"Lebendige Gewässer" - jetzt startet ein neues Beratungsangebot

"Lebendige Gewässer" - endlich Unterstützung!

Fr, 03.02.2017

Kommunen müssen bis 2027 die Qualität der Oberflächenwässer verbessern – das gibt die Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) vor. Dazu wurde das Landesprogramm "lebendige Gewässer" ins Leben gerufen. Doch bisher stockt die Umsetzung - und das obwohl NRW 80 Prozent der Kosten stemmt. Deshalb hat das Land ein Beratungsprogramm zu "lebendige Gewässer" ins Leben gerufen, das Städte und Gemeinden und Wasser-und Bodenverbände bei der Entwicklung unterstützen soll.

Bis 2027 soll ein guter ökologischer und chemischer Zustand der Flüsse, Seen und Bäche erreicht werden. Das Ziel soll durch nachhaltige und umweltverträgliche Wassernutzung erreicht werden. Doch das Vorhaben rückt nicht in greifbare Nähe: 10 Prozent der Gewässer erreichen die Vorgaben, ganze 90 Prozent noch nicht. Deshalb hat die Kommunalagentur Nordrhein-Westfalen ein neues Beratungsangebot zum Projekt "lebendige Gewässer" gestartet.

Projekt "lebendige Gewässer" - wieso klappt es nicht?

Die Kommunen brauchen dringend Unterstützung bei Planung und Umsetzung. Fragen, die sich schon vor der Antragsstellung stellen, lähmen den gesamten Prozess. Um welchen Fördertopf handelt es sich? Besitzt die Kommune alle notwendigen Grundstücke? Die Grundstücke gehören den Landwirten – und jetzt? Tauschen oder kaufen? Kommunen sollen mit diesen Fragen nicht mehr alleine gelassen werden. Die Kommunalagentur NRW will mit dem Beratungsangebot zum Projekt "lebendige Gewässer" Licht ins Dunkel bringen. Das Dienstleistungsunternehmen steht in Zukunft an der Seite der Städte und Gemeinden, arbeitet Hand in Hand mit Naturschutz-, Wasser-, und Landwirtschaftsbehörden zusammen und will die anstehenden Probleme gemeinsam mit der Kommune lösen.

Chemie, Mikroplastik und Landwirtschaft zerstören Lebensraum

Seit Jahrtausenden siedeln sich Menschen dort an, wo es Wasser gibt. Es ist kein Zufall, dass fast alle großen Städte am Wasser liegen. Es schafft Lebensraum, Handel und Attraktivität. Die Wasserqualität verschlechtert sich durch das Eingreifen von Menschen in natürliche Prozesse und verändert die gesamte Umwelt. Im Zuge der Industrialisierung wurden viele Seen und Gewässer begradigt und ausgebaut, chemische Abfälle und Mikroplastik landen im Gewässer, töten Tier und Umwelt. Dünger und Pestizide belasten unser Grundwasser in landwirtschaftlich stark genutzten Gebieten und Tiere, die einst Wasser und Umgebung bereicherten, siechen vor sich hin und sterben aus. Setzen Kommunen die Maßstäbe der WRRL um, kann nicht nur der Lebensraum von Tieren in und um das Gewässer gesichert, sondern auch Schäden von Hochwasser und Klimawandel abgewehrt werden. Jedes Jahr investiert das Land 80 Millionen Euro in die Planung und Umsetzung der Maßstäbe. Mit Erfolg - dort, wo es umgesetzt wird.

"Lebendige Gewässer" zahlt sich aus

Vorsorge und Sicherung ökologischer Ökosysteme zahlen sich aus.  An der Lippe halten Auen als natürliche Schutzschilde gegen Überschwemmungen und tragen zur Senkung volkswirtschaftlicher Kosten bei. Am Rhein winden sich wieder Maifisch und Lachs durch die Gewässer. Erstaunlich ist das vor allem deshalb, weil sie eigentlich ausgestorben waren. Nordrhein-Westfalen ist das Land des Wassers. Über 50.000 km Gewässer ziehen jährlich Touristen in die Orte, kurbeln die Wirtschaft an und prägen Regional-und Stadtentwicklung. Die Kommunalagentur Nordrhein-Westfalen nimmt in den kommenden Wochen die Arbeit auf. Bald werden die ersten Städte und Gemeinden kontaktiert, Hilfe angeboten und mit allen Kräften versucht, den wertvollen Schatz vor der eigenen Haustür zu erhalten. Das Beratungsangebot im Rahmen des Landesprogramms "lebendige Gewässer" beginnt.

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