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Kita ist Bildung
In Kitas fehlt es nach wie vor an Erziehern
© 123rf

Die beste Kita-Betreuung gibt es in...

von Christian Erhardt-Maciejewski
Geschäftsführer, Chefredakteur | KOMMUNAL
28. August 2018
Beginnen wir mit den guten Nachrichten: Bundesweit hat sich der sogenannte Betreuungsschlüssel in den Kitas ganz leicht verbessert. Die Zahl sagt aus, wie viele Kinder auf einen Betreuer kommen. Und hier sind die Unterschiede regional weiter extrem groß.

Es sind die immer gleichen Sonntagsreden: "Bildung darf nicht vom Wohnort abhängen" und natürlich "auch nicht vom Geld". Schaut man sich den Kita Betreuungsschlüssel in Deutschland an, so ist schnell klar: Gut gebrüllt Löwe, aber wenig gekonnt. Bildung hängt massiv vom Wohnort ab und der Grund dafür ist natürlich das Geld. Lassen wir die nackten Zahlen sprechen und beginnen wir bei der Betreuung der Kleinsten, also der Kinder, die noch keine 3 Jahre alt sind. Hier empfehlen Experten, dass der Kita Betreuungsschlüssel bei mindestens 1 zu 3 liegen soll - also 3 Kinder sollen von einem Erzieher betreut werden. 

Kita Betreuungsschlüssel: So sieht die Realität aus 

Gleichen wir diese Zahl (1 zu 3) mit der Realität ab, dürfen wir zunächst die Eltern und Kinder in Baden-Württemberg beglückwünschen. Hier, so die jüngste Studie der Bertelsmann Stiftung, liegt der Betreuungsschlüssel tatsächlich bei 1 zu 3.  In allen anderen Bundesländern wird diese Marke aber verfehlt. Wobei die Kitas in Westdeutschland deutlich besser abschneiden als die in Ostdeutschland. Nordrhein-Westfalen etwa, Deutschlands einwohnerstärkstes Bundesland hat hier einen Betreuungsschlüssel von 1 zu 3,7, im Durchschnitt sind es in Westdeutschland (getrieben durch Baden-Württemberg) 1 zu 3,6. 

Ganz anders die Situation in den ostdeutschen Bundesländern. Besonders negativ tut sich hier Sachsen-Anhalt hervor. 1 zu 6,4 lautet hier der Schlüssel. Anders gesagt: Ein Kita Erzieher in Sachsen Anhalt betreut weit mehr als doppelt so viele Kinder unter drei Jahren, wie ein Erzieher in Baden-Württemberg. Aber auch die anderen ostdeutschen Bundesländer glänzen nicht gerade mit tollen Quoten. Der Durchschnitt liegt hier bei 1 zu 6. Immerhin, das ist eine kleine Verbesserung, lag die Betreuungsquote vor fünf Jahren doch noch bei 1 zu 6,4 in Ostdeutschland (im Westen: 1 zu 3,9).

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Und bei den älteren Kita Kindern?

Bei den über 3 jährigen ist es laut Experten nicht mehr ganz so wichtig, dass möglichst wenige Kinder auf einen Erzieher kommen. Ein Verhältnis von 1 zu 7,5 gilt hier als angemessen. Beispiel: Eine Gruppe mit 15 Kindern benötigt 2 Erzieher. Und was passiert regional? Klassenbester sind auch hier die Kitas in Baden-Württemberg, statt der empfohlenen Mindestgröße von 1 zu 7,5 kommt das Ländle auf einen Betreuungsschlüssel von 1 zu 7. Herzlichen Glückwunsch! Lernen kann davon vor allem noch Mecklenburg-Vorpommern. Hier haben die Statistischen Ämter der des Landes einen Schlüssel von 1 zu 13,4 errechnet. Insgesamt gilt auch hier: Ostdeutschland hat trotz der langen Kita Tradition erheblich größere Probleme bei der Umsetzung der Ziele, als die westdeutschen Länder.

Die zusätzlichen Personalkosten lägen bei fast 710 Millionen Euro im Jahr!"

Wichtig ist bei diesen Statistiken noch, dass sie von den Statistischen Ämtern der Länder und des Bundes stammen. Das heißt: Es ist immer ein gemittelter Wert für das jeweilige Bundesland. Auch innerhalb der Länder gibt es teils erhebliche Unterschiede - vor allem in den größeren Städten sieht die Quote häufig schlechter aus als auf dem Land. Aber auch das gilt eben nicht überall. 

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Würden sich alle Kitas in Deutschland an den empfohlenen Betreuungsschlüsel halten, bräuchten Deutschlands Einrichtungen knapp 16.000 zustäzliche Vollzeitstellen für Erzieher. Die fehlen aber. Ebenso wohl das Geld dafür: Die Personalkosten würden sich zusätzlich pro Jahr auf knapp 710 Millionen Euro belaufen.

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