Bio-Müll durch Hühner vermeiden?
Baugesellschaft Hanau

Innovatives Projekt: Wohnen mit Huhn

Es gackert, pickt und scharrt im Haus - denn bei dem neuen Wohnprojekt in Hanau werden Wohnungen inklusive Huhn vermietet. So soll der Bio-Müll reduziert und die Natur zurück in die Stadt geholt werden.

„Wir wissen, dass das auf den ersten Blick verrückt klingt,“ sagt Jens Gottwald, Geschäftsführer der kommunalen Baugesellschaft Hanau. „Aber je mehr man sich damit beschäftigt, desto sinnvoller erscheint das Ganze.“ Deutschlandweit ist das Projekt einzigartig. In einem mehrstöckigen Mehrparteienhaus können Mieter Hühner halten. Hühner und Hühnerställe werden dabei von der Baugesellschaft zur Verfügung gestellt. Die Eier, die die Hühner legen, sollen den Mietern zugute kommen. Gefüttert werden sollen die Vögel vorrangig mit Bio-Abfällen, wie Gemüseschalen oder welken Salatblättern. So komme die Natur zurück in die Stadt und der Bio-Müll könne erheblich reduziert werden.

Hühnerstall statt Bio-Müll
So werden die Hühnerställe für das Wohnprojekt aussehen. Jens Gottwald, Geschäftsführer der Baugesellschaft Hanau (links), mit Architekt Stefan Forster

Positive Effekte gehen über Bio-Müll hinaus

Pro Hühnerstall sollen maximal vier Hennen der Rasse "Zwerg-Welsumer" gehalten werden. Die Zwerg-Welsumer fressen im Jahr etwa 150 Kilogramm Futter. Das könnte den Bio-Müll im Haus erheblich reduzieren. Und auch andere positive Effekte sind zu erwarten. „Für Senioren kann das ein schönes Hobby sein,“ so Gottwald. „Und Kinder können hier Verantwortung lernen und Biologie am lebendigen Objekt studieren." Interessenten sind laut Baugesellschaft schon einige gefunden.

Baugesellschaft hat einige innovative Projekte

Die Baugesellschaft Hanau ist bereits mehrfach mit innovativen Projekten aufgefallen. Etwa durch den Bau von Hybrid-Wohnanlagen, bei denen vorgefertigte Holz- und Betonteile eingesetzt werden und so die Bauzeit massiv reduziert wird. Oder durch das Projekt „Hafentor“ wo aus einer maroden großen Wohnanlage am Hanauer Mainhafen eine Kolonie mit preiswertem Wohnraum ab 3,50 Euro pro Quadratmeter, Künstlerateliers und kostengünstigen Wohnungen zum Selbstausbau entstanden ist.

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