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  3. Schulweg: Diese Ideen sorgen für mehr Sicherheit
Schulkind auf dem Weg
In diesen Tagen kümmeren sich Kommunen verstärkt um die Sicherheit der Erstklässler.
© Adobe Stock

Tipps

Schulweg: Diese Ideen sorgen für mehr Sicherheit

von KOMMUNAL
4. September 2026
Mit dem Schulanfang sind wieder viele Erstklässler erstmals regelmäßig im Straßenverkehr unterwegs. Gleichzeitig sorgen Elterntaxis vor Schulen vielerorts für unübersichtliche Situationen. Gemeinden versuchen mit Schulstraßen, Elternhaltestellen und markierten Wegen gegenzusteuern. Drei Beispiele zeigen, was Kommunen für mehr Sicherheit tun können.

In Nordrhein-Westfalen beginnt am 2. September das neue Schuljahr. Die Gemeinde Schlangen im Kreis Lippe macht deshalb verstärkt auf die Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr aufmerksam. An stark befahrenen Straßen sowie im Umfeld von Schulen und Kitas werden Banner angebracht. Ordnungsamt und Polizei sind in den ersten Schultagen verstärkt vor Ort.

Die beiden Grundschulen verteilen zudem einen Mobilitätsratgeber des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), der Kindern und Eltern Tipps für sichere Schulwege zu Fuß, mit dem Fahrrad und mit öffentlichen Verkehrsmitteln gibt.

Am Schulzentrum ist der Querweg morgens für Autos und Motorräder gesperrt: montags von 7 bis 8.45 Uhr, dienstags bis freitags von 7 bis 8.15 Uhr. Eltern können stattdessen die eingerichteten Elternhaltestellen nutzen. Fahrräder dürfen den Querweg auch während der Sperrzeiten passieren. Mehr Informationen.

Marl richtet Schulstraßen zum Schuljahresbeginn ein

Die Stadt Marl hat an sechs Grundschulen sogenannte Schulstraßen eingerichtet. Mit dem einjährigen Verkehrsversuch will sie die Situation insbesondere zu den Stoßzeiten entlasten und für mehr Sicherheit auf dem Schulweg sorgen. Zum Unterrichtsbeginn gilt an den beteiligten Schulen ein zeitlich befristetes Durchfahrtsverbot. Anwohner sind davon ausgenommen. Der Stadt waren gefährliche Wendemanöver gemeldet wurden, heißt es in einer Mitteilung. Ordnungsdienst und Polizei begleiten den Versuch. Nach einem Jahr sollen die Erfahrungen umfassend ausgewertet und anschließend entschieden werden, ob die Schulstraßen dauerhaft eingerichtet werden.

Sicher zur Schule durch Egelsbach

Die Gemeinde Egelsbach in Hessen mit rund 11.000 Einwohnern setzt bereits vor der Einschulung an: Kommunale Kitas, Grundschule und Schulbetreuung haben gemeinsam das Projekt „Sicher zur Schule durch Egelsbach“ entwickelt. Im letzten Kindergartenjahr wird der künftige Schulweg vorbereitet. Zusätzlich gibt es einen festen Treffpunkt am Berliner Platz. Dort sammeln sich Kinder und gehen als Gruppe zur Schule; Eltern können anfangs mitlaufen, sollen sich aber nach und nach zurückziehen. 

Verkehrsdetektive in Rostock führten Schulwegetagebücher

32 Grundschulkinder aus allen vier Klassenstufen waren an drei Tagen Ende Mai als Verkehrsdetektive unterwegs. Sie markierten sichere und unsichere Stellen auf einer Karte, führten Schulwegtagebücher, zählten Verkehr und fotografierten problematische Situationen. Wichtig: Daraus folgte sogar unmittelbar etwas – in der St.-Georg-Straße wurde als Sofortmaßnahme eine Verkehrsverengung eingerichtet. Außerdem entstehen Schulwegpläne für fünf Schulen. Mehr Informationen.

