Direkt zum Inhalt

Secondary Navigation

  • E-Paper
  • Podcast
  • Webinare
  • Messe
  • Veranstaltungen
  • Newsletter
  • Stellenmarkt
  • Kontakt
  • Anmelden
 

IMMER INFORMIERT BLEIBEN!

Jetzt unsere redaktionellen Newsletter abonnieren und die Neuigkeiten der kommunalen Welt kommen direkt in Ihr Postfach.

Mehr erfahren
Home
Home

Main navigation

  • K+

Mobile Navigation

  • Anmelden
  • Politik
  • Praxis
  • Panorama
  • K+
  • Bestellen
  • E-Paper
  • Newsletter
  • Webinare
  • Messe
  • Veranstaltungen
  • Podcast
  • Stellenmarkt
  • Kontakt
  1. Praxis
  2. Katastrophenschutz
  3. Sicherheitsexperte: Schon zwei Stunden entscheiden
Manuel Atug, Sicherheitsexperte
Manuel Atug hat Tipps für Kommunen, wie sie für den Ernstfall vorsorgen sollten.
© Privat

Stromausfall

Sicherheitsexperte: Schon zwei Stunden entscheiden

von Gudrun Mallwitz
Chefreporterin | KOMMUNAL
19. Februar 2026
Manuel Atug erklärt im KOMMUNAL-Interview, wie Kommunen Schwachstellen in der kritischen Infrastruktur finden – und warum fehlende Vorgaben teuer werden.

KOMMUNAL: Herr Atug, wie verwundbar ist die kritische Infrastruktur in Deutschland?

Manuel Atug: Kritische Infrastruktur ist immer verwundbar. Man kann sich nie zu hundert Prozent gegen alle Gefahren absichern. Genau deshalb heißen diese Infrastrukturen „kritisch“: Sie sind einerseits anfällig wie alles andere – andererseits aber für das Gemeinwesen essenziell. Die eigentliche Frage ist also nicht, ob es Risiken und Gefährdungen gibt, sondern wie wir damit umgehen.

Welche Bereiche sind besonders gefährdet?

Die zehn definierten KRITIS-Sektoren sind alle gleich relevant – sonst wären sie nicht so klassifiziert. In einer akuten Lage zeigt sich aber etwas anderes: Am wichtigsten ist zunächst nicht der Strom, sondern die Kommunikation. Wenn Menschen Angst haben, in Notlagen keinen Notruf absetzen können, wenn sie nicht mehr informiert werden können, wenn Einsatzkräfte sich nicht koordinieren können, dann eskaliert jede Störung. Bevölkerung, Verwaltung, alle Blaulichtorganisationen, THW, Feuerwehr und Rettungsdienste – alle brauchen Kommunikation. Ohne sie wird aus einer Störung sehr schnell eine Krise.

Wo liegen die größten Fehleinschätzungen?

Es sind weniger Fehleinschätzungen als fehlender politischer Wille. Das sieht man sehr gut beim KRITIS-Dachgesetz und der NIS-2-Richtlinie zur Cyber - und Informationssicherheit. Am Ende wird vieles auf die Kommunen geschoben: „Wir sind föderal, ihr macht das schon.“ So funktioniert ein Gemeinwesen aber nicht. Viele Kommunen sind engagiert, haben aber schlicht zu wenig Geld oder Personal. Das Problem ist strukturell.

Wann stoßen Kommunen an ihre Grenzen?

In einer Großlage kann keine Kommune alles allein leisten. Dafür gibt es Amtshilfe wie das THW und im äußersten Notfall die Bundeswehr. Und da sage ich ganz klar: Wenn die Bundeswehr regulär gebraucht wird, haben wir vorher massive Defizite. Sie darf nur der letzte Notnagel sein. Eine Normalisierung des Bundeswehr-Einsatzes im Inneren ist gefährlich – dann hat man nichts mehr in der Rückhand, wenn etwas an anderer Stelle eskaliert.

Den Kommunen fehlen Personal und Geld. 

Das ist real – aber es entbindet nicht von Verantwortung. Wir haben rund 11.700 Kommunen. Viele tragen die Verantwortung, haben aber weder ausreichende Ressourcen noch die Befähigung. Solange Krisenvorsorge nicht verpflichtend, transparent kontrolliert und finanziell unterlegt ist, wird sich daran nichts ändern.

Was sollten Kommunen kurzfristig tun – unabhängig von Finanzkraft und Größe?

Erstens: Schulungen. Die Angebote des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) sind da – man muss sie nutzen. Zweitens: Notfallkonzepte nicht nur schreiben, sondern üben. Zwei Stunden Tischübung reichen oft, um initiale gravierende Lücken aufzudecken. Wer ist zuständig? Wer entscheidet? Wer kommuniziert? Und ganz wichtig: Übungen müssen ehrlich sein. Wenn nach ehrlichen Übungen Karrieren beschädigt werden, lernen die Verantwortlichen, nur noch Schönwetterübungen zu machen. Das ist brandgefährlich.

