Lokale Medien stärken das Ehrenamt
Lokale Medien stärken das Ehrenamt

Ehrenamt: Lokale Berichterstattung bleibt wichtig

Do, 27.12.2018

Je weniger Medien über lokale Politik berichten, desto geringer ist die Wahlbeteiligung. Das war unser Thema im Leitartikel der vergangenen Ausgabe. Dort, wo es noch lokale Medien gibt, werden sie aber auch genutzt, stellt Forsa-Chef Manfred Güllner fest.

Lokale Berichterstattung und Ehrenamt - das hängt eng miteinander zusammen....
Die immer stärkere Verbreitung der neuen Medien nährt den Glauben, dass die klassischen Medien für die Information über das Geschehen in der Welt, in Deutschland und vor Ort allenfalls nur noch eine völlig untergeordnete Rolle spielen. Doch wie eine aktuelle Untersuchung von forsa zeigt, darf man als politischer Akteur gerade auf lokaler Ebene diesem Trugschluss nicht unterliegen; denn noch werden trotz zunehmender Verbreitung des Internets und der sozialen Medien auch die klassischen Medien weiterhin von vielen Bürgern genutzt, um sich über das zu informieren, was in der „großen“ Politik und im Wohnort alles passiert. 

 

Forsa Grafik

 

So nutzen 87 Prozent aller Bundesbürger das Fernsehen, um sich über das politische Geschehen in Deutschland zu informieren. 73 Prozent nutzen die Nachrichten der diversen Radiosender und 59 Prozent die Druckausgaben der verschiedenen Zeitungen. Etwas mehr Bürger nutzen zwar das Internet, um sich über das zu informieren, was in der Politik geschieht – doch genutzt werden die Seiten der klassischen Medien (Zeitungen, TV und Radio). Soziale Netzwerke nutzen derzeit nur relativ wenige Bundesbürger. Deutlich mehr Bundesbürger beziehen ihre Informationen über das Geschehen in Deutschland mithilfe der personalen Kommunikation – also den Gesprächen mit Freunden und Bekannten, Nachbarn oder Arbeitskollegen. 

 

Ehrenamt: Persönliche Gespräche und Medien bleiben Anker...

 

Um sich über das Geschehen in der Stadt oder Gemeinde, in der man lebt, zu informieren, werden am häufigsten die Druckausgaben der lokalen Tageszeitungen und das persönliche Gespräch genutzt. Eine wichtige Informationsquelle für das Geschehen vor Ort sind auch die lokalen Anzeigenblätter, die naturgemäß nur von wenigen als Quelle für Informationen über das politische Geschehen in Deutschland insgesamt genutzt werden. 

 

Forsa-Grafik

 

Allerdings wird sich das Mediennutzungsverhalten in den nächsten Jahren weiter verändern,denn das Fernsehen und die Druckausgaben der Zeitungen werden heute überwiegend von den älteren Bürgern und in immer geringerem Umfang von den jungen Bürgern genutzt. Umgekehrt ist der Anteil der jüngeren Bürger, die sich über soziale Netze über das Geschehen in Deutschland und vor Ort informieren, viermal größer als der Anteil bei den älteren, über 60 Jahre alten Bürgern. 

Das persönliche Gespräch ist auch für die Informationsvermittlung des Geschehens vor Ort gleich wichtig im ländlichen Raum wie in urbanen Metropolen. Regionale Fernsehnachrichten wie lokale Nachrichten im Radio werden – anders als die personale Kommunikation - in urbanen Regionen dagegen häufiger genutzt als in kleinen Städten und Gemeinden. In kleinen Städten und Gemeinden werden dafür häufiger als in großen Städten die Druckausgaben der lokalen Zeitungen und die lokalen Anzeigenblätter als Quelle für Informationen über das Geschehen vor Ort genutzt. 

 

Ehrenamt und Medien: Die Rolle von Social Media 

 

Gerade für die Vermittlung von Informationen über das lokale Geschehen werden von den Bürgern alte und neue Medien genutzt, so dass die Kommunikationspolitik nicht einseitig auf ein einzelnes Medium konzentriert werden darf. Um alle Bürger einer Kommune gleichermaßen erreichen und informieren zu können, müssen alle vorhandenen Medien genutzt werden. 

Dabei muss allerdings bedacht werden, dass nicht nur die AfD-Anhänger die Berichterstattung vieler Medien kritischer bewerten, sondern auch die große Mehrheit, die keinerlei Präferenz für die AfD hegt, mit dem Umfang und der Ausgewogenheit der Berichterstattung nicht mehr vollends zufrieden ist. So meinen fast 60 Prozent aller Bundesbürger, dass die Medien vor Ort nicht mehr umfassend und objektiv genug über das Geschehen in ihrer Wohngemeinde berichten, sondern dass vieles zu kurz komme und verzerrt oder einseitig dargestellt werde. Und über die Hälfte aller Bundesbürger beklagen auch, dass in der lokalen Berichterstattung zu oft über die Meinungen von Minderheiten und einzelnen Interessengruppen und nicht über die Probleme, Sorgen und Interessen der großen Mehrheit der Bürger berichtet wird. 

Kritik an der mangelnden Ausgewogenheit der lokalen Berichterstattung wird in überdurchschnittlichem Maße von den Bewohnern kleiner Orte mit weniger als 5.000 Einwohnern und der urbanen Metropolen mit mehr als 500.000 Einwohnern geäußert. 

 

Forsa-Grafik

 

Die Ergebnisse der aktuellen forsa-Untersuchung über die Bedeutung der einzelnen Informationsquellen machen deutlich, wie wichtig es für die Kommunalpolitik ist, durch einen ausgewogenen Kommunikationsmix dafür zu sorgen, dass alle Schichten der Bevölkerung in einer Stadt oder Gemeinde in angemessener und ausgewogener Weise über alles Wichtige in der Kommune informiert werden. 

 

 

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