Die Müllgebühren schwanken weiter extrem stark
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Die Müllgebühren schwanken von Kommune zu Kommune sehr stark

Müllgebühren: Riesige Preisunterschiede in den Kommunen

Die Kosten für Abwasser und Abfälle entwickeln sich weiter stark auseinander. Aktuell hat der Steuerzahlerbund in Nordrhein-Westfalen die dortigen Preise verglichen. Landesweit war NRW ohnehin schon eines der besonders teuren Bundesländer. Der Verband sieht in NRW erhebliche Einsparpotentiale

Nicht nur bei den Müllgebühren, auch beim Wasser ist es bekannt: Je nach Ort ist es für die örtlichen Wasserwerke ein erheblicher Unterschied, wie die Kostenstruktur ausfällt. Zum einen fällt laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft auf, dass Großversorger häufig niedrigere Stückkosten und somit niedrigere Preise haben. Hinzu kommt hier die Versorgungsdichte. Wichtig außerdem: die Höhenunterschiede und die entsprechenden Pumpkosten und die Frage, wie leicht zugänglich das Wasser ist (Grundwasser oder Oberflächenwasser).

Ähnliche Argumente gibt es bei den Abfallkosten. Die Menge, die Bebauungsdichte und vieles mehr spiele eine große Rolle. Insofern sind Viele Gebühren in der Tat nur schwer miteinander vergleichbar. 

 

So groß sind die Preisunterschiede bei Müllgebühren 

 

Für Nordrhein-Westfalen gibt es nun eine neue Statistik, errechnet. vom dortigen Bund der Steuerzahler. Demnach ist der Abfall im Kreis Euskirchen am günstigsten. Während in Münster 564 Euro gezahlt werden müssen, zahlt man in Dahlem im Kreis Euskirchen 122 Euro. Basis der Berechnung ist die 14 tägige Leerung einer 120 Liter Restmülltonne eines Vier-Personen Haushalts. 

Die Höhe hängt hier laut Bund der Steuerzahler vor allem davon ab, in welcher der 16 Müllverbrennungsanlagen der Abfall in NRW beseitigt wird. Die Kosten unterscheiden sich teils stark - nach Auslastung und vielen weiteren Faktoren. 

Einen großen bundesweiten Vergleich der Müllgebühren in mehr als 100 Städten gab es zuletzt vor knapp zwei Jahren. Damals hatte KOMMUNAL ausführlich über die Liste berichtet. Hier ein Auszug aus dem damaligen Beitrag: 

Die Auflistung zeigt: in den Städten Chemnitz, Nürnberg und Magdeburg sind die Preise vergleichsweise moderat. Hier liegen die Preise bei wöchentlicher Abholung pro Haushalt zwischen 124 und 142 Euro im Jahr. Am anderen Ende der Liste unter den Großstädten stehen neben Leverkusen auch Bergisch Gladbach, Karlsruhe und Moers mit Preisen zwischen knapp 400 Euro und rund 540 Euro im Jahr. (alle Berechnungen beziehen sich auf Restmüll, Biomüll und Sperrmüll sowie Altpapier bei einem Einfamilienhaus mit einer vierköpfigen Familie, die Berechnung erfolgte durch die Bild.-Zeitung auf Datenbasis der Satzungen der Städte.)

 

 

Der Steuerzahlerbund sieht aber bei Abfallgebühren auch erhebliche Einsparpotentiale - auch Verbraucher könnten einiges tun. Für NRW gelten etwa folgende Regeln: 

- Ein eigener Komposthaufen reduziert die Abfallkosten etwa in Wuppertal um 6,50 Euro pro Person

- In Marl können sich Grundstückseigentümer bei Nachbarschaftstonnen Geld sparen 

- Einige Kommunen bieten Saisonbiotonnen an, die für ein halbes Jahr auch nur die Hälfte kosten

- Gießwasserkosten können die Abwassergebühren mindern, wenn diese belegt werden (z.b. separater Wasserzähler) 

 

KOMMUNAL hatte zudem vor einiger Zeit über besonders gelungene Beispiel aus dem Saarland und Brandenburg berichtet. Dort wird den Bürgern das Restmüllsparen besonders leicht gemacht: 

 

 

Extreme Unterschiede auch beim Wasser 

Bei der jüngsten Abwasseruntersuchung in NRW zeigte sich, dass Neunkirchen-Seelscheid im Rhein-Sieg-Kreis wieder teuerste Kommune ist. Dort zahlt der Musterhaushalt (4 Personen Haushalt, 200 Kubikmeter Wasserverbrauch) rund 1270 Euro im Jahr. 

 

Wo es flach ist, kostet die Abwasserentsorgung tendenziell weniger"

Sara von Gehlen, Bund der Steuerzahler

Deutlich günstiger kommt der gleiche Haushalt in Reken im Kreis Borken weg. Dort sind es 246 Euro. Grund hierfür seien vor allem die topografischen Begebenheiten. "Wo es flach ist, kostet die Abwasserentsorgung tendenziell weniger", so Sara von Gehlen vom Steuerzahlerbund.

 

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