Konkrete Tipps
Für Kandidaten: So sind Sie erfolgreich im Kommunalwahlkampf
Erfolgreicher Kommunalwahlkampf beginnt nicht sechs Wochen vor dem Wahltag, sondern Monate vorher. Wer erst mit Start der Briefwahl sichtbar wird, kommt zu spät. Viele Wähler haben sich dann längst entschieden. Entscheidend ist eine klare Strategie: Wen will ich erreichen, mit welchen Themen – und über welche Kanäle?
Geld allein gewinnt dabei keine Wahl. Authentizität, Präsenz und klare Botschaften schlagen Hochglanzkampagnen. Gerade in kleineren Kommunen zählt der persönliche Eindruck mehr als jede Agenturleistung.
Wen wollen Sie eigentlich erreichen?
Die wichtigste Vorarbeit: die eigene Wählerschaft kennen. Junge Familien erreicht man anders als Senioren, Vereinsaktive anders als Pendler. Social Media kann sinnvoll sein – muss es aber nicht. TikTok bringt nichts, wenn die Zielgruppe im Seniorenbeirat sitzt. Umgekehrt wirkt der Haustürwahlkampf bei jungen Erstwählern oft angestaubt.
Wer erfolgreich sein will, entscheidet sich bewusst: Wo lohnt sich digitale Sichtbarkeit? Wo zählt das persönliche Gespräch?
Amtsinhaber: Vorteil mit Risiko
Amtierende Bürgermeister haben Sichtbarkeit, Netzwerke und mediale Präsenz – aber auch eine klare Grenze: die Neutralitätspflicht. Gerichte urteilen zunehmend streng. Zu viel Öffentlichkeitsarbeit zur falschen Zeit kann eine Wahl kippen.
Die klare Empfehlung: saubere Trennung zwischen Amt und Wahlkampf. Keine Videos aus dem Amtszimmer, kein Stadtwappen auf Flyern, keine wertenden Aussagen über Beschlüsse auf offiziellen Kanälen. Wahlkampf gehört auf private Accounts – deutlich gekennzeichnet.
Herausforderer: Weniger Bühne, mehr Nähe
Herausforderer bekommen nicht automatisch Aufmerksamkeit. Das ist frustrierend – aber kein Nachteil, wenn man es richtig nutzt. Persönlicher, direkter Wahlkampf ist ihre Stärke. Haustürgespräche, kleine Vor-Ort-Termine, Präsenz in Vereinen.
Wichtig dabei: kein Negativwahlkampf. Angriffe wirken selten überzeugend. Erfolgreicher ist es, unerfüllte Versprechen aufzugreifen und eigene Lösungen anzubieten.
Haustürwahlkampf wirkt – wenn er gut gemacht ist
Studien zeigen: Haustürwahlkampf steigert die Wahlbeteiligung um bis zu drei Prozentpunkte. Entscheidend ist der Auftritt. Kurz, freundlich, klar. Kein Monolog, kein Missionieren. Wer kein Interesse zeigt, wird respektiert. Wer offen ist, bekommt eine klare Botschaft – und Kontaktdaten.
Plakate: Weniger ist mehr
Plakate gehören dazu, sind aber kein Selbstzweck. Viele kleine Laternenplakate nerven eher, als dass sie überzeugen – und bergen rechtliche Risiken. Die Empfehlung aus der Praxis: wenige, gut platzierte Großflächen mit klarer Botschaft. Sichtbarkeit ja, Reizüberflutung nein.
Social Media, Newsletter, WhatsApp
Digitale Kanäle sind längst Teil des Kommunalwahlkampfs. Kurzvideos, Infobriefe per E-Mail, WhatsApp-Kanäle: Wer früh anfängt, baut Vertrauen auf. Gerade kurz vor der Wahl wirken Erinnerungen, Service-Hinweise und klare Positionen oft stärker als klassische Werbung.
Nichtwähler: Das größte Potenzial
Nichtwähler sind kein verlorenes Publikum. Sie sind oft skeptisch – aber offen. Wer Probleme konkret benennt und Lösungen glaubwürdig erklärt, kann sie erreichen. Voraussetzung: Haltung zeigen, nicht ausweichen. Beliebigkeit kostet Stimmen.
Klarheit schlägt Kulisse
Erfolgreicher Kommunalwahlkampf ist kein Zufall. Er ist das Ergebnis aus Vorbereitung, Authentizität und klarer Kommunikation. Wer weiß, wofür er steht – und das verständlich erklärt –, hat auch 2026 beste Chancen.
Diese und viele weitere Themen diskutieren Rebecca Piron und Christian Erhardt-Maciejewski anschaulich mit Beipsielen im neuen Podcast. Sie finden Ihn auf allen gängigen Plattformen wie ITunes, Spotify, bei Youtube und Deezer, sowie vielen weiteren Plattformen. Und natürlich auch hier bei uns: