Die aktuelle Print-Ausgabe von KOMMUNAL widmet sich ebenfalls dem Nachwuchsmangel

Nachwuchsmangel: Wie tickt der Nachwuchs?

Erstmals hat eine Studie anhand von fast 4000 Studenten untersucht, welche Bedürfnisse und Wünsche künftige Nachwuchskräfte für die Verwaltung haben. Die Ergebnisse sind ermutigend, zeigen im Details aber auch Potential und Nachholbedarf in Kommunen.

Was tun gegen den Nachwuchsmangel im Rathaus? Mit welchen Bedürfnissen und Wünschen von Studierenden müssen sich Verwaltungen künftig auseinandersetzen? Wie können Kommunen hochqualifizierte Bewerber ansprechen und neue Talente gewinnen. Mit diesen Fragen hat sich nun erstmals eine Studie auseinandergesetzt. Entstanden ist das "Nachwuchsbarometer Öffentlicher Dienst 2019". Über vier Monate hinweg wurden fast 4000 Studenten aller Fachrichtungen aus ganz Deutschland befragt. Knapp 2000 von ihnen haben die Umfrage komplett beendet. Herausgekommen sind knapp 100.000 Antworten. 

 

Nachwuchsmangel: Das sind die wichtigsten Kennzahlen

 

Deutschlands Studenten haben eine grundsätzlich positive Einstellung zum Öffentlichen Dienst als Arbeitgeber. Schaut man ins Details, gibt es aber für Verwaltungen noch einige zu tun, um diese positive Grundeinstellung auch in tatsächliche Bewerbungen zu überführen, so die Studienleiter.

Doch zunächst einige ermutigende Zahlen: 58 Prozent der Befragten streben in den Öffentlichen Dienst und 44 Prozent hoffen auf eine Verbeamtung. Zwei Drittel aller Studenten, die bereits im Öffentlichen Dienst angestellt waren, würden ihren Arbeitgeber weiterempfehlen. Dabei schwanken die Werte je nach Studiengang jedoch verständlicherweise stark. So wollen 98 Prozent aller Verwaltungswissenschaftler später im Öffentlichen Dienst arbeiten, bei den Ingenieuren sind es hingegen "nur" 32 Prozent. Auch Pädagogen wünschen sich später als Arbeitgeber den Öffentlichen Dienst (84 Prozent), ebenso Absolventen der Rechtswissenschaften (78 Prozent). Informatiker (32 Prozent) und Wirtschaftswissenschaftler (37 Prozent) zieht es hingegen eher selten in die Rathäuser. 

 

Nachwuchsmangel: Das können Sie als Kommune ganz konkret tun 

 

81 Prozent der Bewerber erwarten eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch innerhalb der ersten vier Wochen. Ein Drittel sogar innerhalb von zwei Wochen. Zögern Sie also nicht lange! Die Mitteilung über eine mögliche Einstellung sollte dann ebenfalls auf dem Fuße folgen. Sie wird von der Hätte der Bewerber innerhalb von maximal zwei Wochen erwartet. 

Wenn Sie sich dann einig sind, möchten die Bewerber auch schnell in ihren neuen Job starten: 60 Prozent gaben in der Studie an, dass sie eine Einstellung binnen vier Wochen nach der Zusage erwarten. 

Immer größeren Raum nimmt auch Das Thema "Work-Life-Balance" ein. Einem Großteil der Studierenden ist eine flexible Ausgestaltung der Arbeitszeit im Sinne von Vertrauensarbeitszeit wichtig. Die Hälfte aller Studienteilnehmer gab an, dass "Work-Life-Balance" für sie ein wichtiges Kriterium sei, ebenso wie Möglichkeiten zu Sabbaticals oder Arbeitszeitkonten. Fast genauso wichtig ist den jungen Menschen das "Mobile Arbeiten". 

 

Öffentlicher Dienst ist leider nicht gleich öffentlicher Dienst 

 

Obwohl die meisten Stellen im Öffentlichen Dienst in den Kommunen vergeben werden, stehen Bund und Länder bei den Studenten deutlich höher im Kurs. Nur jeder fünfte nannte in der Umfrage ein kommunales Rathaus als "Ersten Anlaufpunkt für eine Bewerbung". Als Hauptgrund für diese traurige Zahl fügt die Studie an, dass die Berufsperspektiven für Akademiker bei den Kommunen einfach nicht ausreichend bekannt seien. Hier gibt es also massiven Aufklärungsbedarf durch Kommunen. 

Die Studie umfasst insgesamt 52 Seiten und gibt Kommunen zahlreiche weitere Hinweise und Informationen. Wir bieten Ihnen die Studie daher hier zum kostenlosen Herunterladen an: 

 

 

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