Schwimmen nur mit Deutschkenntnissen
Heidebad: So reagiert die Stadt auf das Einlassverbot
Sollen künftig nur noch Menschen ein Freibad besuchen können, die ausreichende Deutschkenntnisse haben? Der private Betreiber des Heidebades in Halle ist für sich zumindest zu dem Schluss gekommen, dass diese Regel künftig für seinen Betrieb gelten soll. "Wir müssen uns sicher sein, dass die Besucherinnen und Besucher unsere Baderegeln verstehen und so konsequent sein, um die Sicherheit der Badegäste gewährleisten zu können", sagt der Geschäftsführer Mathias Nobel. Anlass sei ein Badeunfall im Strandbad mit einem Kleinkind gewesen. Rettungsschwimmer konnten das Kind noch rechtzeitig aus dem Wasser ziehen. Gerade Kinder müssten verstehen, was das Aufsichtspersonal ihnen zurufe, betont Nobel.
Was sagt die Stadt Halle zu dem Einlassverbot für nicht oder wenig deutsch sprechende Badegäste?
Auf KOMMUNAL-Anfrage sagte der Sprecher der Stadtverwaltung Halle: "Die Stadt hat nach dem Bekanntwerden der Umstände proaktiv Kontakt mit dem Betreiber des Heidebades aufgenommen und Unterstützung angeboten." Sie wolle helfen, "die Kommunikationsschwierigkeiten zu beheben, um die Sicherheit und die Gesundheit der Badenden zu gewährleisten". Das könnte mit Piktogrammen, Übersetzungen oder QR-Codes mit mehrsprachigen Angeboten passieren. "Wir warten auf die Rückmeldung des Badebetreibers", so der Sprecher am heutigen Dienstag.
Badbetreiber: "Wir bleiben konsequent"
Wie setzt der Heidebad-Betreiber seine neuen Regelungen um? Wenn am Eingang auffalle, dass es Verständnisprobleme gebe, werde im Einzelfall entschieden, wie verfahren werde, erläutert der Geschäftsführer. Komme zum Beispiel eine Gruppe ohne auch nur eine Person, die ausreichend Deutsch verstehe, kämen bei ihm und seinem Team Bedenken auf, sagte Nobel. Bislang zeigt er zumindest öffentlich keine Bereitschaft, die Entscheidung rückgängig zu machen. Obwohl es viel Kritik gibt. "Wir bleiben konsequent", zitiert ihn NTV. "Sicherheit geht vor."


