Nachhaltige Lösungen statt Fahrverboten und Diesel-Bashing, verlangt Gerd Landsberg. ©Lukas Gojda/123rf

Fahrverbote: Diesel-Bashing ist keine Lösung

In vielen Städten in Deutschland ist die Feinstaub- und Stickoxidbelastung zu hoch. Grenzwerte werden zeitweise deutlich überschritten. Die angeblich Schuldigen sind schnell ausgemacht: Dieselfahrzeuge. Und die Lösung wird gleich mitgeliefert: Fahrverbote für diese Fahrzeuge in den Innenstädten und die Einführung einer blauen Plakette.

Betroffen sind circa sechs Millionen Fahrzeughalter, die ihr Auto oftmals gerade gekauft haben, um durch den niedrigen Verbrauch zum Klimaschutz beizutragen.

Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des DStGB, spricht sich gegen Fahrverbote für Dieselfahrzeuge aus. ©DStGB

Also alles ganz einfach, das Ordnungsrecht schlägt zu? Keineswegs. Zwar zeigen Studien, dass der Fahrzeugverkehr einen großen Teil der Feinstaubbelastung erzeugt. Aber es sind eben nicht nur die Dieselfahrzeuge. Ein großer Teil der Belastung wird durch den Abrieb, die Bremsvorgänge und die Aufwirbelung verursacht. Fahrverbote und Plaketten werden daher allenfalls kurzfristige Reparaturmaßnahmen in Einzelfall sein können. Dafür treffen sie Handwerker, Lieferverkehr, Tourismus und Wirtschaft in den Städten nachhaltig.

Nachhaltige Konzepte statt Fahrverbote

Was wir wirklich brauchen, sind nachhaltige Konzepte für die Mobilität der Zukunft. Dazu gehört mehr Elektromobilität gerade für den Lieferverkehr, ein elektrischer öffentlicher Nahverkehr, sichere und gute Radwege in den Städten, digitale Verkehrsleitsysteme mit weniger Staus und weniger Staub sowie eine Vernetzung der verschiedenen Verkehrsangebote. Dies umzusetzen ist mühsam und zeitaufwändig. Aber ehrlicher, denn eine schnelle Lösung durch viele Einschränkungen wird wenig erreichen – außer dem Verdruss der Bürgerinnen und Bürger.

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