Direkt zum Inhalt

Secondary Navigation

  • E-Paper
  • Podcast
  • Webinare
  • Messe
  • Veranstaltungen
  • Newsletter
  • Stellenmarkt
  • Kontakt
  • Anmelden
 

IMMER INFORMIERT BLEIBEN!

Jetzt unsere redaktionellen Newsletter abonnieren und die Neuigkeiten der kommunalen Welt kommen direkt in Ihr Postfach.

Mehr erfahren
Home
Home

Main navigation

  • K+

Mobile Navigation

  • Anmelden
  • Politik
  • Praxis
  • Panorama
  • K+
  • Bestellen
  • E-Paper
  • Newsletter
  • Webinare
  • Messe
  • Veranstaltungen
  • Podcast
  • Stellenmarkt
  • Kontakt
  1. Praxis
  2. Arbeiten im Öffentlichen Dienst
  3. Vom Flüchtling zum Kämmerer
Ratzeburg: Hier kommt der Kämmerer aus Afganistan
Ratzeburg: Diese Kommune hat einen Kämmerer aus Afghanistan.
© Stadt Ratzeburg

Fachkräftemangel

Vom Flüchtling zum Kämmerer

von Annette Lübbers
Reporterin
8. Oktober 2025
Flüchtling, Verwaltungsfachwirt, Hoffnungsträger gegen den Fachkräftemangel: Said Ramez Payenda kam mit 16 Jahren aus Afghanistan nach Deutschland – heute ist er Kämmerer in Ratzeburg. Seine Geschichte zeigt, wie Integration gelingen kann, wenn Chancen gegeben – und ergriffen – werden.

Said Ramez Payenda mag Zahlen. Keine schlechte Voraussetzung für den Job eines Kämmerers. Den Tag seiner Ankunft im Norden Deutschlands weiß er genau: Am 5. August 2010 fand sich der damals 16-Jährige mit seiner Familie plötzlich "in einer anderen Welt". Eine Welt, die ihm längst heimisch geworden ist. Eine Welt, der er viel verdankt. Eine Welt, der er etwas zurückgeben will - derzeit als Manager der kommunalen Finanzen im norddeutschen Ratzeburg.

Bürgermeister verhindert Abschiebung 

Der Ratzeburger Kämmerer stammt aus Afghanistan - und dürfte eigentlich gar nicht mehr hier sein. Am Tag seiner Volljährigkeit drohte ihm die Abschiebung. Für die Eltern und die noch minderjährigen Geschwistern galt das nicht. Dabei war der junge Mann bestens integriert, besuchte die Schule, arbeitete an einem beruflich orientierten Gymnasium an seinem Abitur, engagierte sich im Diakonischen Werk. Diesen bürokratischen Vorgang bekam der damalige Bürgermeister mit und wandte sich an Said Ramez Payenda - mit einem Ausbildungsangebot zum Verwaltungsfachangestellten. "Interessant für Sie?", fragte er, erinnert sich der Flüchtling.  "Ich sagte ehrlich: Nein. Ich will Mathematik studieren." Trotzdem nahm er das Angebot an und durfte in Deutschland bleiben. "Wirklich alle haben sich für mich eingesetzt. Dafür bin ich noch heute dankbar."  Payenda verkürzte seine Ausbildung sogar um sechs Monate. Er blieb bei der Stadt und machte nebenbei eine Weiterbildung zum Diplom-Verwaltungsfachwirt.   

Kämmerer zur Bürokratie

Was braucht es, um den Job eines Kämmerers so zu mögen wie Said Ramez Payenda das tut? Der noch immer junge Mann lacht: "Man muss Zahlen mögen und braucht gute Beziehungen und eine enge Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen in den anderen Ressorts." Und wie kommt er mit der allgegenwärtigen deutschen Bürokratie zurecht? "Das Jammern kann ich einerseits nachvollziehen. Andererseits hat die Bürokratie auch Vorteile: Es gibt in Deutschland keine willkürlichen Entscheidungen wie in manch anderem Land." Derzeit arbeitet er in Ratzeburg intensiv an einem kommunalen Investitionsplan. "Wir haben 15 Jahre lang Schulden abgebaut, jetzt müssen wir - leider - neue Schulden machen."

Wie hat er seine eigene Integration in Deutschland erlebt? "Mir ist die Integration leicht gefallen. Flüchtlinge brauchen Ziele, ohne sie wird es schwierig. Lernen ist sinnstiftend, arbeiten auch." Auch habe er sich, sagt der Kämmerer, nicht darauf konzentriert, mit Menschen aus Afghanistan zusammen zu sein. "Wenn Flüchtlinge in ihrer eigenen Blase bleiben, dann werden die wenigsten echte Entwicklungen erleben. Ich wollte immer Eingang in die deutsche Gesellschaft finden und das ist mir auch gelungen."

