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Teamgeste
Gemeinsam stärker sein und erfolgreiche Projekte verwirklichen - das kann die Kooperation über Kommune-Grenzen hinweg ermöglichen.
© 123rf.com

Zusammenarbeit

Kommunalpolitik als Mannschaftssport – so gelingt Kooperation

von Dorothea Walchshäusl
Reporterin | KOMMUNAL
27. Januar 2026
In der Verwaltungsgemeinschaft Fuchstal zeigt sich, wie Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg funktionieren kann. Ob Smart-City-Projekte, Klimaschutz oder demografischer Wandel – gemeinsames Handeln bringt Entlastung und neue Ideen. Geschäftsstellenleiter Gerhard Schmid teilt seine Erfahrungen und gibt praxisnahe Tipps, wie Kooperation im Alltag wirklich gelingt.

Gemeinsam ist man stärker. So simpel und selbstverständlich diese Aussage daherkommt, so herausfordernd ist ihre Umsetzung bisweilen in der Praxis und entsprechend großen Respekt haben manche Kommunen vor der interkommunalen Zusammenarbeit. Dabei bringt diese im besten Fall eine deutliche Arbeitserleichterung, geringere Kosten und nicht zuletzt viel Inspiration mit sich. Dies ist eindrucksvoll zu erleben in der Verwaltungsgemeinschaft Fuchstal, die bei verschiedensten Themen auf die Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg setzt.

Interkommunale Kooperation in Oberbayern

Die Verwaltungsgemeinschaft Fuchstal liegt im oberbayerischen Landkreis Landsberg und vereint die Gemeinden Fuchstal mit 4151 Einwohnern und Unterdießen mit 1522 Einwohnern. „Bei uns ist die interkommunale Kooperation fest in der DNA verwurzelt. Wir sind eine kleine Kommune und schaffen bestimmte Aufgaben nicht alleine“, sagt Gerhard Schmid, der Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft. Deshalb seien sie einer interkommunalen Kooperation gegenüber immer aufgeschlossen und hätten durchwegs gute Erfahrungen damit gemacht.

Vom Städtebau bis zum Klimaschutz

In den vergangenen Jahren hat die Verwaltungsgemeinschaft schon bei einer Vielzahl von Projekten mit weiteren kommunalen Partnern zusammengearbeitet. 2017 etwa haben sich die Gemeinden Fuchstal, Apfeldorf, Hofstetten und Thaining zusammengeschlossen, um ein Überörtliches Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept auszuarbeiten und die Region vor Ort gemeinsam weiterzuentwickeln, etwa durch den Bau eines größeren Wohngebiets. Ein weiterer Meilenstein in der interkommunalen Kooperation war die Umsetzung des Modellprojekts „Smart Cities“ durch die Gemeinden Apfeldorf, Fuchstal und Unterdießen, in Zuge dessen unter anderem eine gemeinsame App für die Bürger der drei Gemeinden entwickelt wurde. Diese werde mittlerweile auch von den Vereinen immer mehr angenommen und trage wesentlich dazu bei, dass auch die Bürger über die kommunalen Grenzen hinaus denken. Darüber hinaus gibt es laut Schmid einen neun Gemeinden umfassenden Schulverband, einen interkommunalen Bauhof, eine gemeinsame Kläranlage und ein überkommunales Klimanetzwerk und schlägt sich der interkommunale Geist nicht zuletzt auch auf Ebene der Vereine nieder. So erbauen die Feuerwehren der Ortsteile Asch und Leeder gerade ein gemeinsames Feuerwehrhaus, eine spätere Fusion der beiden Fuchstaler Feuerwehren ist ebenfalls geplant.

Aktuell: Projekt zur demografiefesten Kommune

Das jüngste interkommunale Projekt der Verwaltungsgemeinschaft dreht sich um die demografische Entwicklung und die Frage, wie sich die Gemeinden hier gemeinsam für die Zukunft aufstellen können. „Die Probleme werden zunehmend drängender. Wir wollen uns dem demografischen Wandel entgegenstellen und vorbereitet sein“, sagt Schmid und auch das gehe am besten zusammen. So haben sich Fuchstal, Apfeldorf und Unterdießen erfolgreich für das bayerische Pilotprogramm „Demografiefeste Kommune“ beworben und sind gerade dabei, mit Beteiligungsprozessen und Beratung von außen den Ist-Zustand in den verschiedenen Gemeinden zu analysieren. Ziel ist es laut Schmid für alle drei, zum einen den älteren Bürgern eine Infrastruktur zu bieten, die dafür sorgt, dass diese auch im höheren Alter im Ort wohnen bleiben können. Zum anderen sollen auch spezielle Angebote für Jüngere geschaffen werden, die den Bezug zum Heimatsort stärken. Bis 2026 noch läuft die Analyse und die Ausarbeitung eines gemeinsamen Konzepts, danach geht es an die Umsetzung. Eine Sache steht hierbei bereits fest: So soll in jedem Ort ein Dorfgemeinschaftshaus errichtet werden als sozialer Treffpunkt für die Bürger. „Wir wollen Alt und Jung wieder zusammenführen und die Identität des Ortes stärken“, so Schmid.

Handschlag
Gemeinsamkeiten verbinden und Vertrauen ist spielentscheidend bei der interkommunalen Kooperation

So gelingt interkommunale Kooperation

Ganz gleich, um welches Thema es geht: In der Verwaltungsgemeinschaft Fuchstal erlebt man laut Schmid regelmäßig, wie gewinnbringend interkommunale Kooperation sein kann. „Man kommt so viel schneller voran, als wenn man alleine weitermacht und man bereichert und befruchtet sich gegenseitig“, sagt Schmid. Zudem mache die Zusammenarbeit großen Spaß und könne man viel voneinander lernen. Damit die Kooperation in der Praxis aber tatsächlich gelingt, braucht es aus der Erfahrung von Schmid bestimmte Grundhaltungen auf allen Seiten.

Das sind seine Tipps:

  • Enger Austausch und Vertrauen: Man muss die Kommunalpolitik als Mannschaftssport sehen. Das Allerwichtigste bei einer Kooperation zwischen Gemeinden ist, dass man sich gut versteht und sich gegenseitig vertraut.
  • Gemeinsamkeiten verbinden: Am besten funktionieren gemeinsame Projekte, wenn die Kommunen ungefähr gleich groß sind und ähnliche Interessenlagen haben.
  • Der anderen Kommune etwas gönnen: Eine wesentliche Voraussetzung für gute Kooperation ist es, sich einzugestehen, dass man nicht alles alleine lösen kann. Damit einher geht auch die Fähigkeit, der anderen Kommune im Zweifelsfall etwas gönnen zu können – etwa, wenn es um die Entscheidung geht, an welcher Stelle ein gemeinsamer Bauhof angesiedelt wird.
  • Interkommunale Kooperation zur Chefsache machen: Ob interkommunale Kooperation tatsächlich gelingt, hängt oft federführend vom Einsatzwillen des Bürgermeisters ab und seiner Nähe zu den Kollegen aus den anderen Kommunen. Außerdem muss die Verwaltung die Projekte natürlich mittragen, dann kann die Kooperation auch für die Bürger spürbar werden.
  • Nicht in Formalia verstricken: Geht es um Absprachen und die praktische Umsetzung von Kooperationen, ist eine detaillierte Abstimmung natürlich wichtig. Aber: Wenn man schon bei der Ausarbeitung einer Zweckvereinbarung über jeden Halbsatz diskutiert, sollte man es besser bleiben lassen. Schließlich ist es enorm wichtig, die Zusammenarbeit möglichst unkompliziert zu gestalten.

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