KOMMUNAL-Auszeichnung
Wahlhelfer des Jahres: Mit 90 leidenschaftlich im Einsatz
Wenn morgens um acht das Wahllokal öffnet, ist Horst Buchholz längst vor Ort. „Viertel vor acht bin ich immer da“, sagt der 90-Jährige. „Alte Schule, immer überpünktlich.“ Wahlunterlagen prüfen, Stimmzettel ausgeben, die Wahlurne betreuen Er übernimmt, was gerade ansteht. Wenn um 18 Uhr die Tür geschlossen wird, geht es ans Auszählen. „Ich bin immer bis zum Schluss dabei“, sagt er.
Für dieses Engagement zeichnet KOMMUNAL Horst Buchholz aus Guntersblum in Rheinland-Pfalz als „Wahlhelfer des Jahres“ aus. Vorgeschlagen hat ihn Günter Schneider, Mitglied der örtlichen Gemeindevertretung und Beigeordneter. „Mit Rücksicht auf das Alter von Horst hatte der Wahlvorstand bei der Landtagswahl im März zunächst ohne ihn geplant“, berichtet Schneider. Doch der erfahrene Wahlhelfer wollte wieder dabei sein. „Er hat gleich interveniert.“
Wahlhelfer aus Passion
Sechsmal war Buchholz nach eigenen Angaben bereits Wahlhelfer. Damit angefangen habe er damit schon vor seinem Umzug nach Guntersblum vor 28 Jahren im hessischen Dörnigheim. Auch die Ehefrau des gelernten Restaurantfachmanns ist ehrenamtlich aktiv. Sie ist die Seniorenbeauftragte der Ortsgemeinde Guntersblum. An seiner Aufgabe als Wahlhelfer schätzt Buchholz vor allem auch das Gemeinschaftserlebnis. Wenn die Stimmen ausgezählt sind und die Wahlurne verplombt ist und in die Verbandsgemeinde nach Oppenheim transportiert wird, gehören für das Helferteam und damit auch für ihn ein Glas Wein und ein paar Kanapees dazu.

Leidenschaft für Fußball muss warten
Einen Wahlabend wird er so schnell nicht vergessen. Bei der jüngsten Landtagswahl in Rheinland-Pfalz musste er darauf verzichten, das Spiel seiner Lieblingsfußballmannschaft live zu verfolgen. „Ich bin ein leidenschaftlicher Fan von Eintracht Frankfurt und habe deren Heimspiele bis zum letzten Jahr alle besucht. Ausgerechnet am Wahlsonntag stand das Rhein-Main-Duell gegen Mainz 05 an. Fußball oder Stimmen auszählen? Für Buchholz war klar: Die Wahl geht vor. Das Spiel nahm er zu Hause auf.
Hinter seinem Engagement steckt mehr als Pflichtbewusstsein. Buchholz will zeigen, dass Demokratie davon lebt, dass Bürger Verantwortung übernehmen. „Ich muss ein Beispiel für unsere Jugend sein und vorangehen“, sagt er. Ans Aufhören denkt er nicht. Am 20. Januar wird er 91 Jahre alt. Ob er mit 94 Jahren auch bei der Bundestagswahl wieder dabei sein wird? Das kann er sich gut vorstellen: „Ich bleibe mit ganzem Herzen dabei.“
KOMMUNAL lädt nach Berlin ein
Nun darf er sich erst einmal auf seinen Preis freuen: KOMMUNAL lädt den Wahlhelfer des Jahres nach Berlin ein – inklusive Übernachtung, Besuch in der Redaktion und gemeinsamem Mittagessen. Für Buchholz ist die Reise zugleich eine Rückkehr an einen vertrauten Ort. Er hat mehrere Jahre in Berlin gearbeitet.


