Müllvermeidung - Von Ekelecken bis Care-Eliten

Mi, 19.12.2018

Müll ist eines der großen Probleme von Kommunen. Dabei gibt es immer mehr spannende Ansätze für mehr Ordnung und Sauberkeit in Gemeinden und Städten. In unserer neuen dreiteiligen Serie berichten wir über unentdecktes Potenzial, zukunftsweisende Recycling-Ideen, aber auch über die Nutznießer des Mülls.

37 Kilogramm Plastik-Verpackungen verbraucht jeder Deutsche im Jahr. Davon wird nur die Hälfte recycelt. Was weltweit nicht in Müll-Verbrennungsanlagen landet, um daraus Strom zu generieren, gelangt auf Deponien oder in der Natur. Die Konsequenz für Kommunen: selbst weniger (Plastik-)Müll nutzen und produzieren. Das müssen Städte und Gemeinden sogar, da es eine neue EU-Richtlinie gibt. Sie sieht das Verbot bestimmter Einwegprodukte wie Strohalme, Teller und Besteck aus Plastik vor. Brüssel hat zudem die Plastik-Flaschen im Visier. Bis 2025 soll die Recycling-Quote in der Europäischen Union auf 90 Prozent steigen. Außerdem gilt, Verpackungen und Trinkbecher bis 2025 um ein Viertel zu reduzieren.

Kommunen sollten zur Müllvermeidung auf Mehrwegsysteme setzen

Endlich handeln – das geht aber nur gemeinsam mit den Kommunen, ist sich auch der Verband WWF sicher. Ihr Projektleiter Bernhard Bauske hat Vorschläge für Städte und Gemeinden: „Beschaffungsmanager von Kantinen und der dazugehörigen Gastronomie sollten darauf achten, dass keine Einwegprodukte, sondern verstärkt Mehrwegsysteme genutzt werden. Zudem lässt sich bei allen städtischen Veranstaltungen auf öffentlichem Grund das Gebot des wiederverwertbaren Mehrwertsystems durchsetzen. Die bayerische Landeshauptstadt praktiziert das schon. Bereits 1992 hat der Abfallwirtschaftsbetrieb München das Einwegverbot bei Veranstaltungen auf städtischem Grund durchgesetzt.“ Der 60-Jährige weist ebenfalls auf die negativen Folgen der uneinheitlichen Müll-Regelungen hin. Von Nord bis Süd, von Ost nach West – vor den Häusern stehen unterschiedliche Tonnen. „Der fatale Irrglaube, dass am Ende eh alles zusammengekippt wird, hält sich hartnäckig. Gerade jüngere Leuten sortieren nicht richtig.“ Dürfen Streichhölzer, Kaffeefilter und Teebeutel wirklich in den Biotonnen landen? Gehören Blechdosen ins Gelbe oder Blaue? Allgemeine Webseiten der Umweltministerien reichen daher nicht aus. Jede Stadt muss deshalb mehr motivieren und aufklären. „Wer weiß, was mit welcher Tonne nach dem Abtransport passiert und wozu der getrennt gesammelte Abfall nutzbringend verwendet wird, dem fällt es leichter, seinen Müll zu ordnen“, da ist sich Bernhard Bauske sicher.

Mehr über die gelungenen Kooperationen zwischen Kommunen und Hochschulen, lesen Sie in der kommenden Ausgabe von KOMMUNAL, die am 28. Dezember erscheint.

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