Was ist noch wichtig? 

Kommunikation. Wer spricht wann mit wem – intern und extern? Verzögerte Entscheidungen, falsche Narrative oder Schuldzuweisungen verschärfen jede Lage. Und viertens – oft unterschätzt: Wie bleibt Kommunikation technisch funktionsfähig? Stromausfall bedeutet heute fast immer auch Mobilfunkausfall. Früher gab es gesetzliche Vorgaben für Notstrom an Funkmasten. Die wurden weglobbyiert. Heute haben viele Standorte maximal 2 bis 4 Stunden Reserve, wenn überhaupt.

Ihre Forderung an Bund und Länder dazu?

Die Telekommunikationsunternehmen und jedes Bundesland müssen mobile Mobilfunkmasten vorhalten, die im Notfall schnell eingesetzt werden können. Das hilft der Bevölkerung, den Einsatzkräften und den Kommunen. Genau hier müsste staatliches Handeln sichtbar werden – Hand in Hand, nicht durch Verantwortungsdiffusion.

Kritiker sagen, zu viel Transparenz sei ein Sicherheitsrisiko.

Das ist Unsinn. „Security by Obscurity“ ist keine Sicherheit. Kritische Infrastruktur sieht man – auf der Straße, auf Karten, in Satellitenbildern. Geheimhaltung verhindert keine Sabotage, aber sie verschärft Unfälle. Stichwort Baggerbiss bei Tiefbauarbeiten. Transparenz rettet im Zweifel Leben. Und Unfälle oder Naturereignisse interessieren sich nicht für Online-Daten.

Ihr Fazit?

Krisenvorsorge darf kein Glücksspiel sein. Es darf nicht davon abhängen, in welcher Kommune man lebt. Wenn wir Resilienz ernst meinen, brauchen wir Verpflichtung, Finanzierung, Transparenz und Übung. Alles andere ist politische Hilflosigkeit – und das wird sich rächen.

Manuel Atug ist Gründer und Sprecher der Arbeitsgruppe Kritische Infrastrukturen (AG KRITIS). Regelmäßig ist er für die Bundesregierung und die Bundesländer als Sachverständiger in Fragen der Cybersicherheit und des Katastrophenschutzes.

Moosburg an der Isar

Nach Stromausfall zur Vorsorge-Stadt: So machte Moosburg sich autark

Moosburg könnte seine Infrastruktur im Blackout bis zu 14 Tage sichern. Wie die Stadt das geschafft hat – und was Netzbetreiber und Polizei raten.
MEHR

Wie sich Kommunen vor einem Blackout schützen können - konkrete Handlungsempfehlungen

Wie Kommunen sich vor einem Blackout schützen können

Konkrete Handlungstipps für Kommunen – was tun bei einer Störung der Energieversorgung, wie vorbeugen, wie Kommunen im Notfall agieren können
MEHR
Der Newsletter für kommunale Entscheidungsträger. Lesen Sie was Kommunen bewegt

Auch von Gudrun Mallwitz

  • Tauberbischofsheim Rathaus
    Ordnungsamt

    Wahlplakate zu groß - Stadt greift durch

    von Gudrun Mallwitz
  • Villach in Österreich, schneebedeckt
    Analyse

    4 Hebel gegen zuviel Autoverkehr in Innenstädten

    von Gudrun Mallwitz
  • Streusalz in Berlin kippt ein Gericht die Verfügung des Senats
    Glätte

    Streusalz in Berlin: Gericht kassiert Freigabe

    von Gudrun Mallwitz

Lesen Sie auch...

  • Künstliche Intelligenz in der Verwaltung

    KI-Avatare übernehmen Bürgerkommunikation

    von Rebecca Piron
  • Verwaltung 4.0

    Kommunale Digitalisierung: So gelingt sie in kleinen Ämtern

    von Monique Opetz
  • Interkommunale Smart City-Plattform

    Digitalisieren ohne Kirchturmdenken

    von Dr. Ilona Benz

Neuester Inhalt

  • Künstliche Intelligenz in der Verwaltung

    KI-Avatare übernehmen Bürgerkommunikation

    von Rebecca Piron
  • Porträt

    Einstiegsdroge Ortsbürgermeister

    von Benjamin Lassiwe
  • Recht aktuell

    Kostenfreie Stadtzeitungen - geht das noch?

    von Tobias Schröter

Schlagwörter

  • Digitalisierung Katastrophenschutz

ZURÜCK ZUR STARTSEITE

Home

Footer First Navigation

  • Messe KOMMUNAL
  • Leserservice
  • AGB
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Mediadaten
  • Verträge kündigen
  • Datenschutzeinstellungen
  • KOMMUNALBESCHAFFUNG

Footer Second Navigation

  • Wir auf Whatsapp