Kommunen im Wandel - das neue Buch

Kommunen im Wandel - das neue Buch

Mo, 20.03.2017

Wie sehen die Lösungen für Probleme der Zukunft aus? Gerhard Sisterhenn hätte da ein paar Vorschläge...

Wie stellt sich die Kommune der Zukunft richtig auf? Das neue Buch "Kommunen im Wandel" soll Aufschluss geben. Anhand von Praxisbeispielen zeigt Autor Gerhard Sisterhenn auf, wo noch besonders viel Potential schlummert. Im KOMMUNAL Gastbeitrag beleuchtet er mit der interkommunalen Zusammenarbeit und dem demografischen Wandel zwei Beispiele aus seinem Buch "Kommunen im Wandel". Die Anforderungen an die Kommunen verändern sich und wachsen stetig. Gerade die kleinen und mittleren Verwaltungen spüren dies als erstes. Der Wettbewerb mit anderen Verwaltungen und der Wirtschaft um qualifizierte Arbeitskräfte und die immer schwierigere Finanzsituation sind nur einige von vielen Punkten, die unsere Kommunen zu neuen Lösungswegen zwingen, um handlungsfähig zu bleiben. Einer der möglichen Wege ist die Zusammenarbeit mit Nachbarverwaltungen. Dieser Schritt ist aber für Verwaltungen in den meisten Fällen heute noch undenkbar. Eine der Ängste ist der Verlust der Selbstverwaltung. Dabei sind verschiedenste Stufen und Ausprägungen der Zusammenarbeit vorstellbar: Eine gemeinsame Verkehrsraumüberwachung, Zusammenarbeit der Bauhöfe, das Outsourcing der IT zu einer Nachbarverwaltung oder die Bildung einer Gemeinschaftskasse, um nur einige Beispiele zu nennen.

"Kommunen im Wandel" - DIESES Problem haben alle

Der Weg zu einer Zusammenarbeit ist aber schwierig und Verwaltungen denken am Anfang bei interkommunaler Zusammenarbeit nicht an das Motto „Gemeinsam sind wir stark, getrennt gehen wir unter“, sondern haben Angst vor einer Fusion oder Zusammenlegung mit den Nachbarn. Diese Gedanken führen dazu, dass auch die kleinste Möglichkeit einer Änderung in der Struktur oder der Arbeitsweise schwer zu realisieren ist. An dieser Stelle hilft externe Beratung dabei, neue Lösungswege zu finden und politische und persönliche Hemmnisse der beteiligten Parteien abzubauen. Wichtig ist, den handelnden Personen Optionen aufzuzeigen, das vorhandene Potential besser auszuschöpfen. Vielen Verwaltungen ist nicht bewusst, dass ein frühes Anpacken der Probleme sehr große Handlungsfreiheit bietet und man in der Wahl der Mittel doch recht frei entscheiden kann, anstatt dass man später unter Zwang und Kontrolle handeln muss. Hier können Impulse, die von außen kommen, viel wirksamer sein als die Worte eines Mitarbeiters der Kommune.

Der Autor des Buches
Die neutralen und objektiven Argumente eines externen Beraters geben den handelnden Personen die Möglichkeit eines anderen Blickwinkels. Oft liefert genau dieser neue Blickwinkel die Möglichkeit und Bereitschaft für Änderungen. Die besten Lösungen der Zusammenarbeit sind immer die, wo sich Personen der verschiedenen Verwaltungen mit gleichen Zielen und Visionen finden und feststellen, dass agieren statt reagieren der richtig Schritt ist. Ähnlich wie bei der interkommunalen Zusammenarbeit gilt auch beim demografischen Wandel: „Wenn der Sturm der Veränderung bläst, bauen die einen hohe Mauern, die anderen setzen neue Segel“. Um die richtigen Segel setzen zu können, brauche ich in allen Planungsbereichen verlässliche und möglichst zukunftsorientierte Daten. Dies beginnt für das eigene Personalmanagement, um rechtzeitig ausscheidendes Personal schnell und qualifiziert ersetzen zu können. Nachwuchsgewinnung für die Kommunen wird immer schwieriger. Wir haben quasi Vollbeschäftigung in vielen Regionen. Zusätzlich lockt die Wirtschaft mit attraktiven und finanziell ansprechenden Angeboten. Besonders in den Marketingmethoden deutlich aggressiver und moderner aufgestellt, hat die Wirtschaft die Nase vorn. Gerade im IT-Bereich tun sich die Kommunen schwer da mitzuhalten.
Das Cover des Buches
Auch beim demografischen Wandel fehlen praktikable Daten, das habe ich in meinem Buch "Kommunen im Wandel" näher beschrieben. Nicht dass alle diese Informationen nicht in irgendwelchen Fachverfahren schlummern, das Problem ist die schnelle Verfügbarkeit der Daten aggregierbar und aus verschiedenen Quellen zusammenverschnitten, und mit einem GIS-system transparent im Landkreis oder Stadtteilen bis auf Blockebene dargestellt. Auch der Datenschutz verhindert oft den notwendigen Datenaustausch, weil Auswertungen und Berichte aus dem Einwohnermeldewesen nicht weitergegeben werden dürfen. Aus all diesen Gründen benötigt die Kommune ein Demografie-Tool, was alle diese Forderungen erfüllt.Die Daten werden aus dem Meldewesen anonymisiert, nach Stadt, Stadtteil, Blockseiten und oder Straßen aggregiert und dann mit Daten aus dem Sozialwesen, Finanzwesen, IHK-Daten und anderen Datenquellen verschnitten und mittels GIS-System  grafisch dargestellt. Die Verfügbarkeit dieser Daten über Browser an alle Mitarbeiter der Verwaltung ist datenschutzrechtlich unbedenklich. Aus meiner Sicht ist ein solches Tool nicht nur sinnvoll, sondern Pflicht für jede Verwaltung. Nur wer seine Daten und Fakten kennt kann zukunftsorientiert planen und die richtigen Entscheidungen treffen, beziehungsweise die richtigen Segel setzen.

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