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  3. Kitaplätze: Betreuungslücke wird immer größer
In Deutschland fehlen immer mehr Kitaplätze - obwohl Milliarden investiert wurden - ein Grund ist die Beitragsfreiheit
In Deutschland fehlen immer mehr Kitaplätze - obwohl Milliarden investiert wurden - ein Grund ist die Beitragsfreiheit

3 Bundesländer im Fokus

Kitaplätze: Betreuungslücke wird immer größer

von Christian Erhardt-Maciejewski
Geschäftsführer, Chefredakteur | KOMMUNAL
12. Oktober 2020
Immer mehr Eltern wünschen sich möglichst früh einen Betreuungsplatz für ihre Kinder. Doch das Angebot steigt nicht so schnell wie die Nachfrage. Das hat auch viel mit fehlenden Erzieherinnen und Erziehern zu tun. In drei Bundesländern ist die Situation besonders schwierig. Die Beitragsfreiheit in vielen Bundesländern verschärft die Situation offenbar noch!

342.000 Kitaplätze fehlen laut einer neuen Berechnung in Deutschland. Damit ist der Anteil der fehlenden Kitaplätze trotz des Rechtsanspruchs in den vergangenen Jahren noch gestiegen. Exakt um 127.000 Plätze, wie eine IW-Studie zeigt. Die Welt am Sonntag hat zuerst über die Studie berichtet. Konkret bedeutet das, dass für jedes siebte Kind unter drei Jahren in Deutschland ein Betreuungsplatz fehlt. Die Gründe sind klar: Die Betreuungsquote ist auf 35 Prozent gestiegen, vor fünf Jahren lag sie bei 32 Prozent. Gleichzeitig stieg die Zahl der geborenen Kinder. Teil der Wahrheit ist aber auch, dass die Fördergelder des Bundes offenbar an der falschen Stelle eingesetzt werden.

Gute Kita-Gesetz ohne einheitliche Regeln 

Eigentlich sollte das sogenannte "Gute-Kita-Gesetz" der Bundesregierung Abhilfe schaffen. 5,5 Milliarden Euro hat es gekostet. Doch es gibt keine einheitlichen Richtlinien für den Einsatz des Geldes. Fördergelder können in eine größere Zahl an Erziehern, längere Öffnungszeiten aber auch für die Senkung oder Abschaffung der Kita-Gebühren verwendet werden.

Allein in die Beitragsfreiheit wurden in den vergangenen Jahren fast 2 Milliarden Euro aus dem Paket gesteckt. Das Ergebnis: der Kita-Platz für Eltern wird zwar unterm Strich günstiger oder beitragsfrei, es wird aber immer schwerer, einen Platz zu bekommen. Auch der Betreuungsschlüssel - also die Zahl der Kinder, die von einem Erzieher betreut werden müssen, hat sich kaum verbessert. Grund ist die Tatsache, dass "der Markt leergefegt ist", wie viele Kommunen immer wieder bemängelt. Es wurde zu wenig ausgebildet, auf dem Markt gibt es nicht genügend Erzieherinnen und Erzieher. 

Situation der Kitaplätze in den Bundesländern sehr unterschiedlich 

Nicht ganz neu ist eine Erkenntnis aus der IW-Studie zur unterschiedlichen Situation in den Bundesländern. In den westdeutschen Bundesländern ist die Zahl der Kitaplätze dabei problematischer als in den ostdeutschen Bundesländern. Das Saarland hat ein besonders große Problem mit der sogenannten Kita-Lücke. Jedes fünfte Kind hat hier keinen Betreuungsplatz. Auch Eltern in Bremen und Nordrhein-Westfalen suchen besonders häufig nach einem Betreuungsplatz für ihr Kind. Die Kita-Lücke liegt hier laut IW-Studie bei 19 Prozent. Vor allem in NRW hat sich die Zahl damit deutlich erhöht. Der Grund liegt darin, dass hier besonders viele Eltern in den vergangenen Jahren einen Kitaplatz für ihr Kleinkind beantragt haben. 

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