Sicherheit im ÖPNV

Sicherheit im ÖPNV: Immer mehr Städte rüsten auf!

Mi, 05.12.2018

Immer mehr Verkehrsbetriebe melden Übergriffe auf Mitarbeiter - weshalb Städte ihr Personal mit schuss- und stichfesten Westen und Busse mit speziellen Sicherheitskabinen ausstatten

Sie werden bespuckt, beleidigt, bedroht oder überfallen: Busfahrer sind einem hohen Risiko ausgesetzt.

Die Vestischen Straßenbahnen, die im Kreis Recklinghausen, Bottrop und Gelsenkirchen fahren, haben eine steigende Anzahl von Übergriffen verzeichnet - und reagieren darauf mit extra Sicherheitspersonal. Dieses ist seit seit Samstag, dem 1.12.2018 am Wochenende und vor Feiertagen am Abend in den Bussen unterwegs. 

Das Personal ist in 2er-Teams unterwegs und soll Konflikte entschärfen und Fahrgästen sowie Busfahrern das Gefühl vermitteln, dass sie sicher sind.

Über die Leitstelle erfahren die Mitarbeiter des Sicherheitsunternehmens, wo besonders viel los ist. Bei dem neuen Sicherheitskonzept handelt es sich um einen Modellversuch, der vorerst zwei Jahre lang dauert und wissenschaftlich begleitet wird. 

Da es im Mai so viele Zwischenfälle gab, haben die Vestischen die Fahrerkabinen der neuen Busse nun sogar mit speziellen Sicherheitstüren ausgestattet.

 

ÖPNV: Auch in anderen Städten ist Sicherheitspersonal unterwegs

 

In Dortmund ist Sicherheitspersonal in den Nachtbussen keine Neuigkeit - bereits seit zehn Jahren fahren zwei Sicherheitsmitarbeiter in jedem einzelnen Nachtbus mit.

In der norddeutschen Hafenstadt Hamburg sollen 350 speziell ausgebildete Fachkräfte für Sicherheit und Ordnung im ÖPNV sorgen. Doch: Sie sind nicht nur im Notfall da, sondern können auch weitere Fragen zu Fahrtickets oder Verbindungen beantworten.

In der nordrhein-westfälischen Stadt Essen wurden im vorletzten Jahr über 50 Angriffe auf Busfahrer gemeldet, weshalb die Verkehrsbetriebe nur noch Busse mit Spezial-Scheiben einkaufen.

In Frankfurt am Main geht es ebenfalls nicht mehr ohne: Nach 21 Uhr fährt im ersten S-Bahn Wagen immer ein Sicherheitsmitarbeiter mit.

 

In Berlin tragen die BVG-Mitarbeiter Schuss- und stichsichere Westen

 

In der Stadt, in der es die meisten Einwohner gibt, scheint es auch ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis zu geben: Im Jahr 2016 gab es 555 Übergriffe auf Mitarbeiter der Berliner Verkehrsbetriebe (BVH), von denen 67 eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen zur Folge hatte.

Um sich vor weiteren Anschlägen zu schützen, hatte sich das Personal Schlagstöcke sowie kugel-und stichfeste Westen gewünscht.

An einigen Bahnhöfen setzt das Unternehmen auch eigenes Sicherheitspersonal ein, wie etwa dem S- und U-Bahnhof Alexanderplatz, der nach den tödlichen Prügelattacken auf den Jungen Jonny K. deutschlandweit bekannt wurde.

Nun hat das Meinungsinstitut Forsa die Hauptstädter gefragt, ob sie sich mehr Videoüberwachung wünschen.

Das Ergebnis: Eine große Mehrheit von 83 Prozent wünscht sich eine Überwachung im ÖPNV und auf zentralen Plätzen, wie Bahnhöfen oder Stadien. Nur 13 Prozent finden, dass die Überwachung zu stark in die Privatsphäre eingreift.

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