Hausmülls in einer Großstadt wie Saarbrücken nicht für möglich gehalten haben. Denn bis dahin lagen deutschlandweit nur Erfahrungen aus kleineren Städten vor“, sagt Umweltdezernent Thomas Brück.
Saarbrücker trennen mehr Müll
„Die Saarbrücker haben die Möglichkeit genutzt, durch ihr Entsorgungsverhalten Geld zu sparen und gleichzeitig die Umwelt zu schonen. Seit Einführung der Abfallverwiegung trennen sie erheblich mehr Müll. Das belegen die gestiegenen Mengen von eingesammelten Wertstoffen wie Glas, Papier und Verpackungen“, erklärt der Werkleiter des Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetriebes (ZKE), Bernd Selzner. „Der Anstieg von Restmüll, den man teilweise als wilden Müll oder auch in Papierkörben wiederfindet, bewegt sich im Promillebereich des gesamten Saarbrücker Abfallaufkommens und stellt somit nach wie vor kein ernsthaftes Problem dar“, ergänzt Selzner.
Umweltdezernent Brück zieht deshalb eine positive Bilanz: „Wir leben in einer Zeit zunehmender Rohstoffverknappung. Die Einführung des verursachergerechten Abfallgebührensystems hat die Abfallmengen in Saarbrücken erheblich reduziert. Mehr Wertstoffe werden in den Recyclingkreislauf zurückgeführt. Die Einführung der Müllverwiegung kann deshalb nur als Erfolg für die Umwelt, das Saarland und für Saarbrücken gewertet werden.“

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