Direkt zum Inhalt

Secondary Navigation

  • E-Paper
  • Podcast
  • Webinare
  • Messe
  • Veranstaltungen
  • Newsletter
  • Stellenmarkt
  • Kontakt
  • Anmelden
 

Messe KOMMUNAL 2026

18.–19. November in Erfurt. Kostenlos dabei sein, Lösungen entdecken und vernetzen.

Jetzt kostenlos anmelden
Home
Home

Main navigation

  • K+

Mobile Navigation

  • Anmelden
  • Politik
  • Praxis
  • Panorama
  • K+
  • K+ bestellen
  • E-Paper
  • Newsletter
  • Webinare
  • Messe
  • Veranstaltungen
  • Podcast
  • Stellenmarkt
  • Kontakt
  1. Politik
  2. Finanzen
  3. Zwei Jahre, ein Haushalt, ein Abschluss
Doppelhaushalt
Ein Doppelhaushalt hat für Kommunen durchaus Vorteile.
© Adobe Stock

Doppelhaushalt

Zwei Jahre, ein Haushalt, ein Abschluss

23. September 2026
Längerfristig planen, aber trotzdem jährlich abschließen: Der Doppelhaushalt, den die Kommunalverfassungen erlauben, entlastet die Kämmereien kaum. Eva Franke und Matthias Wiener plädieren im Gastbeitrag für einen echten Doppelhaushalt mit nur einem Abschluss, erprobt zunächst in Modellkommunen in Sachsen-Anhalt.

Die kommunale Haushaltswirtschaft steht unter erheblichem Druck. Rekorddefizite, Personalmangel, zunehmende Komplexität und die Notwendigkeit flexibler Reaktionsmechanismen belasten die Kämmereien. Der Doppelhaushalt, den die Kommunalverfassungen erlauben, hat sich nicht durchgesetzt. Er bleibt ein formal-jährlich gebundener Haushalt in der äußerlichen Hülle einer Haushaltssatzung ohne substanzielle Entlastung und kann deshalb als unechter Doppelhaushalt bezeichnet werden. Die niedrige Verbreitung auf kommunaler Ebene belegt: Der Nutzen ist in der Praxis zu gering, die Risiken zu groß.

Doppelhaushalt entlastet die Verwaltung

Das Reformmodell eines echten Doppelhaushalts setzt hier an. Es fasst zwei Kalenderjahre zu einem Planungszeitraum zusammen, mit einem Doppelabschluss zum Ende des zweijährigen Haushaltskreislaufs. Damit entfällt nicht nur die jährliche Neuaufstellung eines Haushalts, sondern auch ein jährlicher Jahresabschluss. Diese Umstellung verspricht eine deutliche Verwaltungsentlastung, stärkt die Planungsflexibilität und reduziert den Handlungsdruck zum Jahresende. Die Bindung sämtlicher Ermächtigungen an das Kalenderjahr wird innerhalb des Doppelhaushalts aufgelöst; sie können bedarfsgerecht im gesamten zweijährigen Zeitraum eingesetzt werden. Angefangen bei Planansätzen über Verpflichtungsermächtigungen bis hin zur Kreditermächtigung. Für Kämmereien bedeutet dies weniger formale Planungsprozesse, für die Rechnungsprüfung sinkt die Zahl der Prüfzyklen und die Kommunalaufsicht kann Genehmigungsprozesse bündeln.

Kommunalvertretungen regelmäßig einbeziehen

Diese Flexibilität bringt jedoch neue Anforderungen: Die Steuerung darf nicht verwässert werden. Gerade weil Mittel über zwei Jahre disponibel sind, ist ein aktives Berichtswesen entscheidend. Die Haushaltsüberwachung muss konsequent und engmaschig erfolgen. Zudem sind die Kommunalvertretungen trotz des Wegfalls eines Planungs- und Abschlussprozesses regelmäßig einzubinden, da sie die Budgethoheit innehaben. Für Kämmereien bedeutet dies: interne Controlling- und Monitoringstrukturen anpassen, Liquiditätsplanung stärken, auf Planabweichungen frühzeitig reagieren und hinweisen. Die Rechnungsprüfung muss ferner ihre Prüfmethodik und ihren Prüfrhythmus an den Doppelabschluss ausrichten.

Rahmen für rechtssichere Erprobung

Der Landesgesetzgeber ist gefordert, den Rahmen für eine rechtssichere Erprobung zu schaffen. Die Rechtsgrundlagen unter anderem in §§ 100, 118 und 120 KVG LSA sind in einer Pilotklausel zu öffnen. § 157 KVG LSA bietet die Möglichkeit, den echten Doppelhaushalt und Doppelabschluss befristet in Modellkommunen zu erproben. Wesentlich ist: Die Einführung erfolgt kontrolliert, mit klaren Kriterien für Auswahl und Evaluation der Pilotkommunen. Zudem sind IT-Anbieter einzubeziehen, da Haushaltssoftware und Berichtssysteme angepasst werden müssen.

Eine pauschale flächendeckende Einführung wäre verfrüht. Die Erfahrungen mit neuen Steuerungsmodellen zeigen: Gesetzliche Reformen gelingen, wenn sie praxisnah getestet und auf reale Anforderungen hin nachgeschärft werden. Pilotkommunen – in enger Begleitung durch Kämmereien, Rechnungsprüfung, Kommunalaufsicht und unterstützt durch den Städte- und Gemeindebund – können die tatsächlichen Entlastungseffekte, aber auch die Risiken frühzeitig aufzeigen.

