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Hund
Damit Fundtiere gut betreut werden können, braucht es eine finanzielle und strukturelle Unterstützung der Tierheime seitens der Kommunen.
© 123rf.com

Tierschutz

Wie Kommunen Tierheime unterstützen

von Dorothea Walchshäusl
Reporterin | KOMMUNAL
17. März 2026
Überfüllung, Kostenexplosion, Personalmangel: Tierheime stehen unter Druck. So können Kommunen mit Geld, Verträgen und Kooperation helfen. Wie eine gute Zusammenarbeit zwischen Kommune und Tierheim aussehen kann, zeigt sich in einem niedersächsischen Landkreis.

„Wir brauchen eine konzertierte Aktion für die Tierheime: Bund, Länder und Kommunen müssen schnellstens mit dem Tierschutz an einen Tisch und mit einem gemeinsamen Rettungsplan verhindern, dass der praktische Tierschutz in Deutschland zusammenbricht.“ So dramatisch richtete Thomas Schröder, der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, im Herbst des vergangenen Jahres seinen Appell an die Öffentlichkeit. Fakt ist: An vielen Orten kommen die Tierheime an ihre räumlichen und finanziellen Grenzen, nicht zuletzt durch die Abgabe der gedankenlos in der Coronazeit angeschafften Tiere. Zudem sind die Kosten für die Unterbringung der Tiere, das Tierfutter und die Tierärzte konstant gestiegen. Für die Kommunen sind die Tierheime allerdings wichtige Institutionen im Ort, schließlich übernehmen sie nicht selten die kommunale Pflichtaufgabe der Fundtier-Betreuung. Um die Tierheime bei dieser wertvollen Arbeit zu unterstützen, können Kommunen einiges tun.

Finanzielle Unterstützung

Tierschutz kostet Geld und geht es um den Erhalt und die Stabilisierung der Tierheime, sind finanzielle Unterstützungen seitens der Kommune der wichtigste Punkt. Dazu zählen regelmäßige Zuschüsse zur Deckung der laufenden Kosten für Futter, Tierarzt-Termine und das Personal ebenso wie projektbezogene Förderungen, etwa für Sanierungsmaßnahmen.

Klare vertragliche Regelungen und Absprachen

Neben der sicheren Finanzierung brauchen die Tierheime eine bessere Planbarkeit. Hierbei kann der Abschluss von Fundtierverträgen mit klaren Angaben zur Kostenerstattung mit der Kommune helfen; zudem ist es wichtig, genau festzulegen, wie lange Fundtiere vom Tierheim betreut werden müssen und wer danach zuständig ist. Wichtige kommunale Kooperationspartner für die Tierheime sind dabei insbesondere die Ordnungsämter und Veterinärdienste, mit denen klare Absprachen etwa für die Abläufe bei Tierschutzfällen oder Beschlagnahmungen getroffen werden sollten.

Unterstützung bei Bauvorhaben

Auch bei Bauvorhaben seitens des Tierheims kann die Kommune ganz konkret unterstützen. Eine Möglichkeit hierbei ist die Bereitstellung von Grundstücken in kommunalem Besitz für Neubauten oder die Erweiterung des bestehenden Tierheims. Darüber hinaus kann die Kommune bei Baugenehmigungen oder der Durchführung von Infrastrukturmaßnahmen, etwa der Herstellung der Wasser- oder Stromversorgung helfen.

Sensibilisierung der Öffentlichkeit

Neben der ganz praktischen und strukturellen Unterstützung der Tierheime können die Kommunen wesentlich dazu beitragen, dass das Thema Tierschutz stärker in der Öffentlichkeit präsent ist. Beispiele hierfür sind Kampagnen zur Tiervermittlung, zur Aufklärung über Kastration oder gegen illegalen Welpenhandel. Außerdem können die Tierheime bei kommunalen Veranstaltungen eingebunden werden, um dort über ihre Arbeit berichten zu können. Damit einher geht auch eine Förderung des ehrenamtlichen Engagements durch die Kommune, da dieses gerade im Bereich des Tierschutzes von großer Bedeutung ist.

Tierheim Uelzen
In Uelzen kümmern sich engagierte Ehrenamtliche um die Aufnahme und Betreuung von Fundtieren

 Zusammenarbeit zwischen Kommune und Tierheim im Landkreis Uelzen

Wie eine gute Zusammenarbeit zwischen Kommune und Tierheim aussehen kann, ist im Landkreis Uelzen zu erleben. Auch dort ist die kommunale Haushaltslage angespannt, doch statt beim Tierheim einzusparen, haben die kreisangehörigen Kommunen ihren jährlichen Zuschuss für das Tierheim sogar verdoppelt. „Als Kommunen liegt uns sehr viel daran, dass der Tierschutzverein in Uelzen am Leben bleibt - er übernimmt ja eine ganz wesentliche Aufgabe“, sagt Martin Feller, der Samtgemeindebürgermeister von Bevensen-Ebstorf und Sprecher der Hauptverwaltungsbeamten der kreisangehörigen Kommunen im Landkreis Uelzen. Schließlich erfüllt das Tierheim, geführt vom Verein, schon seit vielen Jahren die kommunale Aufgabe der Aufnahme und der Versorgung von Fundtieren.

Detaillierte Vereinbarung zwischen Kommunen und Tierheim

Bislang wurde von den kreisangehörigen Kommunen jährlich eine Pauschale von 60.000 Euro an das Tierheim gezahlt. Die tatsächlich anfallenden Kosten konnten davon allerdings nicht mehr gedeckt werden. In einer neuen Vereinbarung haben die Kommunen nun beschlossen, dass sie ab dem Jahr 2025 jährlich 120.000 Euro bereitstellen, wobei die Aufteilung des Betrages nach Einwohnerzahlen erfolgt. Außerdem wurden in der Vereinbarung Tagessätze für sogenannte Verwahrtiere festgelegt, also Tiere, die von Behörden sichergestellt oder vorübergehend untergebracht werden müssen. Darüber hinaus enthält der Vertrag eine Klausel zur Nachverhandlung. Das heißt: Sollten sich die tatsächlichen Kosten erheblich verändern, können Kommune wie Tierschutzverein die finanzielle Ausgestaltung des Vertrags überprüfen und anpassen.

Klare Haltung der Kommunen

„Für uns war das eine klare Sache: Wir haben uns die laufenden Kosten angesehen und aufgestockt“, sagt Feller. Ergänzend zum Jahresbetrag gäbe es seitens der Kommunen zudem gesonderte Zahlungen bei Einzelinvestitionen. „Letztlich ist es für uns wirtschaftlich deutlich günstiger, wenn wir die Pflichtaufgabe der Tieraufnahme nicht selbst übernehmen und organisieren müssen“, sagt Feller. Doch das sei nicht der einzige Grund für die kommunale Unterstützung des Tierschutzvereins, schließlich handele es sich bei dessen Arbeit um ein sehr spezialisiertes Gebiet und hätte der Verein deutlich mehr Expertise und professionelle Erfahrung, als es die Kommunen bieten könnten. „Im Tierschutzverein engagieren sich Menschen, die mit Herzblut dabei sind und sich regelmäßig weiterbilden und ehrenamtlich auch am Wochenende oder an Feiertagen auf Abruf sind - das ist großartig. Wenn man hier anfängt zu kürzen, ist das sehr kurzsichtig“, so Feller.

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Fotocredits: Tierschutzverein Uelzen
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