Weihnachtsmarkt Sicherheit
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Ideen für die Sicherheit auf Weihnachtsmärkten

Mo, 19.11.2018

Wie werden Weihnachtsmärkte in diesem Jahr vor Terrorangriffen geschützt? Und wie ordnet die Polizei das Risiko eines Anschlages ein? KOMMUNAL hat sich das Sicherheitskonzept in größeren Städten angeschaut

Die Weihnachtsmarktsaison steht vor der Tür und vielerorts werden die Sicherheitsmaßnahmen erhöht. Die Veranstalter setzen dabei vor allem auf Schutzbarrieren und Absperrungen.

 

Sicherheit für Berliner Weihnachtsmärkte

 

Vor circa zwei Jahren fuhr der Attentäter Anis Amri mit einem Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche in Berlin und tötete mehrere Menschen. Um in diesem Jahr kein weiteres Risiko einzugehen, wurde die Sicherheit erhöht: Schwere Metallpoller, mit Sandsäcken gefüllte Stahlgitterkäfige und hohe Betonsockel sollen Besucher und Standbetreiber vor einem Terroranschlag schützen.

Zudem sollen die Budapester Straße in östliche Fahrtrichtung und die Tauentzienstraße in westliche Fahrtrichtung gesperrt werden. Kritik dafür gab es vom FDP-Abgeordneten Marcel Luthe. Laut ihm sind die Sperrelemente "reine Show". Denn andere Plätze, so der Abgeordnete, seien ebenfalls gefährdet. Anstatt Poller und Absperrungen hätte man "Stadtmöbel" installieren sollen, weil diese Schutz bieten und wesentlich attraktiver aussehen. Und die, sollten sie fest im Boden verankert sein, ebenfalls für die nötige Sicherheit sorgen könnten. Aber laut Innenverwaltung hat kein Unternehmen Stadtmöbel bei der europaweiten Ausschreibung angeboten, die den Sicherheitsanforderungen genügen.

Für den Weihnachtsmarkt in der Spandauer Altstadt (ebenfalls in Berlin) gilt ein etwas anderes Sicherheitskonzept. So soll die Bezirks-Innenstadt befahrbar bleiben und die Autofahrer an den Zufahrten entschleunigen. Poller sollen mit Weihnachtbäumen dekoriert und mit Holz getarnt werden.

 

Sicherheit für nordrhein-westfälische Weihnachtsmärkte

 

Dortmund baut auf das Sicherheitskonzept der letzten Jahre. Heißt: Betonblöcke, Kleinlaster als mobile Barrikaden, Lkw-Fahrverbote und zivile Polizisten. An acht Stellen in der Stadt stehen zudem Kleinlaster, in denen Mitarbeiter der Stadt sitzen. Viel mehr wollte Dortmund aber nicht von seinem Sicherheitskonzept verraten: "Denn der Charme eines Sicherheitskonzepts ist, dass man nicht zu viel davon verrät", erklärte der Stadtsprecher in dortmund24.

In Bochum sollen Wassersäcke den Zugang zur Innenstadt versperren. Zusätzlich werden auch Sperrungen eingesetzt, die kein Auto durchbrechen kann. Sie stammen aus Israel und sollen sich beim Aufprall verformen - aber einen Angriff aufhalten. Zudem können sie für Linienbusse geöffnet werden. Werden Busse tatsächlich auf die Weihnachtsmeile gelassen, werden die Fahrer im Vorhinein jedoch überprüft.

In Bielefeld will man den Betrieb nicht durch Absperrungen lahm legen, weshalb Veranstalter, Standbetreiber und Schausteller besonders aufmerksam sein und Auffälligkeiten direkt an das Ordnungspersonal melden sollen. Auch zusätzliche Wachleute werden eingesetzt.

In Düsseldorf sollen ebenfalls zivile und uniformierte Polizisten für mehr Sicherheit sorgen.

Doch: Wie hoch ist das Risiko eines Anschlages überhaupt? Laut Düsseldofer Polizei ist die Gefahr in diesem Jahr nicht höher als in den Vorjahren...

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