Feuerwehr als Schulfach
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Wegen Mitgliederschwund

Feuerwehr als Schulfach

Aufgrund des demografischen Wandels fehlt vielen Freiwilligen Feuerwehren der Nachwuchs. Doch: Was lässt sich dagegen tun? Immer mehr Kommunen setzen das Thema "Feuerwehr" auf den Stundenplan von Schülern - und versuchen so, die Jüngsten für den Brandschutz zu begeistern und das Mitgliederproblem zu lösen.

Feuerwehren retten Menschen aus brennenden Häusern, entfernen umgestürzte Bäume oder klären Kinder über den Umgang mit Feuer auf. Doch insbesondere die Freiwilligen Feuerwehren kämpfen seit Jahren gegen einen stetigen Mitgliederschwund.

Die Lösungsansätze sind vielseitig und reichen von modernen Werbeformaten, Veranstaltungen bis hin zum gezielten Anwerben von Frauen, Senioren oder Migranten.

Neben diesen Möglichkeiten bieten einige Schulen neben Mathe und Deutsch auch das Schulfach "Feuerwehr" an. Dazu gehören zum Beispiel einige Ganztagsschulen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Auch an Schulen in Niedersachsen soll es das Fach geben. In anderen Bundesländern wie Baden-Württemberg finden ebenfalls Unterrichtskooperationen zwischen Feuerwehren und Schulen statt. Auf dem Plan stehen beispielsweise lebensrettende Sofortmaßnahmen, allgemeine Informationen über das Ehrenamt und Exkursionen. Die Schüler sollen dadurch einen Einblick in die Arbeit der Feuerwehren bekommen und für die Thematik begeistert werden.

Feuerwehr als Schulfach

An einigen Schulen geht man einen Schritt weiter. Hier durchlaufen die Schüler eine Truppmannausbildung - um am Ende die Schule als ausgebildete Feuerwehrleute zu verlassen. Jüngst hat auch die CDU-Fraktion im Kreistag Vorpommern-Greifswald verkündet, dass sie so ein Konzept bei sich im Ort umsetzen will.

Das Schulfach "Feuerwehr" - was sollen die Schüler lernen?

Das Ziel der Fraktion der CDU im Kreistag Vorpommern-Greifswald ist, dass "Feuerwehr" ein Wahlpflichtfach wird. Dafür will sie einen Antrag einbringen. Demnach sollen die Schüler eine zweijährige Truppmannausbildung nach der Feuerwehrdienstvorschrift 2 absolvieren.

Vorbild für die Idee ist die Europaschule "Arnold Zweig" in Pasewalk. Hier wurde das Schulfach "Feuerwehr"  im letzten Jahr eingeführt.

In der neunten Klasse beginnt die Ausbildung "Truppmann-Teil 1" mit einem Rahmen von 70 Unterrichtsstunden. In der zehnten Klasse geht es dann weiter mit dem "Truppmann-Teil 2" und insgesamt 80 Stunden.

Die Schüler lernen im ersten Teil die rechtlichen Regelungen, persönliche Schutzausrüstungen, Wissenswertes rund um die Themen Brennen und Löschen, Fahrzeug- und Gerätekunde, Rettung und lebensrettende Sofortmaßnahmen. Im zweiten Teil geht es dann weiter mit dem Löscheinsatz und technische Hilfeleistung, Erste Hilfe, Löschwasserförderung und der Schulung auf Umweltgefahren.

Wer die Truppmannausbildung erfolgreich absolviert, kann aktives Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr werden. Zudem soll die Qualifikation die Teilnahme an den Einsätzen unter Vorgaben der Feuerwehrunfallkasse ermöglichen.

Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass dass Interesse für die Feuerwehr bei den Schülern tatsächlich durch die Projekte gestiegen ist. Ein positiver Nebeneffekt ist aber auch, dass die Schüler etwas lernen, dass ihnen nicht nur im Alltag helfen, sondern auch der Allgemeinheit zugute kommen kann.

Ob die Idee im Kreistag Vorpommern-Greifswald eine Mehrheit findet, wird sich erst im März herausstellen.