Wasserpreise: Wie bleiben sie stabil?
Feuchttücher treiben Wasserpreise in die Höhe
Die Aktion der Wasserbetriebe kommt nicht von ungefähr.Die sogenannte „Entfernung von Spurenstoffen“ kann zu Kostensteigerungen von bis zu 30 Prozent führen. Diese Zahl nannten in einer Umfrage immerhin zwei von drei Trinkwasserversorgern in Deutschland. Allein das Thema Feuchttücher kostet die Abwasserbetriebe in Köln pro Jahr nach eigenen Angaben rund 500.000 Euro zusätzlich – nur für die Reinigung der Pumpen.
Geld, das am Ende die Kunden über die Wasserpreise mitzahlen müssen. Und genau hier beginnt das politische Ärgernis. Für steigende Wasserpreise werden häufig die Kommunalpolitiker vor Ort verantwortlich gemacht. Unverständlich ist für viele vor allem, dass Preise steigen, obwohl die genutzte Wassermenge sinkt. Die Erklärung ist einfach: Nur etwa 25 Prozent der Wasserkosten hängen vom tatsächlichen Wasserverbrauch ab. Der Fixkostenanteil für die Anlagen liegt bei 75 Prozent. Sprich: Sinkt der Wasserverbrauch – etwa bei sinkender Einwohnerzahl – steigt der Preis pro Kubikmeter. Daher sind die Trinkwasserpreise auch regional so unterschiedlich und oft kaum vergleichbar. Bundesweit lässt sich aber festhalten, dass die Wasserpreise zwischen 2005 und 2016 um knapp 18 Prozent gestiegen sind, die Verbraucherpreise insgesamt mit gut 16 Prozent nur unwesentlich geringer. Von einer „Explosion der Wasserpreise“ kann also nicht die Rede sein.

Eine Infobroschüre über Wasser ganz ohne erhobenen Zeigefinger
Trotzdem sind Kommunen und Wasserbetriebe gut beraten, ihre Bürger immer wieder mit pfiffigen und gut gemachten Aktionen auf Möglichkeiten hinzuweisen, dass das Wasser weniger verunreinigt wird. Das Auffällige etwa bei der Broschüre der Berliner Wasserbetriebe: Sie kommt ohne „den erhobenen Zeigefinger“ daher, spricht keine Verbote aus, erklärt einfach nur, welche Folgen bestimmte Handlungen haben. Ohne Belehrungen, rein als Information. Bunt mit vielen Bildern und fast mit einem „Augenzwinkern“. So kann Kommunikation mit dem Bürger auf Augenhöhe gelingen – und vielleicht auch das Verständnis fördern, wenn die Wasserpreise doch mal leicht angehoben werden müssen.