Kommunalwahlen
Stadt bietet interaktiven Probestimmzettel
Kumulieren, panaschieren, Listenkreuz setzen – der Stimmzettel bietet viele Möglichkeiten, das überfordert aber auch viele. Zumindest, wenn die Zeit knapp ist und die nächsten vor der Wahlkabine schon Schlange stehen. Auch zu Hause, wenn die Unterlagen für die Briefwahl aus dem Kuvert gezogen werden, staunt so mancher über das Papierungetüm, das sich über dem Tisch ausbreitet. Gerade bei der Wahl des Stadtrats oder Kreistags zeigt sich, wie komplex das bayerische Kommunalwahlrecht ist. Wählerinnen und Wähler halten jedes Mal einen recht langen Stimmzettel in Händen.
Lange Stimmzettel können verwirren
So funktioniert es: Die Anzahl der Stimmen entspricht der Zahl der zu vergebenden Sitze – in Mainburg im Landkreis Kelheim sind das beim Stadtrat 24 Stimmen. Diese können frei verteilt werden. Einzelne Kandidatinnen und Kandidaten dürfen bis zu drei Stimmen erhalten, was durch mehrfaches Anklicken funktioniert. Das nennt sich Kumulieren. Zusätzlich können Stimmen über verschiedene Listen hinweg vergeben werden, also panaschiert werden. Und wer nicht alle Stimmen einzeln verteilen möchte, setzt ein Listenkreuz. Übrige Stimmen werden dann automatisch der gewählten Liste von oben nach unten zugeordnet. Mehrfach aufgeführte Bewerber zählen dabei entsprechend mehrfach, Streichungen sind ebenfalls möglich.
Probestimmzettel online zeigt Fehler an
Es lohnt sich, den Probestimmzettel der Stadt Mainburg anzuklicken. Das Online-Tool erklärt den Nutzern den Aufbau des Stimmzettels und ermöglicht, verschiedene Varianten risikolos durchzuspielen. Das System zeigt sofort an, ob die Stimmabgabe gültig ist oder ob noch Stimmen frei sind. Werden zu viele Stimmen vergeben oder gibt es eine fehlerhafte Verteilung, weist das Programm darauf hin. Einzelne Stimmen lassen sich mit einem Rechtsklick wieder entfernen, für den kompletten Neustart gibt es eine Rücksetzen-Funktion.
Entspannter bei den Kommunalwahlen
Das Angebot richtet sich ausdrücklich an alle Wahlberechtigten – unabhängig davon, wie sicher sie im Umgang mit digitalen Anwendungen sind. "Der Ablauf ist bewusst kompakt und intuitiv gestaltet", so die Verantwortlichen in der Stadt. Ziel sei es, Hemmschwellen abzubauen, typische Fehler zu vermeiden und letztlich auch die Wahlbeteiligung zu stärken. Gerade für die Briefwahl kann das Tool eine wertvolle Vorbereitung sein, damit die Originalunterlagen korrekt ausgefüllt werden.
Wer sich vorab mit dem Wahlsystem vertraut macht, geht am Wahltag - Sonntag, 8. März - deutlich entspannter an die Sache heran. Und genau darum geht es: Sicherheit gewinnen, Stimmen bewusst vergeben – und dafür sorgen, dass am Ende wirklich jede Stimme zählt.
Wenn Sie den interaktiven Stimmzettel ausprobieren wollen, geht es hier lang.