Allensbach baut einen neuen Fußgängerüberweg

In Allensbach am Bodensee soll ein neuer Fußgängerüberweg den Schulweg sicherer machen. Er entsteht an der Radolfzeller Straße auf Höhe der Hausnummer 85. Die Straße ist die Hauptdurchgangsstraße der Gemeinde. Der Gemeinderat hat den Auftrag für die Arbeiten im Mai 2026 vergeben.

Der Überweg wird vier Meter breit. Auf beiden Straßenseiten werden die Bordsteine durch barrierefreie Rollborde ersetzt und die Gehwege angepasst. Falls die vorhandene Beleuchtung nicht ausreicht, soll sie erweitert werden. Für die Arbeiten sind rund 19.000 Euro vorgesehen.

Wörthsee reduziert das Tempo

In Wörthsee in Bayern gilt seit Februar auf einem Abschnitt der Etterschlager Straße Tempo 30. Das Landratsamt Starnberg hat die Geschwindigkeitsbegrenzung nach Abstimmung mit Gemeinde, Polizei und Staatlichem Bauamt angeordnet. Begründet wird sie ausdrücklich mit der Sicherheit von Grundschülern, die hier täglich unterwegs sind.

Schulweghelfer sichern morgens Straßenquerungen rund um die Grundschule. Sie sind ab 7.20 Uhr für etwa eine halbe Stunde im Einsatz. Für jeden Einsatz zahlt die Gemeinde fünf Euro. Für das neue Schuljahr sucht Wörthsee weitere Ehrenamtliche, insbesondere für die Querungen Etterschlager Straße/Maistraße und Maistraße/Rehsteig. Mehr Informationen.

Fronhausen zählt erst einmal nach

In der hessischen Gemeinde Fronhausen wird derzeit der Schulwegeplan für die Grundschule umgesetzt. Im August wurden am Brunnenplatz zunächst gelbe Fußspuren auf den Gehweg aufgebracht. Sie sollen nach und nach auch auf weiteren ausgewiesenen Schulwegen folgen und Kindern empfohlene Stellen zum Überqueren zeigen.

An der Gießener Straße geht die Gemeinde einen anderen Weg. Dort wurde Mitte August gemeinsam mit den Nahmobilitätskoordinatoren ein Verkehrszählgerät aufgestellt. Die Daten sollen unter anderem dazu dienen, eine sichere Querungshilfe für Schülerinnen und Schüler zu schaffen. Auch an der Marburger Straße soll der Verkehr gezählt werden.

Die Gemeinde bittet außerdem die Einwohner um Hinweise auf Stellen in den Ortsteilen, an denen sichere Querungsmöglichkeiten fehlen.

Ideen für sichere Schulwege

Sichere Querungen schaffen: Zebrastreifen, Mittelinseln oder andere Querungshilfen erleichtern es Kindern, stärker befahrene Straßen sicher zu überqueren.

Tempo reduzieren: Niedrigere Geschwindigkeiten können vor Schulen und auf stark genutzten Schulwegen die Sicherheit erhöhen.

Schulweghelfer einsetzen: Ehrenamtliche können Kinder an schwierigen Straßen und Kreuzungen beim Überqueren unterstützen.

Verkehr zählen: Wie viele Autos fahren zu welchen Zeiten an einer kritischen Stelle? Solche Daten können helfen zu entscheiden, wo Veränderungen nötig sind.

Gemeinsame Schulwege organisieren: Feste Treffpunkte oder Laufgruppen ermöglichen es Kindern, gemeinsam zu Fuß zur Schule zu gehen und den Weg zunehmend selbstständig zurückzulegen.

Schulwegpläne aktuell halten: Empfohlene Routen sollten regelmäßig überprüft werden. Nicht immer ist der kürzeste Weg auch der sicherste.

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