Sicherheit um 6
Nach Berliner Blackout: So werden Kommunen fit für den Ernstfall
Ein Brandanschlag auf eine Kabelbrücke in Berlin-Lichterfelde legte am 3. Januar das Stromnetz im Südwesten der Hauptstadt lahm. Rund 100.000 Menschen waren betroffen. Vier Tage dauerte es, bis der Strom am Abend des 7. Januar in allen Haushalten wieder floss. Es war der längste Stromausfall in Berlin seit dem Zweiten Weltkrieg. Eine Situation auf die der Katastrophenschutz der Stadt nicht ausreichend vorbereitet war.
Was der Berliner Stromausfall offengelegt hat
Neben Privathaushalten waren auch Pflegeheime, Krankenhäuser und 205 Arztpraxen betroffen. 15 Schulen blieben bis Freitag, 9. Januar geschlossen. Über 45.000 Haushalte blieben tagelang ohne Strom und Heizung. Zu Beginn der Krise war auch der Mobilfunkempfang stark beeinträchtigt. Die Krisenkommunikation des Berliner Senats versagte – und das mitten im Winter, bei Temperaturen unter null Grad.
Pflegeeinrichtungen und Versorgungsinfrastruktur im Krisentest
In Pflegeeinrichtungen konnte die Notstromversorgung erst mit einiger Verzögerung durch mobile Aggregate sichergestellt werden. Teilweise musste die zur Unterstützung gerufene Bundeswehr die Aggregate mittels Tankwagen mit Treibstoff versorgen. Dieses Bild ist kein Berliner Sonderfall. Laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe sind viele deutsche Kommunen nicht ausreichend auf Blackout-Szenarien vorbereitet. Das BBK empfiehlt Kommunen, kritische Infrastruktur mindestens für 72 Stunden autark betreiben zu können.
Der Berliner Blackout verdeutlicht, wie wichtig kommunale Resilienz und Krisenvorsorge sind. Der Staat ist auf allen Ebenen gefordert, Resilienz zu stärken und im Krisenfall Handlungsfähigkeit zu demonstrieren, verlässlich zu kommunizieren und Hilfemöglichkeiten aufzuzeigen. Genau hier setzt KOMMUNAL an.
Webinar-Reihe „Sicherheit um 6“: Praxiswissen für den Ernstfall
Unter dem Titel „Sicherheit um 6“ startet KOMMUNAL eine monatliche Webinar-Reihe, die Kommunalpolitikerinnen, Bürgermeister, Verwaltungsführungen und Katastrophenschutzbeauftragte mit praxisnahem Wissen ausstattet. Das Format ist bewusst kompakt: Jeden Monat ein Webinar, jeweils um 18:00 Uhr, eine Stunde, ein klares Thema.
Webinar im März: 100 Stunden Blackout
Das erste Webinar findet am 24. März 2026, 18 bis 19 Uhr, statt. Bernhard Lücke – Bezirksverordneter in Steglitz-Zehlendorf und früherer IT-Unternehmer – analysiert unter dem Titel „100 Stunden Blackout – die wichtigsten Learnings für die Kommunalpolitik“ die Ereignisse in Berlin und was andere Kommunen daraus lernen können. Im Mittelpunkt stehen Infrastrukturentscheidungen, der digitale Katastrophenschutz und unverzichtbare Nachbarschaftsnetzwerke.
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Webinar im April: Alles startet mit der Risikoanalyse
Am 29. April 2026 folgt das zweite Webinar mit dem Blackout- und Krisenvorsorgeexperten Herbert Saurugg. Er zeigt in „Sind Sie und Ihre Kommune bereits krisenfit?“, wie Kommunen nach dem Paretoprinzip mit 20 Prozent des Aufwands 80 Prozent Krisenfestigkeit erreichen – und wie eine wirkungsvolle Risikoanalyse konkret aussieht.
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Das Programm bis Oktober 2026
Die Reihe ist auf Tiefe angelegt. Bis Oktober werden monatlich weitere Themen folgen, die entlang der gesamten Krisenmanagement-Kette aufgebaut sind:
- Mai: Verlässliche Krisenkommunikation – Bürgerbüros, Radiosender, Pressekonferenzen
- Juli: Arbeit im Krisenstab – Entscheidungsstrukturen und Koordination von Hilfsangeboten
- August: Alarmpläne aufstellen und pflegen sowie Informationsmanagement in der Krise
- September: Autarkie im Rathaus – Notstromaggregate, Dieselbevorratung und technische Abkopplung von Gebäudeteilen
- Oktober: Prozessoptimierung nach dem Luftfahrt-Prinzip – Checklisten als Fehlervermeidung im Krisenfall
Für die Webinare ab Mai laufen die Vorbereitungen noch. Eine Anmeldung ist noch nicht möglich – wird aber rechtzeitig bekanntgegeben.
Katastrophenschutz: Auch auf Forum und Messe KOMMUNAL
Die Webinar-Reihe wird durch zwei Präsenzformate ergänzt: ein Barcamp auf dem Forum KOMMUNAL sowie eine Podiumsdiskussion auf der Messe KOMMUNAL. Beide Formate bieten Raum für den direkten Austausch zwischen Praktikerinnen und Praktikern.