Handlungsspielräume eröffnen

Das Ziel ist nicht, zusätzliche Bürokratie zu schaffen, sondern Handlungsspielräume zu eröffnen. Ein echter Doppelhaushalt ist kein Selbstzweck. Er ist ein Instrument, um mit knappen Ressourcen handlungsfähig zu bleiben und gleichzeitig Steuerung und Kontrolle zu sichern. Die aktuelle Situation mit einem begrenzten Nutzen des unechten Doppelhaushalts ist nicht zukunftsfähig.

Der Appell richtet sich an alle Beteiligten: Kämmereien sollten interne Voraussetzungen prüfen und aktiv Bereitschaft zur Erprobung signalisieren. Rechnungsprüfungsämter sind angehalten, frühzeitig Prüfkonzepte für Doppelabschlüsse zu entwickeln. Kommunalaufsichtsbehörden sind aufgefordert, Pilotprojekte zu unterstützen. Der Landesgesetzgeber sollte die rechtlichen Rahmenbedingungen für Modellkommunen zeitnah schaffen.

Eva Franke, Eisleben

Eva Franke ist Sachgebietsleiterin für Gewerbe und Wohngeld der Stadtverwaltung Eisleben.

Matthais Wiener, Dessau-Roßlau

Matthias Wiener ist Abteilungsleiter der Finanz­buchhaltung bei der Stadt Dessau-Roßlau und Hochschuldozent an der Hochschule Harz. 

Die Herausforderungen der kommunalen Haushaltswirtschaft verlangen mutige, zugleich kontrollierte Innovationen. Der echte Doppelhaushalt mit Doppelabschluss ist ein realistischer, praxistauglicher Ansatz. Er verdient eine gezielte Pilotphase – nicht als theoretisches Modell, sondern als erprobte Option in der kommunalen Praxis. 

Grundlage dieses Artikels ist die Bachelorarbeit der Verfasserin Eva Franke mit dem Titel: „Der echte Doppelhaushalt – Die Zusammenfassung von zwei Kalenderjahren zu einem Planungszeitraum“, vorgelegt im Jahr 2025 am Fachbereich Verwaltungswissenschaften der Hochschule Harz. Die wesentlichen Erkenntnisse wurden in einem Fachbeitrag (der gemeindehaushalt 10/2025, S. 220–236 „Echter Doppelhaushalt mit Doppelabschluss – Reformmodell für die kommunale Haushaltswirtschaft“) vertieft und weiterentwickelt. 

Pirmasens und der Landkreis Südwestpfalz lassen die kommunale Finanzausstattung in Rheinland-Pfalz erneut gerichtlich prüfen. Am 25. September 2026 verhandelt das Verwaltungsgericht Neustadt.

Kommunaler Finanzausgleich vor Gericht: Pirmasens und Südwestpfalz klagen gegen Rheinland-Pfalz

Pirmasens und Südwestpfalz klagen gegen den kommunalen Finanzausgleich. Worum es geht, wie die Finanzlage ist und was ein Urteil ändern könnte.
MEHR

Update zur Mitteilungsverordnung

Update Mitteilungsverordnung: Warum Kommunen zuerst ihre eigene Organisation prüfen müssen

Wer ist in der Kommune mitteilungspflichtige Stelle? Was die neuen BMF-Hinweise für Bagatellgrenze, Eigenbetriebe und Kämmerei bedeuten.
MEHR

Ritt finanzielles Desaster der Kommunen

Die Kommunen und der Ritt vor die Wand

Defizitäre Kommunen: NSGB-Präsident Marco Trips beleuchtet den unbemerkten Teil der Staatsfinanzierungskrise – und ihre Ursachen.
MEHR
Der Newsletter für kommunale Entscheidungsträger. Lesen Sie was Kommunen bewegt

Weitere Gastbeiträge

  • Was kann das Ehrenamt leisten und wo liegen die Grenzen?
    Ehrenamt und Haushaltskonsolidierung

    Ehrenamt kann viel, aber nicht den Haushalt retten

  • Der Jahresabschluss
    Finanzen

    Forderungen im kommunalen Jahresabschluss realistisch bewerten

  • Mann Frau gleiches Geld
    Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit

    Entgelttransparenz-Richtlinie: Das gilt für die Kommunen

Lesen Sie auch...

  • Recht Aktuell

    Kommunaler Finanzausgleich vor Gericht: Pirmasens und Südwestpfalz klagen gegen Rheinland-Pfalz

    von Christian Erhardt-Maciejewski
  • Kommunalfinanzen

    Update Mitteilungsverordnung: Warum Kommunen zuerst ihre eigene Organisation prüfen müssen

    von Matthias Wiener
  • Kassen leer

    Pflegekassen in Not: Diese Milliarden-Rechnung droht den Kommunen

    von Christian Erhardt-Maciejewski

Neuester Inhalt

  • Forum KOMMUNAL 2026

    Drei Tage, die verbunden haben

    von Rebecca Piron
  • Landleben

    10 Tipps: Nichts wie weg? Bleibt doch!

    von Gudrun Mallwitz
  • Messe KOMMUNAL 2026

    Hier lernen Städte und Gemeinden voneinander

    von Rebecca Piron

Schlagwörter

  • Finanzen

ZURÜCK ZUR STARTSEITE

Home

Footer First Navigation

  • Messe KOMMUNAL
  • Leserservice
  • AGB
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Mediadaten
  • Verträge kündigen
  • Datenschutzeinstellungen
  • KOMMUNALBESCHAFFUNG

Footer Second Navigation

  • Wir auf Whatsapp