Said Ramez Payenda

Ich kann jeden verstehen, der beklagt, dass es Geld gegen Nichtstun gibt und so manche Rentnerin, die ihr Leben lang gearbeitet hat, im Alter von ihrer Rente nicht leben kann."

Said Ramez Payenda, Kämmerer in Ratzeburg

Migrationspolitik: Chancen geben, Pflichten einfordern

Und wie beurteilt der gebürtige Afghane die deutsche Migrationspolitik? "Wir brauchen, denke ich, schon an den Grenzen erste Interviews und Aufnahmestationen. Diese Prozesse dauern einfach zu lange. Ich bin auch dafür, Flüchtlinge, die hier kriminell werden, sofort abzuschieben. Auch wenn das für den oder die Einzelne hart sein kann." Allerdings, fügt er an, müsse man sich auch nicht wundern, wenn junge, beschäftigungslose Männer auf dumme Gedanken kämen. Gegen dumme Gedanken helfe vor allem eines: Arbeit.  "Es kann nicht sein, dass all diese jungen Menschen für ihren Unterhalt nichts tun, obwohl viele gerne etwas tun würden. Eine verpflichtende ehrenamtliche Arbeit, die Teilnahme an Deutschkursen oder 400-Euro-Jobs sollten die Regel sein. Ich kann jeden verstehen, der beklagt, dass es Geld gegen Nichtstun gibt und so manche Rentnerin, die ihr Leben lang gearbeitet hat, im Alter von ihrer Rente nicht leben kann."

Bürgermeister als Berufsziel? 

Said Ramez Payenda ist nur ein Beispiel dafür, wie Migrantinnen und Migranten dabei helfen, den Fachkräftemangel - auch in den Kommunen - abzufedern. Der 30-Jährige ist verheiratet und hat zwei Kinder im Alter von fünf und zwei Jahren. Im Urlaub war die Familie einmal in Afghanistan, aber davon abgesehen, unterhält Payenda keinerlei Beziehungen zu seinem Heimatland. Beruflich glaubt sich der engagierte Mann noch längst nicht am Ziel: "Ich kann mir vorstellen, auf Landesebene zu arbeiten oder in meiner Stadt für das Bürgermeisteramt zu kandidieren." Ach ja. Bürgermeisterkandidatinnen und -kandidaten lassen sich hierzulande häufig auch nicht finden.             

Das verdient ein Kämmerer, Symbolbild Mann mit Geldscheinen

Das verdient ein Kämmerer in Deutschland

Das Gehalt eines Kämmerers oder einer Kämmererin ist sehr unterschiedlich. Es richtet sich auch nach der Größe der Stadt. Das verdienen die Haushaltsexperten.
MEHR

Ein Kämmerer spricht Klartext

Ein Verantwortlicher schildert wie es in deutschen Kommunen zu geht und Fördergeld die falschen Anreize setzt.
MEHR
Fotocredits: privat
Der Newsletter für kommunale Entscheidungsträger. Lesen Sie was Kommunen bewegt

Auch von Annette Lübbers

  • Im Naturschutz lässt sich manches, aber nicht alles in Kennzahlen erfassen.
    Kennzahlen

    Wie Kennzahlen im Naturschutz helfen können

    von Annette Lübbers
  • Erschwindelte Zahlungen kosten die Kommunen Millionen.
    Kommunale Finanzen

    Hohe Schäden durch Sozialleistungsbetrug

    von Annette Lübbers
  • Digitalisierung und Künstliche Intelligenz: Gemeinde Marsch digitalisert Bauakten
    Verwaltung

    Wie Malsch die Digitalisierung der Bauakten revolutioniert

    von Annette Lübbers

Lesen Sie auch...

  • Analyse

    Raus aus der Hormus-Falle: Energie wird kommunal

    von Dr. Daniel Dettling
  • Webinar - Neu in der Kommunalverwaltung

    Wie Sie als Quereinsteiger in der Verwaltung durchblicken!

    von Arkadiusz Szczesniak
  • Tipps

    Mobbing: Ausgrenzung erkennen und handeln

    von Silke Böttcher

Neuester Inhalt

  • Instagram und Co

    Bürgernähe per Social Media - wie Augsburg Reichweite schafft

    von Dorothea Walchshäusl
  • Pläne aus Baden-Württemberg

    Shared-Service-Center: Weniger Verwaltungs-Klein-Klein, mehr Bündelung

    von Dr. Ilona Benz
  • Außergewöhnliches Projekt

    Bauen: Wie Bürgerbeteiligung zur Identifikation beiträgt

    von Dorothea Walchshäusl

Schlagwörter

  • Arbeiten im Öffentlichen Dienst Politik

ZURÜCK ZUR STARTSEITE

Home

Footer First Navigation

  • Messe KOMMUNAL
  • Leserservice
  • AGB
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Mediadaten
  • Verträge kündigen
  • Datenschutzeinstellungen
  • KOMMUNALBESCHAFFUNG

Footer Second Navigation

  • Wir auf Whatsapp