ÖPNV: Verkehrssicherheit Haltestellen
ÖPNV: Verkehrssicherheit Haltestellen
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Studie zum ÖPNV

So wird die Verkehrssicherheit an Haltestellen erhöht

Wie lassen sich Unfälle an Haltestellen des ÖPNV vermeiden? Eine Untersuchung gibt Aufschluss!

In Deutschland nimmt der ÖPNV eine wichtige Rolle im Verkehr ein. Doch: Immer wieder kommt es an den Haltestellen zu Unfällen. So gab es allein im Jahr 2018 3.294 polizeilich erfasste Unfälle mit Personenschaden. 

Circa 94 Prozent der Unfälle passierten innerorts.

ÖPNV: Wie kann die Sicherheit der Haltestellen verbessert werden?

In einer Untersuchung der Unfallforschung der Versicherer (UDV) wurde das Straßennetz von Groß- und Mittelstädten in Sachsen und Sachsen-Anhalt untersucht. Dafür wurden Haltestellentyp, Verkehrsträger, Takt, Straßenquerschnitt, Lage und andere Gestaltungsmerkmale vor Ort erhoben. Zudem wurden Videoaufzeichnungen und Konfliktanalysen durchgeführt.

Das Ergebnis: 

Im Gegensatz zur "freien Strecke" kommt es in den Haltestellenbereichen häufiger zu Unfällen. So können Bushaltestellen das Unfallgeschehen auf einer Länge von 40 m beeinflussen. An "Hauptverkehrsknotenpunkten" haben Bushaltestellen eine Einflusslänge von 60 m. Bei Straßenbahnhaltestellen liegt diese bei 70 m - unabhängig von der Lage im Straßennetz.

  • Laut der Untersuchung kann die Verkehrssicherheit an Straßenbahnhaltestellen durch Mitteltrennungen sowie die signaltechnische Sicherung der Fahrbahn verbessert werden.
  • An Straßenbahnhaltestellen in Mittellage und an ÖPNV-Trassen wird es zudem sicherer, wenn im unmittelbaren Bereich nicht geparkt wird.
  • An Kaphaltestellen für Straßenbahnen fallen Alleinunfälle von Fahrradfahrern auf.
  • An Kaphaltestellen für Straßenbahnen und Bushaltestellen am Fahrbahnrand kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Fahrradfahrern und Fußgängern, wenn der Radverkehr im Seitenraum geführt wird. An den Flächen, an denen es besonders häufig zu Unfällen kommt, fehlen meist separate Warteflächen oder sie sind zu klein.
  • An den Haltestellen des ÖPNV, an denen es besonders häufig zu Unfällen kommt, queren die Fußgänger die Straße bei kleineren Zeitlücken.
  • Bei mehr als zwei Fahrstreifen je Fahrtrichtung queren Fußgänger bei kleineren Zeitlücken.
  • Je weiter weg eine Querungshilfe von der Haltestelle ist, desto mehr nimmt die Akzeptanz ab.

Und so lässt sich die Verkehrssicherheit an den Haltestellen des ÖPNV verbessern:

  • Querungshilfen sollten nicht mehr als 20 m von der Haltestelle entfernt sein!
  • Wenn Bushaltestellen am Fahrbahnrand liegen, sollten Radwege im Seitenraum ausreichend Platz bekommen, um Ärger mit Fußgängern zu vermeiden. Ist nicht genug Platz da, sollten die Radfahrwege im Mischverkehr geführt werden.
  • Liegen Straßenbahnhaltestellen in der Mitte und haben Warteflächen an der Seite, sollten Zeitinseln zur Verfügung gestellt werden, damit es nicht zu Konflikten zwischen Autofahrern und ein- bzw. aussteigenden Fahrgästen kommt.
  • An Kaphaltestellen für Straßenbahnen sollte der Radverkehr außerhalb des Gleisbereichs geführt werden - damit Radfahrer nicht stürzen. Auch eine Anhebung der Fahrradwege mit Führung vor dem Wartebereich kann sinnvoll sein.
  • Liegen Straßenbahnhaltestellen in Mittellage, sollte unterbunden werden, dass Autos an den nicht signalisierten Querungsstellen parken.
  • Bei Busbuchten vor Knotenpunkten mit Lichtsignalanlage hilft ein Bussonderfahrstreifen dabei, dass die Busse sicher Ausfahren können.

ÖPNV vorantreiben - aber bitte nicht ohne Beiträge!

Auch von Njema Drammeh