Mobilität
Parkplätze: Clevere Konzepte in Kommunen
Parkplätze: Management-Apps und intelligente Bewirtschaftung
Langfristig könnte die Digitalisierung Abhilfe schaffen. Stichworte: Parkplatz-Optimierung durch den Einsatz von Parkplatz-Management-Apps und intelligente Parkraumbewirtschaftung. So können etwa Kameras und Sensoren auf den Stellflächen den Nutzerinnen und Nutzern einer App in Echtzeit aufzeigen, wo gerade ein Platzplatz frei ist und die Fahrerinnen und Fahrer ohne Zeitverlust dorthin führen. Auch schon möglich: Mithilfe von intelligenten und leistungsfähigen Algorithmen Parkplätze neu arrangieren, verschwendete Quadratmeter freigeben und so auf derselben Fläche mehr Parkmöglichkeiten schaffen. Forscher der Friedrich-Schiller-Universität Jena gehen davon aus, dass auf diese Art bis zu 25 Prozent mehr Autos parken ließen, ohne weitere Flächen zu versiegeln. Eine dritte Möglichkeit ist deutlich schneller und kostengünstiger umzusetzen: Bereits vorhandene, aber nur eingeschränkt genutzte Parkräume für den privaten Autobesitzer zu öffnen.

Vorhandene Parkplätze sinnvoll nutzen und steuern
Beispiel Krefeld: Zusammen mit dem Discounter-Riesen Aldi will die Stadt ein neues Konzept erproben: Supermarktparkplätze für Innenstadtbesucher und Anwohner öffnen. Dauer: sechs Monate. Parkplätze: 50. Zeit: werktags von 21 bis 7 Uhr und sonntags ganztägig. Die Vorteile benennt die Kommune: Entlastung des öffentlichen Raums, der dann anderweitig genutzt werden könne. Anwohner könnten, sofern sie ihr Fahrzeug morgens ohnehin für den Weg zur Arbeit nutzen, problemlos in Wohnortnähe parken. Ein absehbarer Wermutstropfen: Funktionieren kann das Konzept nur mit Supermärkten, die nah der Innenstadt existieren und nicht "auf der grünen Wiese" und in Gewerbegebieten beheimatet sind. Dazu gibt es bereits ein Pilotprojekt in Düsseldorf. Hier können Autofahrer per App Kurzzeit-Parkplätze bei Discountern wie Aldi und Lidl buchen.
Beispiel Neumarkt in der Oberpfalz: Hier war vor allem das Parken in der Altstadt für Anwohner ein Problem. Nicht etwa durch das knappe Angebot, sondern durch eine unübersichtliche Anzahl von unterschiedlichen Regeln. Die Stadt schuf mit einem Bewirtschaftungssystem Klarheit: Der Parkraum in der Altstadt bleibt Anwohnern und Kurzzeitparkern vorbehalten. Autofahrerinnen und -Fahrer, die sich länger in der Altstadt aufhalten wollen, werden dagegen auf Parkplätze in Randlagen umgeleitet. Der Vorteil: der Verkehr in der Altstadt verringert sich.
Beispiel Hamburg: Die Hansestadt setzt auf ihre Smart Parking Initiative. Ein wesentlicher Kernpunkt des Projektes: Das Parken mithilfe der Gebühren attraktiv oder weniger interessant zu machen. Als Zone 1 werden Bereiche mit sehr intensiver Nachfrage etikettiert. Hier wird das Parken besonders teuer. Zone 2 bedeutet eine starke Nachfrage. Hier ist das Parken schon etwas günstiger. Zone 3 - weniger stark frequentiert, aber noch immer regelungsbedürftig - ist gegen ein niedriges Entgelt zu nutzen.
Das Auto der Zukunft sucht sich den Parkplatz selbst
Bisher noch Zukunftsmusik, aber längst vorstellbar: selbstständig einparkende Autos. Die Fahrerin, der Fahrer verlässt sein Auto am Eingang des Parkhauses und das Auto sucht sich den nächsten freien Parkplatz selbst. Der Vorteil: Die Zahl der Parkplätze würde sich vervielfältigen, weil nur der Mensch links und rechts Platz zum Aussteigen braucht. Eine entsprechende App kommuniziert mit dem Auto, damit dieses nach der Shopping-Tour auch wieder am Eingang "erscheint".

