Die ersten Kommunalwahlen haben das Superwahljahr 2026 eingeläutet
Die ersten Kommunalwahlen haben das Superwahljahr 2026 eingeläutet
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Knappe Ergebnisse

Erste Kommunalwahlen haben Wahljahr 2026 eingeläutet

Mit einem knappen Ergebnis bei der Landratswahl Oberspreewald-Lausitz endet die erste wichtige Kommunalwahl im Jahr 2026 – CDU und AfD lieferten sich bei der Wahl in Brandenburg ein Kopf an Kopf Rennen. In Sachsen wurde derweil gleich im ersten Wahlgang ein Bürgermeister von der AfD gewählt – auffallend, weil es immerhin 5 Kandidaten gab. Und auch ein Bürgerbegehren in Sachen Bürgermeisterwahl war erfolgreich. Ein Überblick.

Am 25. Januar 2026 wurde im brandenburgischen Landkreis Oberspreewald-Lausitz die Stichwahl zum Landrat entschieden. Im ersten Wahlgang am 11. Januar hatte keiner der Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit erzielt. In der Stichwahl standen sich Alexander Erbert  und Antje Ruhland-Führer gegenüber. 

Die Stichwahl entschied Alexander Erbert von der CDU mit rund 53 Prozent der Stimmen für sich. Er wird damit neuer Landrat von Oberspreewald-Lausitz. In der Stichwahl siegte er knapp gegen die AfD-Kandidatin Antje Ruhland-Führer von der AfD. Ebert folgt auf den bisherigen Amtsinhaber Siegurd Heinze, der nicht erneut kandidierte. 

Als unsicher galt im Vorfeld der Stichwahl auch, ob nicht am Ende doch der Kreistag in Oberspreewald-Lausitz entscheiden muss. Denn häufig ist in den vergangenen Jahren das Quorum bei Landratswahlen in Brandenburg nicht erreicht worden. Das besagt, dass mindestens 15 Prozent der Wahlberechtigten in der Stichwahl hinter einem der Kandidaten stehen mussten. Mit einer Wahlbeteiligung von gut 45 Prozent wurde das dieses Mal jedoch erreicht. Wäre die Wahlbeteiligung zu gering ausgefallen, hätte die Landratswahl am Quorum scheitern können. In diesem Fall wird der Landrat vom Kreistag gewählt.

Die Landratswahl in Oberspreewald-Lausitz ist die erste von insgesamt sechs Landratswahlen in Brandenburg in diesem Jahr. In den kommenden Monaten folgen weitere Wahlen unter anderem in den Landkreisen Elbe-Elster, Spree-Neiße, Barnim, Uckermark und Ostprignitz-Ruppin.

Bürgermeisterwahl in Altenberg (Sachsen)

Ebenfalls am am Sonntag stand in der sächsischen Stadt Altenberg im Osterzgebirge eine Bürgermeisterwahl an. Die Bürgermeisterwahl in dem rund 7.500 Einwohner zählenden Wintersportort war erforderlich, nachdem Stadtoberhaupt Markus Wiesenberg  im Sommer 2025 das Handtuch geworfen hatte. Er gab sein Amt auf und machte eine Blockadehaltung im Stadtrat dafür verantwortlich. Daraufhin übernahm sein Stellvertreter Barth die Amtsgeschäfte. Der Wahlgang wurde regulär durchgeführt – es war kein weiterer Wahlgang erforderlich, da ein Bewerber die notwendige Mehrheit erreichte. Das war insofern eine Überraschung, als dass insgesamt fünf Kandidaten antraten. Meist ist in solchen Fällen eine Stichwahl nötig. Doch die Altenberger haben sich mit einer klaren Mehrheit für Andre Barth von der AfD entschieden. Er bekam im ersten Wahlgang 62 Prozent der gültigen Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei über 70 Prozent. Alle anderen Kandidaten in Altenberg waren übrigens parteilos oder traten für lokale Wählervereinigungen an.

Bürgerentscheid in Zehdenick (Brandenburg): Abwahl des Bürgermeisters

Am gleichen Tag fand in der Stadt Zehdenick im Landkreis Oberhavel ein Bürgerentscheid zur Abwahl des amtierenden hauptamtlichen Bürgermeisters Alexander Kretzschmar statt. Der Bürgerentscheid war durch ein erfolgreiches Bürgerbegehren ausgelöst worden. 

Jeder der knapp 11.300 Wahlberechtigten hatte beim Bürgerentscheid eine Stimme. Zuvor hatte es ein Bürgerbegehren gegeben, bei dem mehr als ein Drittel der Bürger das Abwahlverfahren gefordert hatte. 

Kretzschmar hatte sich elf Tage nach seiner Amtseinführung im März 2025 wegen Krankheit vom Dienst freistellen lassen. Seither folgten Monat für Monat neue Atteste.

  • Entscheidung: Bürgermeister Alexander Kretzschmar wurde abgewählt.
  • Das erforderliche Quorum wurde erreicht, und die Mehrheit stimmte für die Abwahl. 
  • Nach der Abwahl ist das Amt derzeit vakant. Ein kommissarischer Vertreter übernimmt bis zur Neuwahl. 

Die Entscheidung war im übrigen mehr als eindeutig. 97,2 Prozent der Wähler stimmten für eine Abwahl, 2,8 Prozent dagegen.

Damit ist Zehdenick eines der seltenen Beispiele, bei dem ein erst kurz zuvor gewählter Bürgermeister vor Ablauf der regulären Amtszeit durch einen Bürgerentscheid abgesetzt wurde.

Super-Kommunalwahl-Jahr 2026 hat begonnen 

Die Wahlen waren der Auftakt zu zahlreichen kommunalen Entscheidungen in diesem Jahr. Neben zahlreichen Wahlen in Brandenburg finden am 8. März in Bayern landesweite Kommunalwahlen statt. 

Nur eine Woche später werden in Hessen landesweit neue Kreistage, Stadtverordnetenversammlungen, Gemeindevertretungen und Ortsbeiräte gewählt. 



In Niedersachsen folgen am 13. September landesweite Kommunalwahlen für Kreistage, Stadträte, Gemeinderäte, Samtgemeinderäte,

Stadtbezirksräte, Ortsräte sowie die Regionsversammlung in Hannover



Zudem gibt es zahlreiche Bürgermeisterwahlen in an anderen Bundesländern in Deutschland sowie mehrere Landratswahlen. 



Überregional finden zudem im März Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz statt. Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern wählen im September neue Landtage bzw. in Berlin ein neues Abgeordnetenhaus.