Bildung vor Ort
So steuern Kommunen ihr Bildungsangebot klug
Ausreichend Daten als Basis verwenden
Nur wenn man genau weiß, wie die Situation in der Kommune ist, kann man auch erfolgreich vorausplanen. Deshalb ist das sogenannte Bildungsmonitoring ausgesprochen wichtig, also konkret die Erhebung von Daten wie den aktuellen Kindern im Betreuungsalter, den Übergangsquoten von der Grundschule oder den Abbruchraten. Darauf basierend kann dann in Folge eine genaue Bedarfsanalyse durchgeführt werden, die festhält, wo Angebote fehlen und wo es gezielte Förderungen braucht. An dritter Stelle des Monitorings steht schließlich die Definition möglichst klarer und messbarer Ziele.
Vernetzen und kooperieren
Bildung betrifft nicht nur die Kitas und die Schulen, Bildung ist eine Gemeinschaftsaufgabe und findet auch an vielen weiteren Orten statt. Die Kommune kann hier als Moderatorin und Netzwerkerin agieren und die zentralen Akteure miteinander verbinden. Dazu zählen u.a. das Jugendamt, das Schulverwaltungsamt, das Sozialamt und die Wirtschaftsförderung. Außerdem lohnt es sich, die Wirtschaftskammern einzubinden ebenso wie die Arbeitsagenturen, die Kirchen, die Vereine und freien Träger in der Kommune. In Form eines Bildungsbeirats kann zudem ein Gremium geschaffen werden, in dem die verschiedenen Akteure regelmäßig zusammenkommen und Strategien abstimmen.
Zentrale Anlaufstelle schaffen
Damit die Vernetzung gelingt und das Bildungsmanagement langfristig funktioniert, hat sich in etlichen Kommunen wie zum Beispiel Nürnberg die Schaffung einer zentralen Stelle bewährt. Unter dem Titel „Bildungsbüro“ handelt es sich dabei um eine Schnittstelle zwischen Politik, Verwaltung und Praxis, die sowohl für Bürger als auch für Institutionen die zentrale Anlaufstelle ist, wenn es um Bildungsfragen geht. Zudem können über diese Stelle neue Projekte im Bildungsbereich vorangetrieben werden, etwa Sprachkurse oder die MINT-Förderung.
Bildungsübergänge in den Blick nehmen
Meist sind es nicht die Phasen in den Bildungseinrichtungen selbst, sondern die Übergänge dazwischen, die für Probleme sorgen können. Hier kann das kommunale Bildungsbüro eine wichtige Rolle einnehmen. Beim Übergang von der Kita zur Grundschule ist häufig z.B. die Sprachförderung ausbaufähig. Geht es um den Schritt aus der Schule hinein ins Berufsleben, kann die Kommune Bildungsorientierungsmessen mitorganisieren, Coaching-Programme installieren und eine enge Verzahnung mit den Betrieben vor Ort unterstützen. Und auch später ist die Rolle der Kommune nicht zu unterschätzen, wenn es um Weiterbildungsangebote für Erwachsene geht.
Bürger bei der Planung mitnehmen
Ein gutes kommunales Bildungsmanagement gelingt nur dann, wenn die Bürger beim Planungsprozess mitgenommen werden und das sind in diesem Fall die Schüler ebenso wie die Eltern und Lehrkräfte. Zur Transparenz beitragen kann dabei etwa die Veröffentlichung der Bildungsberichte in leicht verständlicher Sprache, um eine öffentliche Debatte anzustoßen.
Beispiele für innovatives Bildungsmanagement in Kommunen
Es gibt verschiedene innovative Wege, um das Bildungsmanagement in der Kommune voranzutreiben. Das zeigt sich am besten in den Kommunen vor Ort:
- Einen pragmatischen, aber erfolgreichen Ansatz verfolgt man im bayerischen Ebersberg. Während der Corona-Pandemie wurde dort eine Software zur Darstellung der jeweiligen Inzidenzen angeschafft. Heute wird eben diese Software weiter genutzt, um ein interaktives Bildungsdashboard zu bespielen. Dort werden nun alle planungsrelevanten Daten zu den landkreiseigenen weiterführenden Schulen und sonderpädagogischen Förderzentren aufgeführt, außerdem finden sich neben der Anzahl der Schüler an den verschiedenen Schulen sowie den jeweiligen Schülerprognosen Informationen zu den Wohnorten der Schüler und den Ganztagsgruppen an den betrachteten Schulen.
- In Mönchengladbach in Nordrhein-Westfalen wiederum wurde ein Analyse-Dashboard installiert, das für die Fachplanung im Bildungssektor genutzt wird und von dem auch das Bildungsbüro profitiert. Die Daten der offiziellen Schulstatistik werden in diesem Dashboard mit aktuellen und historischen Daten visualisiert, sodass Bildungsexperten die Entwicklungen im Bildungsbereich analysieren können. Durch den Einsatz von Filtern können sie dabei gezielt einzelne Schulformen oder Schulstandorte betrachten und Maßnahmen zur Verbesserung ergreifen.
- Im Landkreis Oder-Spree in Brandenburg wurde das Bildungsmonitoring auf Kreisebene angesiedelt, um die kreisangehörigen Gemeinden bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Kern des Monitorings ist eine kontinuierliche Bildungsberichterstattung, mittels derer sowohl der gegenwärtige Zustand der Bildungslandschaft als auch Tendenzen für die Zukunft beschrieben werden.
Weiterführende Informationen zum Bildungsmanagement und -monitoring in Kommunen hier



