Verwarngeld Einzelhandel
In Köln kann die Verwarnung nun beim Einkauf beglichen werden.
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Verwarngeld

Kölner können Knöllchen an der Kasse bezahlen

Die Domstadt hat ein neues Pilotprojekt angestoßen. Ab sofort können die Stadtbewohner ihre Verwarngelder für Parkverstöße im Supermarkt begleichen. Köln möchte damit den Alltag der Bürger erleichtern. Was für die einen ein weiterer Schritt Richtung Digitalisierung ist, stößt bei anderen auf Kritik.

In Köln können Parksünder ihre Knöllchen ab sofort im Einzelhandel an der Kasse bezahlen. Dafür erhalten Falschparker zu ihrem Anhörungsschreiben einen Zahlschein mit Barcode, der an einen Pfandbon erinnern soll. Dieser wird dann ganz einfach an der Kasse vorgezeigt und gescannt. Anschließend wird das Verwarngeld bezahlt. Für das Personal an der Kasse soll nicht ersichtlich sein,  worum es konkret geht. Das Verfahren sei weitgehend anonymisiert, betont die Stadt Köln. Das Pilotprojekt läuft vorerst für ein Jahr.

Köln will mit neuem Verfahren den Alltag erleichtern

Für Stadtkämmerin Dörte Diemert handelt es sich um einen bürgerorientierten Ansatz, über den sie sich sehr freut. „Für die Bürgerinnen und Bürger stellt die Möglichkeit zum Barzahlen eines Verwarngeldes im Supermarkt eine praktische Erleichterung im Alltag dar“, sagte sie. Durch das Bezahlen an der Kasse, das nun auch in bar möglich ist, kann auf eine umständliche Überweisung verzichtet werden. Zum Begleichen des Verwarngelds bleibt Falschparkern eine Woche.

Die neue Bequemlichkeit fürs Verwarngeld stößt auch auf Kritik

Es gibt aber auch Kritik an dem neuen Verfahren. So schreibt eine Initiative, die sich für sicheres Fahrradfahren für Kinder in Städten einsetzt, auf Twitter: „Parkverstöße werden aus Ignoranz und Bequemlichkeit gemacht.“ Dass nun ausgerechnet die Bezahlung eines Verwarngelds auch noch erleichtert wird, stößt dort auf Unverständnis.

Wer wird von dem neuen Verfahren profitieren?

Auffällig ist, dass bisher vor allem große Supermarktketten von dem neuen Verfahren profitieren. Schließlich könnten sich Kunden womöglich eher für den Supermarkt entscheiden, in dem sie Einkauf und Verwarngeld erledigen - also zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen können. Inwieweit auch kleinere Händler, zum Beispiel im lokalen Einzelhandel, durch das neue Verfahren vielleicht sogar gestärkt werden könnten, bleibt abzuwarten. Für Kommunen kann es sich lohnen, hier erste Erfahrungen zu sammeln.